Das Konzept der Spitzensport-Rekrutenschule zielt darauf hin, den Spitzensport optimal mit der militärischen Dienstpflicht zu kombinieren. Mit Hilfe der Spitzensport-RS sollen der sportliche Aufbau, der Schritt zu internationalem Niveau auf Elite-Stufe und der Start einer Profi-Karriere unterstützt werden.
Pro Jahr werden zwei Rekrutenschulen mit jeweils bis zu 70 Spitzensportler/innen durchgeführt.
RS Start 1 (Wintersportler/innen): April-August.
RS Start 2 (Sommersportler/innen): November-März
Die gesamte Spitzensport-RS findet in Magglingen statt. Während diesen 18 Wochen kann von den Infrastrukturen des BASPO profitert werden (Hallen, Kraftraum, Spielfelder, Sauna, etc.) und es stehen Spezialisten für die Leistungsdiagnostik zur Verfügung. Der gesamte medizinische Bereich (Arzt, Physiotherapie, Massage) während der RS wird durch das Swiss Olympic Medical Center in Magglingen abgedeckt.
Aktuelle Spitzensport-RS
Am Montag, 26. Oktober 2026 starten 64 Athletinnen und Athleten ihre Ausbildung in der Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen. Vertreten sind 20 unterschiedliche Sportarten, wobei 15 Frauen und 49 Männer von hervorragenden Trainingsbedingungen und einer spitzensportspezifischen Ausbildung profitieren können.
Die grosse Palette an Sportarten reicht von Badminton bis Wasserspringen. Die grösste Delegation bilden die Leichtathleten mit 12 Athletinnen und Athleten. Unter anderem ist auch Timothé Mumenthaler, der Europameister über die 200m von 2024, einer der angehenden Rekruten. Neben den Laufdisziplinen sind in dieser RS gleich fünf Werferinnen und Werfer mit dabei. Weitere grössere Athletengruppen stellen der Ruderverband (7) u.a. mit Europameisterin Nina Wettstein oder Swiss Aquatics mit sechs Schwimmer/-innen und zwei Wasserspringern. Im Fussball starten fünf Männer. Mit Alvyn Sanches ist ein Spieler der Schweizer A-Nationalmannschaft mit dabei. Der YB-Spieler nutzt die Zeit in Magglingen, um sich vor allem im physischen Bereich weiterzuentwickeln. Unter den fünf Schwingern können die beiden Nordwestschweizer Sinisha Lüscher und Marius Frank von einer top Infrastruktur profitieren, um sich auf die nächste Saison vorzubereiten.
Auch abseits der grösseren Delegationen finden sich einige bekannte Namen im Athletenpool. Tennis-Spieler Dominic Stricker gehört mit seinen 24 Jahren bereits zu den erfahreneren Athleten und absolviert die Spitzensport-RS gemeinsam mit dem 19-jährigen Henry Bernet. Beide rücken nach Ausscheiden an den Swiss Indoors in Basel in Magglingen ein. Weitere Sportarten sind Badminton (4), Beachvolleyball (1), Judo (4), Kanu (2), Karate (2), Kunstturnen (1), Schiessen (2), Springreiten (1), Segeln (2) und Sportklettern (2).
Eigentlich ist die Winter-RS für die Sommersportarten vorgesehen. Doch bei der Spitzensportförderung der Armee steht der Athletenweg immer im Zentrum. So stossen diesen Winter auch einige weitere Athleten zur RS. Darunter Eishockeyspieler Niklas Blessing vom EHC Biel. Nach seinem Kreuzbandriss nutzt er die Spitzensport-RS, um seine Rehabilitation unter den optimalen Betreuungsbedingungen in Magglingen fortzusetzen. Para-Snowboarder Fabrice Aimon von Grünigen rückt ebenfalls in die RS ein, wie auch zwei Curler.
In den ersten 8 Wochen absolvieren die Rekruten die allgemeine Grundausbildung (AGA) und erhalten Inputs zum Thema Career Management. Gleichzeitig bleibt immer genügend Zeit, dem eigenen Training nachzugehen. In den restlichen 10 Wochen können sich die Rekruten dann ganz auf den Sport fokussieren.
Die Selektion der Spitzensport-Rekruten erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem jeweiligen Sportverband, Swiss Olympic, dem Bundesamt für Sport (BASPO) und dem Kommando der Spitzensport-RS (Kdo Spitzensport-RS).
Allgemeine Grundausbildung (AGA) & Career Management - Wochen 1-7
In den ersten drei Wochen werden die Rekruten in militärischen Umgangsformen, Sanitätsdienst und Fahrausbildung geschult. Parallel dazu erhalten sie eine Einführung in das Career Management, inklusive Pflicht- und Wahlmodule zu Themen wie Sponsoring, Social Media, Ernährung, Regeneration, Sportfördersysteme und Anti-Doping. Expertinnen und Experten von Swiss Olympic führen mit allen Rekruten individuelle Career-Support-Gespräche, um individuelle Karrierepläne zu entwickeln.
