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stratos | Und was, wenn Putin früher angreift? Europas Verteidigungsfähigkeit im gefährlichen Zeitfenster
Der Beitrag analysiert das gefährliche Übergangszeitfenster – auch Abschreckungslücke (Readiness Gap) genannt, in dem europäische Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit nach Jahrzehnten der Unterinvestition wiederherstellen müssen, während Russland seine militärische Schlagkraft bis etwa 2030 schrittweise rekonstituieren könnte und zusätzlich eine erratische US-Aussenpolitik die Bündnisverpflichtungen der NATO in Frage stellt. Ausgehend von der Erosion der industriellen Basis und der unvollständigen europäischen Fähigkeitsprofile entwickelt der Artikel fünf Handlungsfelder, mit denen Generalstäbe und politische Entscheidungsträger die eigene Handlungsfähigkeit bereits vor Abschluss grosser Beschaffungs- und Strukturvorhaben erhöhen können. Im Zentrum stehen die Stärkung der Personalbasis, eine modernisierte Mobilmachung, verdichtete Verbands- und gesamtstaatliche bzw. internationale Übungen, abgestufte Einsatzplanungen für Szenarien unterhalb und oberhalb von Beistandsklauseln des EU-Vertrags sowie eine beschleunigte Beschaffungspolitik. Ein historischer Rückgriff auf die britische Lage von 1938 verdeutlicht die Risiken einer strategischen Entscheidungsfindung unter Bedingungen unvollständiger Rüstung und unterstreicht die Notwendigkeit, politische Führung und militärische Planung eng zu verzahnen.

stratos | Die Gewissheiten der Europäer sind zusammengebrochen
Jacques Pitteloud äussert sich in einem grossen stratos-Interview u. a.zur Geopolitk, zur sicherheitspolitischen Lage Europas und der Schweiz sowie zum Themenbereich Militärtechnologie und KI. «Von aussen betrachtet, fehlt uns das Bewusstsein, wie brandgefährlich die Welt geworden ist», sagt der Schweizer Botschafter im Königreich Belgien und Chef der Schweizer Mission bei der NATO. Dr. Pitteloud ist Oberstleutnant im Generalstab a. D. der Schweizer Armee.

stratos | Das «Korea-Modell» – eine Lösung für den Ukrainekrieg? - Analogie, Abschreckung und strukturelle Asymmetrie
Historische Analogien entfalten in Phasen politischer Unsicherheit eine besondere Anziehungskraft. Sie versprechen Orientierung, suggerieren Präzedenzfälle und nähren die Hoffnung, komplexe Konflikte liessen sich mit vertrauten Deutungsmustern lösen. Seit Beginn der russischen Grossinvasion wird der Waffenstillstand von 1953 in Korea wiederholt als «Modell» für ein Ende des Krieges in der Ukraine herangezogen – als dauerhafter Waffenstillstand ohne formelle Friedensregelung. Der Beitrag hinterfragt, ob das «koreanische Modell» tatsächlich jene Tragfähigkeit besitzt, die ihm häufig zugeschrieben wird. Er argumentiert, dass die relative Stabilität auf der koreanischen Halbinsel nicht primär aus dem Text des Waffenstillstandsabkommens oder aus der demilitarisierten Zone (DMZ) resultierte, sondern aus einer schrittweise konsolidierten Abschreckungsarchitektur zwischen den USA und der Republik Korea, die weit über das im Juli 1953 unterzeichnete Abkommen hinausging.In dieser Perspektive erweist sich die Analogie weniger als taugliche Vorlage, denn als Ausdruck einer tiefgreifenden strukturellen Asymmetrie. Die Dauerhaftigkeit des koreanischen «eingefrorenen Konflikts» beruhte auf einem dichten Geflecht aus politischem Commitment, militärischer Integration und glaubwürdiger Durchsetzungsfähigkeit.Vergleichbare Voraussetzungen fehlen im ukrainischen Kontext. Die zentrale Lehre aus dem Korea-Fall liegt daher nicht in institutioneller Replikation, sondern in einer nüchternen, zugleich ernüchternden Erkenntnis: Abkommen haben nur dann Bestand, wenn die Kosten einer erneuten Eskalation prohibitiv hoch sind.This article is also available in an English version.
stratos | 2-25
Sammlung aller veröffentlichten Zeitschriften und Artikel
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FR | Le magazine est publié deux fois par an sous forme imprimée. Sur la plateforme numérique, stratos publie régulièrement des articles sous le label "stratos digital". Le magazine est multilingue, ce qui signifie que chaque article est imprimé dans sa langue d'origine.
IT | La rivista viene pubblicata due volte all'anno in forma cartacea, mentre sulla piattaforma digitale, sotto l'etichetta "stratos digital", pubblica articoli in modo continuato. La rivista è multilingue, per cui ogni articolo viene stampato nella lingua originale.
EN | The magazine is published twice a year as a print edition. Articles are also continuously published on the digital platform under the label «stratos digital». The magazine is multilingual, meaning that each article is printed in its original language.


