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Erste Frau im Schlagzeugregister

14.03.2017 | Christine Hartmann, Komp Zen Mil Musik

Feierliche Übergabe der Musiktrommel im ALC Othmarsingen
Feierliche Übergabe der Musiktrommel im ALC Othmarsingen

Mitte März 2017 rückte Jana Schneider mit zwei weiteren Frauen und 75 Männern in die Militärmusik-Rekrutenschule 16-1/2017 ein. An sich sind Frauen in der Militärmusik ein gewohntes Bild, aber Jana Schneider rückt als erste Schlagzeugerin in der Geschichte der Schweizer Militärmusik ein. Wie es dazu kam und was ihre Träume sind, erzählte sie dem Dynamik/que.

Jana Schneider stammt aus einer musikalischen Familie, die im beschaulichen Dorf Reigoldswil BL wohnt. Es liegt auf der Hand, dass sie schon als kleines Mädchen musikalisch gefördert wurde. «Aus dem Nichts heraus sagte ich irgendwann, dass ich Schlagzeug spielen möchte», erzählt die junge Baselbieterin, die schon mit sechs Jahren Bambusflöte spielte. Mit elf beginnt sie im kombinierten Unterricht Schlagzeug und Xylophon zu lernen. Bereits einige Jahre später spielt sie mit sechs Freunden in der Xylophonband «Runaway». Projektbezogen üben sie für ihre Auftritte und begeistern mit fetzigen Stücken das Publikum. Jana Schneider spielt nicht nur in dieser Band, sondern auch im Musikverein Reigoldswil und ist eine gefragte Zuzügerin in verschiedenen Vereinen. «Mir gefällt das Spielen in den Musikvereinen sehr gut. Insbesondere, da ich zwischen der Perkussion und den Platteninstrumenten switchen kann», erzählt die gelernte Landschaftsgärtnerin. 

Solide Vorbereitung 

Für die Fachprüfung der Militärmusik arbeitete die junge Musikerin intensiv mit ihrem Musiklehrer zusammen. «Mein Lehrer, Marc Rebetez, hat mich grossartig unterstützt. Da ich zu Hause nur ein Vibraphon und eine kleine Trommel zum Üben habe, konnte ich die Kesselpauken des Musiklehrers verwenden, um mich möglichst gut vorzubereiten.» Als Selbstwahlstücke wählte Jana Werke für Vibraphon, Kesselpauken und Snaredrum. Bei den Blattlesestücken konnte sie zwischen den verschiedenen Platten- und Fellinstrumenten wählen und entschied sich für Xylophon und Snaredrum. «Ich war schon etwas nervös. Aber als ich aufs Kasernengelände kam, beruhigten sich meine Nerven und ich konnte für die Prüfung das Geübte abrufen.» 

Nach der Fachprüfung, die sie im Herbst 2016 absolviert hat, stand Mitte Januar die Rekrutierung auf dem Programm. Mit Ausdauertraining und «seckle» hat sich die junge Frau auf die zweitägige Rekrutierung vorbereitet. In Sumiswald wurde sie anhand von verschiedenen medizinischen und sportlichen Untersuchungen «auf Herz und Nieren» geprüft und für militärdiensttauglich befunden. So stand der Militärmusikrekrutenschule nichts mehr im Weg.

Top Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten 

Auf die Frage, warum sie denn die Rekrutenschule bei der Militärmusik machen möchte, musste sie nicht lange überlegen. «Ich sehe die RS als gute Lebenserfahrung. Wir erhalten eine top Ausbildung mit einem guten Mix an Theorie und Praxis.» Jana hat schon länger mit dem Gedanken gespielt, die Militärmusik-RS zu besuchen. «Irgendwie hat es sich dann ergeben. Meine Musikkollegen haben sich riesig gefreut! Ich bin seit langem die Erste, die aus unserem Verein die Aufnahmeprüfung geschafft hat», erzählt sie strahlend. 

Dass die Musik in Janas Leben eine grosse Rolle spielt, zeigen auch ihre Zukunftspläne. «Die Musik ist meine grosse Leidenschaft. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich nach der RS als Zweitausbildung das Musikstudium beginnen werde. Oder vielleicht auch die Polizeiausbildung», erzählt sie. Auch hat sie auf dem Anmeldeformular für die Fachprüfung bei «Ich bin interessiert, eine Kaderausbildung zu absolvieren» das Kreuzchen gesetzt. In einigen Wochen wird sich zeigen, ob die Militärmusik nicht nur die erste Schlagzeugerin, sondern auch die erste schlagzeugspielende Kaderanwärterin in ihren Reihen begrüssen kann.