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Ein halbes Jahrhundert Waffenplatz Drognens

Der Waffenplatz Drognens bei Romont wird 50 Jahre alt. Heute ist er die Heimat der Verkehrs- und Transportschule 47. Am Anfang der langen Geschichte stand im Jahre 1972 aber eine Radfahrer-Rekrutenschule. Der Blick zurück zeigt, dass in Drognens über die Jahrzehnte die verschiedensten Funktionen ausgebildet worden sind.

29.07.2022 | Stiftung HAM, Stefan Schaerer / Kommunikation Verteidigung David Marquis

Motorräder auf einem Übungsplatz.
Der Waffenplatz Drognens hat schon viele Truppengattungen gesehen, heute beherbergt er eine Verkehrs- und Transportschule. ©VBS/DDPS, Urs Keller, Belp/Verkehrs- und Transportschule 47

Das Jahr 1972 assoziieren viele mit Bernhard Russis Abfahrts-Gold in Sapporo. Ein halbes Jahr später fand – von der Öffentlichkeit etwas weniger beachtet – die Eröffnungsfeier der Kaserne Drognens bei Romont im Kanton Freiburg statt. Für die Region war dieser Anlass aber durchaus von Bedeutung und auch Bundesrat Rudolf Gnägi, Vorsteher des damaligen Eidgenössischen Militärdepartements (EMD) und Namensgeber des legendären olivgrünen Rollkragenpullovers, war bei der Einweihung zugegen.

Am Anfang standen die Radfahrer

Das Projekt geht auf den 26. November 1959 zurück. Damals beschloss der Grosse Rat des Kantons Freiburg das «Institut St-Nicolas» zu verkaufen, welches zuvor eine Privatschule beherbergt hatte. Am 19. Januar 1962 unterzeichnete die Eidgenossenschaft den Kaufvertrag, womit der Weg für den neuen Waffenplatz Drognens frei war. In den folgenden Jahren wurde weiteres Land, auch jenes für den Schiessplatz Montagne de Lussy, erworben. Baubeginn war im Oktober 1968, am 3. Januar 1972 startete der Betrieb in Drognens mit der Unteroffiziers-Schule der Rekrutenschule der leichten Truppen (L Trp RS 20) unter der Leitung von Oberst im Generalstab Gino Gersbach.

Drognens war vorerst die Heimat der Radfahrertruppen, welche zuvor in Winterthur ausgebildet worden waren. Ab 1974 wurden in einer zweiten Rekrutenschule, der L Trp RS 19-219, mehrere Jahre Motorradfahrer, Motorfahrer und Funker ausgebildet. Zu Beginn der 1980er-Jahre kam die Panzerabwehrausbildung der mechanisierten und leichten Truppen sowie der Infanterie dazu. Nur kurz wurde noch an der Panzerabwehrkanone ausgebildet, dann wurde die Panzerabwehrlenkwaffe (PAL) eingeführt. An beiden Schulen – sowohl bei den Radfahrern, neu nun die Rdf RS 26/226, als auch bei der Panzerabwehr (Pzaw RS 17/217) – wurde an dieser Waffe bis Mitte der 1990er-Jahre ausgebildet.

Neuorientierung zur Jahrtausendwende

Mit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 setzte das geopolitische Tauwetter ein. Dies wirkte sich auch auf die Schweizer Armee aus, die Armeereform 95 löste die Armee 61 ab und hinterliess auf dem Waffenplatz Drognens deutliche Spuren. So wurden 1994 die letzten Rekrutenschulen der Pzaw RS 17/217 wie auch der Rdf RS 26/226 durchgeführt. Die leichten Truppen blieben aber mit der neu L Trp RS 24/224 genannten Schule in Drognens. Dort wurden nebst den Radfahrern Nachrichtensoldaten, Funker, Motorradfahrer, Motorfahrer, Minenwerfer, PAL-Soldaten, Telefonsoldat und Büroordonanzen ausgebildet. Für die Infanterie dagegen war die Ära Drognens definitiv vorbei. Diese Schule wurde durch die Spital Rekrutenschule 68/268 abgelöst.

Mit der Armee XXI fielen auch die Radfahrer weg und die Spital-Truppen wurden nicht mehr in Drognens ausgebildet. Seit 2004 ist der Waffenplatz die Heimat der Verkehrs- und Transportschule 47. Im Gegensatz zu den Jahren 1994 bis 2001, welche viele Wechsel und Umstrukturierungen brachten, ist die VT S 47 seither eine Konstante in Drognens. Mit dem Ausbau der Kaserne erhält der Waffenplatz eine bedeutende Aufwertung. Ende August steht nun der nächste Meilenstein bevor: Mit einer dreitägigen Feier (siehe Kasten) wird der 50. Geburtstag des Waffenplatzes gefeiert.

Feier am letzten Augustwochenende

Zwischen Freitag, 26. August, und Sonntag, 28. August 2022, öffnet der Waffenplatz Drognens seine Tore für die Öffentlichkeit. An der kostenlosen Veranstaltung für die ganze Familie werden mehr als 40 Aussteller, sowie die Militärmusik zugegen sein. Vorführungen verschiedener Truppen geben einen Einblick in die aktuelle Ausrüstung und die Aufträge der Armee. Detaillierte Informationen zur Veranstaltung sind unter www.armee.ch/dro50 zu finden.

www.armee.ch/dro50

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