Stab Kommando Cyber: Training zahlt sich aus
Der Stab Kommando Cyber trainierte vom 27.11.2023 bis zum 01.12.2023 die Führungs- und Lageverfolgungsprozesse während einer multinationalen Cyber-Bedrohung im Rahmen der NATO-Übung «Cyber Coalition 23». Der neu gebildete Stab konnte dabei - zusammen mit den involvierten Partnern - wertvolle Erkenntnisse für kommende Einsätze gewinnen.
Vorfälle im Cyber- und elektromagnetischen Raum machen vor keinen Grenzen halt. Daher müssen Antworten auf Cyber-Bedrohungen auch mit den relevanten nationalen und internationalen Partnern koordiniert werden. Der neu gebildete Stab des Kommando Cyber hat während einer Woche im Rahmen der Übung «Cyber Coalition 23» ein Stabstraining durchgeführt. Dabei ging es primär darum, Stabsprozesse zu trainieren, um komplexe Herausforderungen im Cyber- und elektromagnetischen Raum zu bewältigen.
Koordination und Kooperation
Eine Schwachstelle in einem IKT-System kann schwerwiegende Konsequenzen haben. In einer ersten Phase der Übung ging es darum im Rahmen der Lageerfassung, zu erkennen, welche Systeme der Armee eine Abhängigkeit zu der kompromittierten Hardware haben. Bereits dieser Schritt, das Ausmass einer potentiellen Bedrohung zu erkennen, ist sehr komplex und erfordert eine umfangreiche Koordination und Kooperation. «Die Übungsteilnehmenden erkennen während des Trainings, dass einheitliche Prozesse und die Vernetzung innerhalb der Armee, der Bundesverwaltung sowie bei internationalen Partnern von entscheidender Bedeutung sind. Nur so kann sich die Armee ein Bild von der Lage im Cyber- und elektromagnetischen Raum machen», so der Chef Regie, Oberstlt Stefan Varonier.
Tiefgreifende Konsequenzen
Ereignisse im Cyber- und elektromagnetischen Raum können umfangreiche und tiefgreifende Konsequenzen für die Schweizer Armee haben. Diese Gefahren gehen weit über technische Aspekte hinaus. Wenn beispielsweise, Steuerungssysteme des öffentlichen Verkehrs durch einen Cyber Vorfall gestört werden, hat das Auswirkungen auf die logistische Leistungserbringung der Armee. Genauso multidimensional wie die Auswirkungen müssen somit auch die Antworten des Kommando Cyber auf die Bedrohung sein. Daher muss eine Schwachstelle oder eine Schadsoftware nicht nur auf der technischen Ebene bekämpft werden, sondern hat auch Konsequenzen auf die Führungsfähigkeit, die Logistik, die Bereitschaft der Armee und die Kommunikation.
Spitze des Eisbergs
Eine grosse Herausforderung für den Stab Kommando Cyber ist, in einer unsicheren Lage und unter Zeitdruck aus einer Vielzahl von Informationen die essentiellen Aussagen und Erkenntnisse darzustellen sowie handlungsrelevante Konsequenzen abzuleiten. Von aussen sieht man nur die Spitze des Eisbergs. Der Stab Kommando Cyber musste in der Übung ergründen, wie tief sich dieser Eisberg tatsächlich darstellt. Als zentrales militärisches Führungs- und Planungselement des Kommando Cyber, ermöglicht der Stab Kommando Cyber dem Chef Kommando Cyber die Handlungsfreiheit der Armee im Cyber- und elektromagnetischen Raum zu wahren. Dies in enger Koordination mit dem Kommando Operationen und weiteren Partnern.
Erkenntnisse
Der Stabschef Kommando Cyber, Oberst i Gst Michail Genitsch, zeigt sich zufrieden mit dem Fortschritt: «Der Stab muss wie ein Uhrwerk funktionieren. Um eine solche Lage zu bewältigen, brauchen wir Präzision und Teamwork. Dies innerhalb des Stabes, zusammen mit den eingesetzten Abteilungen und Verbänden aber auch mit weiteren nationalen und internationalen Partnern. Die Übung «Cyber Coalition 23» hat uns als Stab einen wesentlichen Schritt weitergebracht».
Das Kommando Cyber ist innerhalb der Armeestrukturen eine junge und dynamische Organisation welche ihre Leistungserbringungen und Prozesse mithilfe von regelmässigen Trainings schärfen will. Eine Abstimmung der verschiedenen Kompetenzbereiche untereinander, sowie der regelmässige Austausch sind hierbei Schlüsselfaktoren.
Die Erkenntnisse aus der Übung «Cyber Coalition 23» sind für die bevorstehenden Armeeeinsätze besonders wertvoll. Bald wird es im Rahmen von Assistenzdiensteinsätzen der Armee zugunsten des Globalen Flüchtlingsforums in Genf sowie dem WEF in Davos im Einsatz stehen und mit Partnern innerhalb der Armee, des Sicherheitsverbundes Schweiz sowie ausländischen Streitkräften zusammenarbeiten.

