print preview Zurück zur Übersicht Logistikbasis der Armee

Militärflugplätze als Wirtschaftsmotoren

Auf den Militärflugplätzen Payerne VD, Emmen LU und Meiringen BE hat das VBS insgesamt über 1200 Vollzeitstellen. In den kommenden Jahren sollen über 490 Millionen Franken in die Standorte investiert werden. Wie insbesondere das Beispiel Payerne zeigt, schaffen Flugplätze positive wirtschaftliche Nebeneffekte für die gesamte Region und generieren Arbeitsplätze.

15.09.2020 | Kommunikation VBS, Marco Zwahlen; Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

F/A-18 in Hangar bei der Wartung
(Foto: VBS/DDPS, Ueli Liechti)

Militärflugplätze sind wichtige Arbeitgeber in der Region. Umso mehr interessiert insbesondere in den Standortregionen der volkswirtschaftliche Nutzen. Und dieser lässt sich an den generierten Vollzeitstellen, an den externen Effekten und am zukünftigen Investitionsvolumen messen.

Arbeitsplatzgarant

Um den Flugdienst und den reibungslosen Betrieb ihrer fünf Flugplätze zu gewährleisten, benötigt die Schweizer Luftwaffe eine grosse Zahl an hochqualifiziertem Personal. Von Flugzeugmechanikern über Piloten bis hin zu Fluglotsen bieten Militärflugplätze viele abwechslungsreiche Jobs in einem hochtechnologischen Bereich. Für Flugbetrieb und Wartungsarbeiten an Flugzeugen und Systemen bietet der Flugplatz in Payerne zum Beispiel rund 230 Arbeitsplätze. Die Anzahl VBS-Arbeitsplätze an der Broye belief sich im Januar 2020 total auf 630 Vollzeitäquivalente, davon 40 Lehrstellen. Der Aufbau und die Umsetzung des 24-Stunden-Luftpolizeidientes hat in den letzten vier Jahren rund 100 Vollzeitstellen geschaffen.

Im Vergleich dazu belief sich in Emmen die Anzahl Arbeitsplätze im Januar 2020 auf 440 Vollzeitäquivalente, davon 10 Lehrstellen. Die Zahl der VBS-Arbeitsplätze am Standort Flugplatz Meiringen belief sich im Januar 2020 auf rund 196 Vollzeitäquivalente, davon 25 Lehrstellen.

Hinzu kommen weitere rund 750 Vollzeitstellen bei den Standorten der RUAG MRO Holding AG in Emmen, Alpnach und Stans, welche in direktem Zusammenhang mit der Luftwaffe stehen. An den drei Standorten werden rund hundert Lernende ausgebildet.

Positive Effekte auf Partner und Region

Eine Vielzahl von Partnerorganisationen, die für den reibungslosen Ablauf des Flugdienstes notwendig sind, sind beispielsweise auf dem Flugplatz Payerne vertreten. So ist die Logistikbasis der Armee für den Betrieb und die Instandhaltung der Infrastruktur verantwortlich, während die Führungsunterstützungsbasis das Telekommunikationsnetz und die Navigationssysteme sicherstellt. Die Flugverkehrsleitung wird durch Skyguide gewahrt. Für die Sicherheit auf dem Militärflugplatz ist die Militärpolizei verantwortlich.

An den jeweiligen Standorten werden zudem Leistungen von externen Partnern bezogen. Hierbei geht es zum Beispiel um Zulieferer diverser Hilfs- und Verbrauchsmaterialen oder von Mobiliar, Unterhaltsarbeiten an Gebäuden, Kantinenverpflegung, Wartung von Firmenfahrzeugen, Umgebungsarbeiten, Leistungen von Reinigungsinstituten und Wäschereien, von Transportunternehmen oder von Hotellerie und Gastronomie. Die Wirtschaft in der Region profitiert so jährlich von einigen Millionen Franken.

Nicht nur dank der Arbeitsplätze, sondern auch dank ihrer Öffnung für zivile Geschäftsflüge im Jahr 2013 stellt der Flugplatz Payerne einen unbestreitbaren Vorteil für die Region dar. Eine von der Communauté régionale de la Broye (Coreb) entwickelte und von Swiss Aeropole SA verwaltete Zone zielt darauf ab, Unternehmen anzuziehen und Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der Luftfahrt zu schaffen. Der Flugplatzkommandant, Oberst im Generalstab Michael Leuthold, ist erfreut über diese Entwicklung: «Zusätzlich zu den durch die Aktivitäten des Militärflugplatzes direkt oder indirekt geschaffenen Arbeitsplätze bringt der politische Entscheid, den Flugplatz für die Geschäftsluftfahrt zu öffnen und ein Entwicklungszentrum für Luft- und Raumfahrt in Payerne zu errichten, der Region neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Diese beiden Faktoren tragen zum guten Zusammenleben zwischen der Armee und der Bevölkerung bei.»

Zukünftige Investitionen

In den Jahren 2020 bis 2029 sollen über 490 Millionen Franken in die Luftwaffenstandorte Payerne, Emmen und Meiringen investiert werden.

  • Payerne: In den Jahren 2015 bis 2019 wurden bedeutende Investitionen in Immobilien auf dem Militärflugplatz und auf dem Waffenplatz getätigt, die sich auf insgesamt 160 Millionen Franken belaufen. In den Jahren 2020–2029 werden weitere 344 Millionen investiert.
  • Emmen: In den Jahren 2015 bis 2019 sind rund 103 Millionen Franken investiert worden. In den Jahren 2020–2029 sind weitere Investitionen im Umfang von 76 Millionen Franken geplant.
  • Meiringen: Für Instandhaltung und Neubauten sind in den Jahren 2015 bis 2019 rund 28 Millionen Franken investiert worden. In den Jahren 2020–2029 sind weitere Investitionen im Umfang von 70 Millionen Franken geplant.

Bei der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge werden infolge anfallender Investitionen und fortlaufender Unterhaltsarbeiten in den kommenden Jahrzehnten mehrere tausend hochqualifizierte Arbeitsplätze gesichert.

Militärflugplätze als wirtschaftliche Motoren schaffen Arbeitsplätze und positive volkswirtschaftliche Effekte für ihre Partner und sind aktiv an der wirtschaftlichen Vitalität und Prosperität der Region beteiligt.

Payerne, das Nervenzentrum der Luftwaffe

Payerne spielt in mehr als einer Hinsicht eine Schlüsselrolle beim Schutz des schweizerischen Luftraums. Die Hälfte der F/A-18-Einsätze werden ab Payerne geflogen. Dort befindet sich auch der Hauptstandort des Luftpolizeidienstes 24 (LP24) mit zwei bewaffneten und einsatzbereiten Kampfjets. Zurzeit stellen die beiden F/A-18 die Einsatzbereitschaft von 6 bis 22 Uhr während 365 Tagen im Jahr sicher. Ab 2021 wird der LP24 die vollständige Einsatzbereitschaft rund um die Uhr erlangt haben. Diese Verlängerung hat sich positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt, da sie die Schaffung von rund hundert zusätzlichen Arbeitsplätzen erforderlich machte.

Vollzeitstellen_und_Lernende_VBS

Fotos