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MitteilungVeröffentlicht am 22. Dezember 2023

Schwinger haben in Magglingen mehr Regenerationszeit als zu Hause

Zum zweiten Mal konnten die Schwinger im Spitzensport-WK von der neuen Schwinghalle am Bundesamt für Sport BASPO in Magglingen profitieren. Unter der Leitung von Schwingerkönig Matthias Glarner haben zwischen acht und zehn Schwinger den ersten von vier dreiwöchigen Trainingsblocks in der Schwinghalle und im Kraftraum absolviert.

Die Ostschweizer Damian Ott und Werner Schlegel, Florian Gnägi und Lario Kramer, Reto Thöni, Michael Gwerder, Marcel Bieri, Dominik Roth und Adrian Walther stehen auf der Liste für den ersten WK-Block; die Anzahl Tage variiert von Schwinger zu Schwinger. Dominik Roth, der in der letzten Saison einen Kreuzband-Riss erlitten hatte, konnte noch nicht alles mitmachen. Dafür hatte er die Möglichkeit, im Swiss Olympic Medical Center in der Physiotherapie und im Kraftraum die Pflege in Anspruch zu nehmen.

 

Im Sägemehl ist Glarner der Chef

An diesem Morgen vor der Weihnachts-Pause stattet eine Gruppe von Schwinger-Freunden aus der Zentralschweiz den «Bösen» einen Besuch ab. Sie kamen auf der Führung durch das BASPO-Gelände auch in der Schwinghalle vorbei. Dabei gab ihnen Matthias Glarner, der für das WK-Training militarisiert und vom Eidgenössischen Schwingerverband mandatiert ist, bereitwillig Auskunft zu den Trainings und der Wochenplanung. «Jeder Schwinger kann selber bestimmen, wie er die Trainingsblöcke über den Winter einteilt und wie viele Tage er macht.» Auch die Pläne für das Krafttraining bringen sie von zuhause, von ihrem Krafttrainer mit. «Aber im Sägemehl sage ich, was geht», sagt der Haslitaler bestimmt. An einigen Tagen steht zweimal Schwingen und einmal Kraft auf dem Programm, an anderen zweimal Kraft und einmal Schwingen. Und ganz wichtig ist der Mittwochnachmittag, der für die Regeneration reserviert ist. In Magglingen sind die Haupttätigkeiten Trainieren, Essen und Schlafen, während alle zuhause noch ihrem Beruf nachgehen müssen.

 

Mehr Zeit zur Regeneration

So auch der Hochbauzeichner Adrian Walther, der im vergangenen Winter zusammen mit Werner Schlegel die 18 Wochen dauernde Spitzensport-RS absolviert hatte und jetzt WK-Tage leisten muss. Das müssen bezieht sich nur auf die anrechenbaren Diensttage (maximal 30 pro Jahr), die er im Rahmen der Pflicht-WKs leisten muss. Daneben könnte er wie Athleten von anderen Sportarten auch, noch bis zu 100 freiwillige WK-Tage für das Training nutzen. «Ich komme in diesem Winter viermal zwei Wochen nach Magglingen», sagt Walther der heuer unter anderem beim Saisonauftakt das Bern-Jurassische Fest in Tramelan für sich entschieden hat.

Wegen einer leichten Blessur am Oberkörper stieg er an diesem Tag nicht wie seine Kameraden in die Zwilchhosen, sondern trainierte auf dem Indoor-Velo. «Es ist besser etwas zu schonen, als die Verletzung über Wochen mitzuschleppen», sagte dazu Walther, der neben dem Schwingen einer 60%-Anstellung in einem Architektur-Büro nachgeht. Was sind für den 22-jährigen Zweimeter-Hünen aus Habstetten bei Bolligen die Hauptvorteile dieser Spitzensport-WKs? «Ich kann hier mit starken Gegnern mit hoher Intensität schwingen, Krafttrainings absolvieren und habe ausserdem genügend Zeit zur Regeneration», so der Eidgenosse und Brünig-Sieger von 2022. «Zuhause könnte ich auch zweimal pro Tag in den Krafttraum, aber da würde eben neben der Arbeit die Erholung fehlen», nennt er den Unterschied.

 

Nicht jeder Schwinger kann nach Magglingen

Für die Spitzensport-RS kommen grundsätzlich Athletinnen und Athleten mit dem Potential für internationale Erfolge aus olympischen Sportarten in Frage. Dazu nicht-olympische Sportarten wie unter anderen Orientierungslauf, die international ein hohes Niveau aufweisen. Und drittens Sportarten von nationaler Bedeutung, zu denen das Schwingen gehört. Schwingerkönig Kilian Wenger und der Baselbieter Roger Erb waren 2011 die ersten, die in die Spitzensport-RS einrücken konnten. Danach waren es Schwingerkönig Joel Wicki mit Remo Käser (2016), Fabian Staudenmann und Michael Wiget (2020) und im letzten Winter Adrian Walther und Werner Schlegel, er als erster Vertreter des Nordostschweizer Verbandes.

Seit 2011 werden die Schwinger-WKs durchgeführt, die Schwingern offenstehen, die bestimmte Kriterien erfüllen (u.a. Eidgenössischer Kranz oder Kantonalfestsieg usw.). Für die WK-Planung, das qualitativ hochstehende Training und die Betreuung sorgt Matthias Glarner, der 2020 von den zuständigen Verantwortlichen des Verbandes dafür ausgewählt wurde. In diesem Winter sind total 27 Schwinger WK-berechtigt, aber keiner absolviert die RS.