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Internationale Rettungsteams übten den Ernstfall

Ein schweres Erdbeben hat grosse Teile im Grossraum Luzern verwüstet. Tausende wurden getötet oder sind verwundet. Mit diesem Szenario sahen sich dreizehn Managements der Rettungsteams aus der ganzen Welt bei der Erdbebensimulationsübung COUNTDOWN auf dem Führungssimulator in Kriens vom 20. bis 23. Juni konfrontiert. Geleitet wurde die Übung von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee.

23.06.2022 | Kommunikation Verteidigung, Rosmarie Brunner

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Die Erdbebensimulationsübung COUNT-DOWN 22 ermöglichte den internationalen Rettungsteams die Arbeit unter realistischen Bedingungen.

Internationale Rettungsteams sind innert Stunden einsatzfähig, um weltweit bei Katastrophen Einsätze leisten zu können. Ihr wichtigstes Ziel: So viele Menschenleben wie möglich retten. Damit dies gelingt, ist ein reibungsloser Ablauf innerhalb, aber auch zwischen den verschiedenen Teams von höchster Bedeutung. Die Teams arbeiten deshalb nach standardisierten Abläufen und Prozessen, welche den Austausch untereinander ermöglichen und vereinfachen. In regelmässigen Katastrophenübungen trainieren sie die Zusammenarbeit. Damit tragen sie den Anforderungen der United Nations International Search and Rescue Advisory Group (UN INSARAG) Rechnung, welche für eine entsprechende Zertifizierung solche periodisch stattfindenden Trainings zur Bedingung machen.

Nach 2011, 2013, 2015 und 2018 wurde auf dem Führungssimulator in Kriens zum fünften Mal eine internationale Erdbebensimulationsübung durchgeführt. Die Übungsleitung sowie die Managements der Teams stammten aus Armenien, Australien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Israel, Italien, Katar, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Spanien, der Türkei und den USA.
Auf dem Führungssimulator der Generalstabsschule war ein fiktives Szenario aufgebaut worden: Ein verheerendes Erdbeben mit Epizentrum in Luzern hatte den Grossraum Luzern verwüstet, mit Auswirkungen auf grosse Teile der Schweiz. Die verschiedenen Teams sowie die aus internationalen Spezialisten bestehende Übungsleitung trainierten während dem vier Tage dauernden Einsatz vor allem die virtuelle Planungsarbeit. Die Koordination und Kooperation mit lokalen, kantonalen und nationalen Behörden bildete einen weiteren Schwerpunkt. Zum Übungsinhalt gehörten auch die bei internationalen Grosseinsätzen notwendigen Managementprozesse von der Alarmierung bis zur Demobilisierung.

In verschiedenen Workshops arbeiteten die Mitglieder der Rettungsteams operativ und konnten beispielsweise mit Hilfe von Virtual Reality die Rettung und Informationsbeschaffung in einem von Erdbeben heimgesuchten Gebiet üben.

Botschafter Manuel Bessler, Delegierter für humanitäre Hilfe und Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe, betonte die gute Zusammenarbeit mit der Schweizer Armee. Dies stelle keine Selbstverständlichkeit dar und habe sich in der Vergangenheit immer wieder bewährt, so bei den Löscheinsätzen der Armee in Griechenland im vergangenen Jahr. Die Simulationsübung COUNTDOWN 22 biete den Teilnehmenden eine wertvolle Gelegenheit, sich auszutauschen und das Netzwerk zu pflegen. Wer miteinander trainiere und sich gut kenne, so Bessler, arbeite auch im Ernstfall gut zusammen.

 


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