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Spitalbataillon 66

Tradizione – Ordine – Qualità

«Tradizione – Ordine – Qualità» ist die Devise des Spitalbataillons 66 (Spit Bat 66). Die guten «Traditionen» zu pflegen bedeutet, den Korpsgeist des Bataillons zu fördern. «Ordnung» hilft uns bei der Auftragserfüllung («Ordine») und die «Qualität» bezieht sich auf den technischen sowie zwischenmenschlichen Beitrag jedes einzelnen Militärangehörigen («Qualità»). Dieses Motto gilt es aktiv zu leben, damit das Bataillon erfolgreich sein kann.

Ein Spitalbataillon gliedert sich in einen Bataillonsstab, eine Stabskompanie und zwei Spitalkompanien. Das Spit Bat 66 kann sowohl in der Basissanität als auch im zivilen Gesundheitswesen eingesetzt werden. Das Spit Bat 66 ist eine Milizformation mit hoher Bereitschaft (MmhB), kann armeeeigene hospitale Einrichtungen betreiben oder hospitale Einrichtungen des zivilen Gesundheitswesens verstärken und kann je nach Auftrag einem Verband einsatzunterstellt oder zugewiesen werden.

Das Spitalbataillon 66

 

Das Spit Bat 66 kann folgende Leistungen erbringen:

  • Ein oder mehrere Zivilspitäler modular personell/materiell unterstützen und verstärken.
  • In einem zivilen Spital mit Sonderstatus KSD (koordinierter Sanitätsdienst) Ausbau und Grundpflege (Low Level Care) von bis zu 200 Patienten übernehmen (pro KSD Spital max. 100 Patienten).
  • Ein Militärspital betreiben und bis zu 100 Patienten für die Grundpflege (Low Level Care) übernehmen.
  • Einen improvisierten Standort (limitierte Grundpflege/Aufnahme/Impfzentrum) einrichten und betreiben.
  • Sekundäre, qualifizierte sanitätsdienstliche Transporte durchführen.
  • Ein mobiles Sterilisations- und Desinfektionsmodul betreiben.

Stab

Aufgaben:

  • Im Rahmen der Aktionsplanung das Erstellen von Unterstützungskonzepten, Eventualplanung, Einsatzplan, Folgeplanung und Einsatzbefehl.
  • Im Rahmen der Lageverfolgung die Darstellung und Nachführung eines aktuellen Lagebildes, die Ermittlung des Handlungsbedarfes und die Anordnung allfälliger Steuerungsmassnahmen.
  • Die Sicherstellung der Ausbildung des Bataillons.

Gliederung:

  • Der Stab des Spit Bat 66 ist in fünf Führungsgrundgebiete (FGG 1, 2, 3/5, 4 und 6) unterteilt und wird durch den Stabschef geführt. Der Stabschef ist gleichzeitig auch Stellvertreter des Bataillonskommandanten und erarbeitet zusammen mit dem Stab Produkte, die für den Kommandanten zur Führung des Bataillons entscheidend sind.
  • Der S1 (Adj) ist zuständig für die personellen und administrativen Belange des Bataillons. In dieser Zelle sind auch der Presse- und Informationsoffizier (PIO) sowie der Stabsunteroffizier eingeteilt.
  • Der S2 ist der Nachrichtendienst Offizier und setzt sich permanent mit der Lage auseinander. Er und sein Nachrichtendienst Unteroffizier (ND Uof) analysieren diese fortlaufend und leiten für den Kommandanten wichtige Erkenntnisse über deren Entwicklung und Weiterverfolgung weiter.
  • Der S3/5 ist in Zusammenarbeit mit dem Bataillonsarzt (Chef Med) zuständig für die Beurteilung und den Einsatz der eigenen Mittel und Truppen (Operationen). In dieser Zelle befindet sich der Bereitschaftsoffizier (Ber Of), der Chef Pflege (Chef Pfl), der Offizier Rotkreuzdienst (Spit Of RKD), der Chef Pharmazie (Chef Parm) und der atomar, biologisch, chemische Offizier (ABC Of).
  • Der S4 Nachschub Offizier (Ns Of) ist verantwortlich für die Beurteilung und Sicherstellung der Logistik des Bataillons. In dieser Zelle sind unter anderem auch der Quartiermeister (Qm), der Instandhaltungsoffizier (Ih Of), der Verkehrs- und Transportoffizier (VT Of) sowie der Logistik Unteroffizier (Log Uof) angegliedert.
  • Der S6 ist der Übermittlungsoffizier (Uem Of), welcher verantwortlich ist für die Errichtung und Betreibung der Führungsunterstützungsmittel des Bataillons, Sicherstellung des Nachrichtenverbundes mit dem zivilen Gesundheitswesen und Erstellung des sanitätsnachrichtendienstlichen Lagebildes. Ihm unterstellt ist der Chef Kanzlei (Uof), der die Kanzlei des Bataillonsstabes führt.

