«Wir wollten so schnell wie möglich löschen»
Seit Mittwoch bekämpft die Schweizer Luftwaffe Waldbrände in Montenegro. Der erste Helikopter über den Brandherden war der Super Puma, der sonst im KFOR-Einsatz im Kosovo steht. Oberleutnant Clemens Jauch, der Copilot jener Maschine, spricht über den unvorhergesehenen Einsatz.
Seit Mittwochnachmittag steht jeweils ein Super Puma der Schweizer Luftwaffe in Montenegro im Einsatz. Die ersten Wasserladungen warfen Oberleutnant Clemens Jauch und sein Pilot-in-Command oberhalb eines Dorfes ab, das von den Flammen bedroht wurde. «Wir haben die Feuerwalze dort bekämpft, wo sie dem Dorf am nächsten kam», sagt der 27-Jährige. Alleine gestern Donnerstag haben die beiden in 77 Anflügen je zwei Tonnen Wasser auf die Wälder an der Bucht von Kotor geworfen, das sind insgesamt über 150‘000 Liter. «Die Vegetation hier ist derart ausgetrocknet, dass wir auf Nummer sicher gehen. Auch wenn eine Stelle nach einem Wasserabwurf nur noch dampft, werfen wir lieber einmal mehr ab», sagt Oberleutnant Jauch. Der Schweizer Helikopter wird dort eingesetzt, wo in unzugänglichem Gebiet sehr präzise Wasser an eine Stelle geworfen werden muss. «Das ist unser Vorteil gegenüber der Feuerwehr oder einem Löschflugzeug», sagt Oberleutnant Jauch.
Hitze und Rauch machen zu schaffen
Die beiden Piloten achten beim Anflug auf den Brandherd darauf, dass sie den Wind im Rücken haben. «So sehen wir am meisten. Und die Triebwerke bekommen möglichst wenig Rauch ab», sagt Jauch. Die hohen Temperaturen belasteten zusätzlich. Bei 35 Grad Celsius wechselten sich die beiden Piloten nach sechs Abwürfen jeweils ab. «Die Konzentration muss bei einem solchen Einsatz immer hoch sein», sagt Oberleutnant Jauch. «Das Wasseraufnehmen aus dem Meer ist eine grosse Herausforderung. Über der unruhigen Wasseroberfläche müssen wir sehr präzis fliegen, damit der Kübel gerade eintaucht.» Auch der dichte Schiffsverkehr war bei diesem Einsatz ungewöhnlich, die Bucht von Kotor ist bei Touristen sehr beliebt.
Dankbare Bevölkerung
«Nach der Ankunft in Montenegro wollten wir so schnell wie möglich wieder in die Luft zum Löschen», sagt Clemens Jauch. Den Piloten und Mechanikern sei eine Welle der Sympathie entgegengeschlagen. «Von der angeforderten internationalen Unterstützung gehörten wir zu den ersten in Montenegro», sagt Jauch. Die Motivation für den Einsatz sei sehr gross, auch wenn die Einsatzzeiten lange sind. «Im Kampf gegen die Flammen wollen wir so lange wie möglich etwas bewirken», sagt Oberleutnant Jauch. Da ziehen die vielen Stunden im kochend heissen Cockpit nur so vorüber.






