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Keine Brücke, aber viel Stacheldraht

Mehrere hundert Armeeangehörige verstreut im gesamten Kanton Graubünden. Ein Tessiner Kommandant und zwei ad hoc aufgebotene Elektriker. Die Genietruppen der Sap Kp 9/2 sind gefordert.

10.01.2020 | CUMINAIVEL | ab/ni

Hauptmann Mohammed Nasr Eddine

 

Taktische Übungen absolvieren und mobile Brücken bauen. Das steht normalerweise auf dem Programm eines Wiederholungskurses der Genietruppen. Für ihren Einsatz am WEF gibt es aber eine Programmänderung. Denn von den sonst üblichen Aufgaben fällt am WEF einiges weg. Das Hauptmerkmal liegt vor allem bei einer Tätigkeit: «Wir bauen die Tergitter mit Stacheldraht auf», sagt Mohamed Nasr Eddine. Er ist Kommandant der Sap Kp 9/2. Seine Sappeure seien sich diese kraftraubende Arbeit gewohnt. Viele von ihnen würden auch im Zivilen in einer handwerklichen Branche arbeiten.

«Die Fahrer von Spezialtransportern sind selten»

Die Personalplanung für den Einsatz am WEF sei anspruchsvoll und er habe zusätzliche AdA aus anderen Einheiten aufbieten müssen, sagt Mohamed Nasr Eddine. «Um alle Aufgaben zeitgerecht erledigen zu können, brauchte ich zwei zusätzliche Elektriker. Sie habe ich von einem Infanteriebataillon ausgeliehen». Aus anderen Einheiten seien zudem ausgebildete Fahrer für speziell schwere Motorfahrzeuge aufgeboten worden, so der Hptm. Seine Sap Kp 9/2 sei für den Einsatz am WEF so zusammengesetzt, dass für alle Arbeiten die richtigen Leute vorhanden sind. Komme hinzu, dass rund 86 Prozent seiner AdA, die jetzt im Einsatz sind, einander kennen und schon miteinander Dienst geleistet haben.

«Der Wecker klingelt um fünf Uhr – eine Stunde später ist Apell - dann geh es los»

Die Arbeit der Sappeure ist kein Zuckerschlecken. «Der Wecker klingelt noch früher als in der Rekrutenschule», sagt Kommandant Mohamed Nasr Eddine. «Um fünf Uhr ist Tagwache, eine Stunde später Apell und dann geht es los». Einige der AdA würden aber auf dem Weg nach Davos nochmals in ihren Träumen versinken. Denn der Weg von der Unterkunft bis in die höchstgelegenste Stadt Europas dauert rund eineinhalb Stunden.

Neben den Standorten im Raum Davos gibt es weitere militärische Objekte, die gesichert werden müssen. Auch für diese sind die Sappeure zuständig. Sie lernen während ihres Dienstes also auch noch die Geografie des Kantons Graubünden kennen.

Eine fast dreisprachige Kompanie

Der in Brugg (AG) lebende Tessiner Mohamed Nasr Eddine kommuniziert in seiner Sap Kp 9/2 in drei Sprachen. «Wir sind hauptsächlich eine zweisprachige Kompanie. Es gibt aber noch zwei AdA aus der Westschweiz, die bei uns einen Gast-WK machen.» Mit ihnen würde er selbstverständlich französisch sprechen, so der Tessiner. Ansonsten wird in der Kompanie italienisch und deutsch gesprochen. Die AdA würden sich sehr bemühen, auf beide Sprachen miteinander zu kommunizieren. Das funktioniere bestens.