Stabskompanie

Die Spitalstabskompanie 66 (Spit Stabskp 66) gliedert sich in zehn unterschiedliche Züge, welche Leistungen zugunsten des ganzen Bataillons erbringen.

Die Spit Stabskp 66 hat folgende Hauptaufträge:

  • Den Bataillonskommandoposten zu errichten, betreiben und sichern.
  • Die logistischen und medizinischen Unterstützungsleistungen des Spitalbataillons sicherzustellen.
  • Die Verbindungen zur vorgesetzten Kommandostelle und innerhalb des Spitalbataillons sicherzustellen.
  • Leistungen zugunsten Dritter erbringen zu können.

Die Kernaufgabe der Spit Stabskp 66 ist die Sicherstellung der Führungsinfrastruktur für den Bataillonskommandanten und den Bataillonsstab. Weiter unterstützt sie die Spitalkompanien in diversen Bereichen, damit sich diese auf ihre Kernkompetenz - die Grundpflege in einer Pflegestation – konzentrieren kann. Für die Erfüllung dieser beiden Aufgaben verfügt die Stabskompanie über Mittel und Kompetenzen in den Bereichen Übermittlung, Nachschub-/Rückschub, Transport, Brandbekämpfung, Verpflegung, Hygiene, Wäscherei, Reinigung, Patientenaufnahme und Administration. Bei genauerer Betrachtung dieses vielfältigen Aufgabenspektrums liegt es auf der Hand, dass eine einwandfreie Koordination zwischen der Stabskompanie als Dienstleistungserbringer und den vielfältigen Leistungsbezüger unerlässlich ist.

Zudem treffen in den Wiederholungskursen Menschen mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen auf sich, die in einem dynamischen Umfeld zusammen funktionieren müssen. Deshalb ist es von grosser Bedeutung, einen starken Zusammenhalt in der Kompanie zu fördern («Tradizione») und die verschiedenen Aufgabenbereiche sauber zu koordinieren («Ordine»), um die erhaltenen Aufträge in höchster Qualität erfüllen zu können («Qualità»).

Spitalkompanien

Die Spitalkompanien 66/1 und 66/2 bestehen aus einem Kommandozug und fünf Pflegezügen. Jeder Pflegezug verfügt über drei Pflegegruppen. Die beiden Spitalkompanien sind dazu befähigt, an einem oder mehreren Standorten die permanente Grundpflege (Low Level Care) von maximal je 100 Patienten sicherzustellen. Dazu betreiben sie je fünf Pflegestation mit je max. 20 Patienten.

Die vier Aufträge der Spitalkompanien sind:

  • Der Betrieb eines improvisierten Standortes (z.B. Bettenstation, Impfstation oder Isolation).
  • Den Betrieb eines (unterirdischen) Militärspitals.
  • Den Betrieb einer geschützten Operationsstelle (GOPS) unterhalb eines zivilen Spitals.
  • Verstärkung einer zivilen Einrichtung mit modularen Elementen (z.B. Spital oder Pflegeheim).

Low Level Care ist der Qualitätsstandart für die Pflege von Patienten in den Sanitätsformationen der Schweizer Armee. Sie beinhaltet die Grund- und allgemeine Behandlungspflege nach den Standards des Zertifikatslevels Pflegehelfer SRK sowie der Zusatzausbildung nach Vorgaben des Pflegedienstes der Armee. Zur allgemeinen Behandlungspflege gehören die Patientenbeobachtung und -überwachung (Vitalzeichen, Schmerzen, etc.) mit deren Konsequenzen (Information, Alarmierung, BLS-AED (lebenserhaltende Sofortmassnahmen – automatischer externer Defibrillator), therapeutische Massnahmen nach Verordnung inklusive einfacher aseptischer Verbandswechsel), die Verabreichung von Injektionen und Infusionen sowie die Durchführung von Blutentnahmen nach Verordnung, die Führung der Pflegedokumentation und das Erstellen des Pflegeberichts.

Abschliessende des Bataillonskommandanten Oberstlt i Gst Emerson Ramoni

«Wir sind uns unserer Verpflichtung gegenüber dem Gesundheitssystem und der Bevölkerung unseres Heimatlandes bewusst. Wir trainieren jedes Jahr im WK, dass wir für Ernstfälle wie beispielsweise im Jahr 2020 beim Ausbruch des Coronavirus einsatzbereit sind. Im Einsatz «CORONA20» konnten wir zeigen, dass das Schweizer Gesundheitssystem auf uns zählen kann, wenn es uns braucht. Es erfüllt mich mit Stolz, dass das Spit Bat 66 bei Bedarf die zivilen Gesundheitseinrichtungen und somit die Schweizer Bevölkerung mit Pflegeleistungen und logistischen Aufgaben unterstützen kann.»