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Mit Detektivarbeit zum Sieg

Vom 21. – 22. März 2017 haben in Aarberg die Schweizer Berufsmeisterschaften der Landtechnikberufe stattgefunden. Philipp Stäuble, ehemaliger Lernender im Armeelogistikcenter Othmarsingen, kämpfte sich mit Konzentration und Detektivarbeit auf das Podest. Im Interview erzählt er von dieser Erfahrung.

22.03.2017 | Claudia Hauswirth, Kommunikation Verteidigung

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Die Wettbewerbsteilnehmer mussten im Bildungszentrum Aarberg in vier Themenbereichen gegeneinander antreten: Getriebe, Hydraulik, Motoren und Elektrotechnik. Während zwei Tagen kämpften sich die Teilnehmenden durch einen vorgegebenen Parcours mit mehreren Aufgaben. Eine Einladung zum Wettkampf erhielten nur die besten Absolventen der Lehrabschlussprüfung der Landmaschinen-, Baumaschinen- und Motorgerätemechaniker. So auch Philipp Stäuble, Motorgerätemechaniker und ehemaliger Lernender des Armeelogistikcenters Othmarsingen. Er trat gegen 16  Mitstreiter an, um den Titel «Schweizermeister der Landtechnikberufe 2017» zu erringen. In einem Interview erzählt Philipp Stäuble kurz vor der Rangverkündigung von seiner Meisterschaftserfahrung und wie es dazu gekommen ist. 

Wie ist Dein Fazit nach zwei Wettkampftagen?
«Das Bauchgefühl ist gut! Viel ist gut gegangen, es gab jedoch auch Posten, an welchen ich sehr gefordert war und mir die Zeit davonlief. Aber die Posten müssen anspruchsvoll sein, es nehmen ja die Besten teil.»

Wie hast Du dich auf diese Meisterschaften vorbereitet?
«Ich habe mich nicht wirklich vorbereitet, bis am Freitag war ich noch im Militär. Das Prüfungsgebiet ist jedoch auch riesig. Man weiss nie, welche Gebiete dann schlussendlich abgefragt werden. Wichtig ist daher, dass man schon in der Lehre aufpasst und sich das nötige Können dort aneignet.»

Warst Du vor und während dem Wettbewerb nervös?
«Am Montag war ich noch überhaupt nicht nervös, am Dienstag wurde ich dann kribbelig. Auch weil mir der erste Posten am Dienstag nicht sehr gut lief. Der zweite Posten ging besser, dadurch legte sich meine Nervosität wieder. Am Mittwoch war sie ganz weg.»

Wie war der Ablauf des Wettkampfes ― wie lange hattest Du Zeit?
«Es gab acht Posten über zwei Tage verteilt. Pro Posten gab es zwei Aufgaben, für welche man je 50 Minuten Zeit hatte. Nach dem Durchlesen der Aufgabenstellung konnte man bei Unklarheiten noch Fragen stellen ― danach lief die Zeit.»

Ist die Zeitdauer für die Aufgaben ähnlich wie auch im normalen Berufsalltag?
 «Im realen Berufsalltag hat man manchmal schon Zeitvorgaben. Bei der Fehlersuche fängt man jedoch einfach an und sucht solange weiter, bis man die  Maschine reparieren kann.»

Wie Detektivarbeit?
«Ja, die Ermittlung nach dem Fehler ist Detektivarbeit. Es gefällt mir, wenn man suchen und überlegen muss.»

Hast Du ein «Rezept» für das Vorgehen bei der Fehlersuche?
«Ich gehe nach dem Ausschlussverfahren vor. Am Anfang könnte der Fehler an der ganzen Maschine liegen. Dann schaut man, was es nicht sein kann und schliesst dies durch Testen aus. Es bringt nichts, wenn man die ganze Maschine zerlegt und dann nichts findet.»

Du hast deine Ausbildung bei der LBA im Armeelogistikcenter Othmarsingen gemacht. Half Dir diese Ausbildung, um jetzt hier an der Meisterschaft zu glänzen?
«Die Ausbildung deckte ein grosses Gebiet ab. Ich kam dadurch mit vielen verschiedenen Maschinen in Berührung. Ein grosser Teil waren Rasenmäher, Motormäher und Kettensägen, selten sogar Boote. Die Boote gehörten zwar nicht zum Berufsbild, ich konnte jedoch trotzdem auch helfen und  bei Probefahrten mit auf den See.»

Hast Du denn bei der Suche nach einer Lehrstelle schon genau gewusst, dass Du Motorgerätemechaniker werden willst?
«Ursprünglich wollte ich Landmaschinenmechaniker werden. Durch Zufall erfuhr ich von der Lehrstelle als Motorgerätemechaniker im Armeelogistikcenter Othmarsingen. Ich konnte schnuppern und schauen, was für Geräte sie haben. Die Leute nahmen sich Zeit für mich und das hat mir wirklich gefallen.»

 

Die Zeit bis zur Rangverkündigung überbrückten die 16 Teilnehmer mit einem Rahmenprogramm. Dann war es soweit: die Resultate und der Sieger der Schweizer Berufsmeisterschaften der Landtechnikberufe wurden verkündet. Gewinner ist: Philipp Stäuble!