Die Tagesstruktur teilt sich in militärische Ausbildung und sportartspezifisches Training, das unter der Leitung des vom Verband definierten Trainers stattfindet. Nach Abschluss der Grundausbildung stehen täglich mindestens zwei Trainingseinheiten sowie zusätzliche Ausbildungsblöcke wie Soft Skills, Medien- und Kommunikationsausbildung oder Massageausbildung auf dem Programm.
Fokus Leistungssteigerung - Wochen 8-18
In den Wochen 8 bis 18 können sich die Athletinnen und Athleten ganz auf ihr Training fokussieren. Zudem trainieren sie dort, wo es für sie am optimalsten ist.
Neben optimalen Trainingsbedingungen für die individuelle Leistungssteigerung werden die Sportsoldaten auch finanziell mit besoldeten Diensttagen (inkl. EO-Entschädigung und Militärversicherung) unterstützt.
Commitment für langfristiges Engagement im Spitzensport
Commitment zur Armee
Commitment durch den Verband für den Athleten/die Athletin
Selektion durch das Kompetenzzentrum Sport der Armee in Zusammenarbeit mit Swiss Olympic und den Verbänden
Prozess:
15 Monate vor der RS: Einladung an den Verband, eine Liste mit aus ihrer Sicht geeigneten Athletinnen und Athleten für die entsprechende Spitzensport-RS an Swiss Olympic einzureichen.
14 Monate vor der RS: Eingabe der Liste der in Frage kommenden Athletinnen und Athleten durch den Verband an Swiss Olympic (-> Weiterleitung an die Armee).
13.5 Monate vor der RS: Einladung der Athletinnen und Athleten an die Informationsveranstaltung(en) durch die Armee.
12 Monate vor der RS: 3-4 Informationsveranstaltungen der Spitzensportförderung der Armee in der ganzen Schweiz, grundsätzlich obligatorisch für Athletinnen und Athleten.
Anschliessend: Selektion der Athletinnen und Athleten durch die Verbände im Rahmen eines persönlichen Gespräches mit den Athletinnen und Athleten.
10 Monate vor der RS: Der Verband gibt seine definitve Meldeliste mit allen durch den Verband selektionierten Athletinnen und Athleten bei Swiss Olympic ein.
Anschliessend: Swiss Olympic erstellt die Gesamtübersicht mit den gemeldeten Athletinnen und Athleten aller Sportarten und macht einen Priorisierungsvorschlag unter Berücksichtigung der maximalen Kapazitäten der entsprechenden RS.
9 Monate vor der RS: Swiss Olympic, Verband und Armee legen gemeinsam die definitive Liste der Athletinnen und Athleten für die entsprechende RS fest. Im Ausnahmefall wird Kontakt mit den Athletinnen und Athleten aufgenommen.
8 Monate vor der RS: Kommunikation definitiver Entscheid an die Athletinnen und Athleten durch das Kompetenzzentrum Sport der Armee (cc an den Verband).
Eine weitere Möglichkeit ist die Einteilung als Truppenkoch oder Büroordonnanz. Zur Verstärkung des Dienstbetriebes absolvieren pro Schule je ein Truppenkoch und eine Büroordonnanz den Dienst in der Spitzensport RS.
Neben der Ausbildung und den Alltagsarbeiten haben die Spezialisten/innen die Möglichkeit, täglich ihr sportartspezifisches Training zu absolvieren. Die Trainingszeiten richten sich nach den Bedürfnissen des Dienstes. Folgende Anforderungen werden verlangt:
Sportliche Anforderungen:
Inhaber/in einer Swiss Olympic Card
Mitglied eines nationalen Junioren-Kader / U21, U23 Kader / Elitekader
Bei Mannschaftssportarten: Mitglied Verbandsauswahl / Nationalliga A (in Ausnahmefällen Nationalliga B)
Sportler/in mit nationaler Bedeutung (z. Bsp. Schwingen)
Berufliche Anforderungen eines Truppenkochs:
Koch/Köchin
Bäcker-Konditor/in
Metzger/in
Berufliche Anforderungen einer Büroordonnanz:
Kaufmännische Ausbildung
Ziviler Fahrausweis
Interessierte Athletinnen und Athleten müssen sich ein Jahr vor der Rekrutenschule mit dem Formular «Bewerbung Büroordonnanz / Truppenkoch» über den Verband beim Kompetenzzentrum Sport der Armee anmelden.