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Ein Einstieg für den Nachwuchs der Sanitätstruppen

Unter rigorosen Schutzmassnahmen fand im Juli das Ausbildungslager AULA des Militärsanitätsverbandes statt. Rund 280 Jugendliche und junge Erwachsene nahmen daran teil. Für die Rettungs-, Spital- und Sanitätstruppen ist das Lager ein attraktiver Einstieg für zukünftige Angehörige.

10.08.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Oberleutnant Estelle Schwager zeigt in der französischsprachigen Klasse das korrekte Anlegen eines Verbandes. (Fotos: VBS/DDPS, Fahrettin Calislar)

Das AULA vermittelt Wissen von Grundlagen der Nothilfe bis zur höchsten Stufe der Laienrettung. In diesem Jahr nahmen 285 Jugendliche daran teil. Kaum waren die landesweiten Corona-Schutzmassnahmen gelockert, nahmen die Anmeldungen zu, erinnert sich Lagerleiter Jack Bähler. «Und immer wieder hörten wir: Ich will Sanitätssoldat werden, so kann ich der Bevölkerung dienen.»

Einmaleins der ersten Hilfe

Im AULA erhalten die Teilnehmenden Unterricht im Helfen. Die Ältesten lernen, Infusionen zu legen. Später erhalten sie eine Einführung in Auftrag und Aufbau der Schweizer Armee und widmen sich der Führung und Einsatzleitung einer militärischen Sanitätshilfsstelle.

Kursleiterin Sina Walther lehrt den etwas jüngeren Teilnehmenden den Umgang mit infektiösen Covid-19 Patienten. Dazu gehört auch das korrekte Anziehen von Schutzkleidern. Danach steht für Walther und ihre Klasse die Übung Lago Bianco auf dem Programm. Sie biwakieren auf einer Alp.

Positive Rückmeldungen

Die Teilnehmenden erhalten eine anerkannte Zertifizierung. Diese hilft ihnen, wenn sie etwa für den Führerausweis einen Nothelferkurs vorweisen müssen, im Gesundheitswesen Fuss zu fassen oder in der Schweizer Armee Sanitätssoldat zu werden. «Wir motivieren sie für den Dienst in den Sanitätstruppen», so Stabsadjutant Alexander Pfändler. «Und wir ermutigen sie, in der Armee eine Kaderlaufbahn anzustreben.» Wie für ihn steht das AULA für viele junge Frauen und Männer am Anfang einer militärischen Karriere.

Ihre Bemühungen tragen Früchte, bestätigt Eiko Streit, stellvertretender Jugendkoordinator SMSV. «Das Interesse ist gross. Gerade, weil die Coronakrise gezeigt hat, dass sie bei Bedarf einen Echteinsatz zugunsten der Bevölkerung leisten können.»

Grosses Interesse

Unter den Leitern sind viele Armeeangehörige, die sich ausserdienstlich engagieren. Sanitäts-Oberleutnant Estelle Schwager etwa war kürzlich noch mit dem Spitalbataillon 2 im Corona-Einsatz, jetzt unterrichtet sie im AULA junge Erwachsene. Es sei ein anderes Ausbilden als in einer Rekrutenschule, sagt sie. «Im militärischen Rahmen muss alles sehr strukturiert sein. Hier lernen die Jungen spielerisch. Sie kommen, weil sie es wollen, weil sie Lust haben.»

Es zeigt sich also: Die Rettungs-, Spital- und Sanitätstruppen haben mit dem AULA einen attraktiven und seit Jahren erfolgreichen Einstieg für zukünftige Angehörige zur Verfügung.

Fotos

AULA

AULA: Die Tür in die Welt des Sanitätswesens

Unterricht im Sanitätswesen in einem kameradschaftlichen Umfeld und ein Einstieg in den militärischen Alltag – das ist das Ausbildungs- und Ferienlager (AULA) des Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verbandes SMSV. Es verbindet eine vordienstliche Tätigkeit in der Armee mit der humanitären Tradition des Schweizerischen Roten Kreuzes, der beiden Hauptpartner des Lagers. Es vermittelt Wissen von Grundlagen der Nothilfe bis zur höchsten Stufe der Laienrettung. Das Ziel ist es, den Teilnehmenden den beruflichen Werdegang im Gesundheitswesen nahezubringen, sie zu motivieren für den Militärdienst in den Spital-, Sanitäts- und Rettungstruppen oder beim Rotkreuzdienst. 285 Jugendliche zwischen 13 und 22 Jahren nahmen dieses Jahr teil, auf zwei Wochen aufgeteilt – vier von sechs Klassen in der ersten, die Jüngeren in der zweiten, kürzeren Woche. Das Leiterteam umfasst gegen hundert Helfer: Berufsleute, ehemalige Teilnehmende und Armeangehörige.

Schutzkonzept

Ein rigoroses Schutzkonzept

Den Kern der Coronaschutzmassnahmen am AULA bilden eine Anpassung der Ausbildungssequenzen – etwa Herzmassage statt Mund-zu-Mund-Beatmung – und eine rigoros durchgezogene Maskenpflicht. Hinzu kommen regelmässige Fieberkontrollen, Handschuhe in der Ausbildung, gekennzeichnete Fahrzeuge bei Verschiebungen, um einen zu engen Kontakt zu vermeiden sowie ein klarer Plan in einem Verdachtsfall – unter anderem mit einem eigens für Quarantäne reservierten Stockwerk. Schliesslich wird die Durchmischung der Klassen an allen Standorten vermieden.

Lagerleiter Jack Bähler betont: Wichtig sei, trotz Schutzkonzept die Ausbildung ohne Abstriche zu gewährleisten. Eigentlich habe das Leiterteam dafür nur die strengen Sicherheitskonzepte der Vorjahre angepasst und nichts Neues erfunden. «Wir setzen nur um, was wir in den letzten Jahren gelehrt und eingeführt haben. Das hat uns die Arbeit vereinfacht.» Es sei zwar zu Beginn ungewohnt gewesen, ständig eine Schutzmaske zu tragen. «Und heute ziehen sie nur noch aus, wenn wir essen oder ins Bett gehen. Das ist unser Alltag, unsere neue Normalität. Ich war erstaunt, zu sehen, dass das auch die Teilnehmer so leben.»

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