print preview Zurück zur Übersicht Logistikbasis der Armee

Einwandfreies Schutzmaterial für das zivile Gesundheitswesen

Die Armeeapotheke hat in der Pandemie im Auftrag des Bundes grosse Mengen an medizinischen Schutzgütern für das Gesundheitswesen beschafft, eingelagert und weiter verteilt. Ein Teil wird für die subsidiäre Versorgung bevorratet. Masken und Desinfektionsmittel, deren Ablaufdatum näher kommt, werden nun vergünstigt an zivile Institutionen veräussert und gratis an gemeinnützige Organisationen abgegeben.

23.02.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Die Versorgung des zivilen Gesundheitswesens mit Sanitätsmaterial im Frühling 2020 wäre ohne die Armee nicht möglich gewesen. © VBS/DDPS, Alexander Kühni

Etwas über 300 Millionen Schutzmasken hat die Armeeapotheke im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) im Frühling 2020 unter schwierigsten Marktbedingungen infolge der Covid-19-Pandemie beschafft, um Versorgungslücken zu verhindern. Davon wurden rund 80 Millionen Stück zeitnah an die Kantone und das zivile Gesundheitsweisen ausgeliefert. Zum Glück wurden bisher weniger medizinische Güter gebraucht als befürchtet. Im Auftrag des BAG bevorratet die Armeeapotheke weiterhin Material im Umfang von 40 Tagesverbräuchen für die subsidiäre Versorgung des zivilen Gesundheitswesens bei möglichen weiteren Krankheitswellen, unter anderem 130 Millionen Hygienemasken. Einige der eingelagerten Güter erreichen im Jahr 2021 und 2022 jedoch das Verfalldatum.

Steuergelder nicht einfach verbrennen

Die Armeeapotheke will das Schutzmaterial, das demnächst verfällt, insbesondere Hygienemasken und Desinfektionsmittel, stark vergünstigt an Kantone, Gemeinden und Gesundheitsinstitutionen verkaufen und an gemeinnützige Organisationen verschenken, erklärt der Chef Armeeapotheke Daniel Aeschbach. «Die Vernichtung von einwandfreien Masken, nur, weil deren Verfalldatum abgelaufen ist, werden wir wenn immer möglich vermeiden», so die Vorgabe des Chef Logistikbasis der Armee, Divisionär Thomas Kaiser. Die Güter dürfen jedoch nur für den Eigengebrauch erworben werden. Ein Weiterverkauf ist nicht erlaubt. Gemäss den Vorgaben der Covid-Verordnung hat die Armeeapotheke folglich eine Direktvermarkung lanciert und die Partner über das Angebot informiert.

Parallel dazu lässt die Armeeapotheke zudem abklären, ob eine Lagerung von Masken bei optimalen Bedingungen und regelmässigen Qualitätstests auch über das Verfallsdatum hinaus möglich ist.

Ökonomisch und weitsichtig

Mit der stark vergünstigten Veräusserung von demnächst verfallendem Schutzmaterial an zivile Partner und der kostenlose Abgabe an Hilfsorganisationen unterstützt die Armee Gemeinden, Kantone und das Gesundheitswesen. Mit der aktuell laufenden Reduktion des Vorrats in ihren Lagerhallen ermöglicht die Armeeapotheke zudem eine ökonomische Bewirtschaftung des Sanitätsmaterials und hält dennoch genügend Reserven für den Bedarfsfall bereit.

Auftrag unter schwierigen Bedingungen erfüllt

Als die erste Pandemie-Welle Anfang 2020 auf die Schweiz zurollte, mangelte es dem zivilen Gesundheitswesen an vielen Medizinalgütern. Die Reserven waren klein, die Nachfrage und die Konkurrenz auf dem Weltmarkt gross. Insbesondere fehlten Hygienemasken. Die Preise explodierten. Der Bundesrat betraute die Armeeapotheke am 20. März 2020 mangels Alternativen mit der Beschaffung von wichtigen medizinischen Gütern. Unter diesen schwierigen Umständen beschaffte die Armee in kurzer Zeit über 300 Millionen Schutzmasken verschiedener Typen. Die interne Revision VBS prüft aktuell, ob der bezahlte Preis der Schutzmasken marktgerecht war, ihre Qualität den gängigen Standards entsprach und ob die mit den Lieferanten vereinbarten Konditionen eingehalten wurden.

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