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Armeematerial für die humanitäre Hilfe: «eine Win-Win-Lösung»

Die Schweizer Armee spendet regelmässig Material an humanitäre Hilfsorganisationen. Dabei handelt es sich um ausser Dienst gestelltes Material, das liquidiert würde. Eine gute Lösung für alle.

09.01.2020 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

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Im Oktober 2019 spendete die Schweizer Armee im Rahmen der humanitären Hilfe 500 Betten und Matratzen zur Unterstützung Griechenlands bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Betten, Kleider, Schlafsäcke, Fahrzeuge oder auch Operationstische: So vielfältig ist das Material, das die Armee regelmässig humanitären Hilfsorganisationen spendet. Es handelt sich um Material, das ausser Dienst gestellt wurde und liquidiert würde. Stattdessen überlässt es die Armee Dritten für nationale und internationale Projekte. Jüngstes Beispiel sind 500 Betten aus Militärspitälern, die im Rahmen eines von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) geleiteten humanitären Einsatzes in die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln transportiert wurden.

Gewisse Bedingungen müssen erfüllt sein

Die Armee erhält im Schnitt pro Monat ein bis zwei Anfragen für Materialspenden von wohltätigen Organisationen. Die ersuchenden Institutionen werden überprüft, um zu verhindern, dass Material in die falschen Hände gelangt. Sobald das Generalsekretariat VBS grünes Licht gibt, bereitet die Logistikbasis der Armee (LBA) die Materialabgabe vor. Waffen, elektronische Geräte und Informatikmaterial werden nicht gespendet, ebenso wenig schweizerische Hoheitszeichen und Uniformen, um Missbrauch zu vermeiden.

Von der Schweiz auf die Salomonen

Das gespendete Material erhält ein zweites Leben an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. 2018 wurden beispielsweise 40 Betten und verschiedenes Spitalmaterial auf die Salomonen im Pazifik geschickt. Doch die Spenden gehen nicht nur ins Ausland. «Vor einigen Jahren fragte uns eine Ordensfrau aus Zürich wegen Schlafsäcken für Obdachlose an», erinnert sich Henrik Projer, Mitarbeiter in der Einsatzzentrale der LBA.

2019 kamen neun Organisationen in den Genuss von Materialspenden. Unter anderem der Verein Planet-Vision, der in Togo augenärztliche Leistungen für Kinder erbringt. Die Organisation durfte zwei Mercedes-Sprinter-Kastenwagen in Empfang nehmen, die sie zurzeit in Optikwerkstätten umbaut. «Mit diesen Fahrzeugen werden wir zu den Schulen fahren und vor Ort ärztliche Untersuchungen durchführen. So werden wir sehr viel mehr Kinder diagnostizieren und mit einer Brille versorgen können. Der Schweizer Armee sei Dank!», erklärt Dr. André Walser, der Präsident des Vereins.

Auch der Verein Rock&Pearl konnte bereits profitieren. Die Organisation setzt sich dafür ein, den Alltag von Kindern in der Demokratischen Republik Kongo zu verbessern. Sie hat dieses Jahr Textilien und Küchenmaterial erhalten. «Es ist nicht das erste Mal, dass wir Armeematerial erhalten. Die Zusammenarbeit mit der Armee war immer ausgezeichnet und sehr hilfreich», freut sich Präsidentin Margret Kurz.

Eine Win-Win-Lösung

Die Armee kann durch Aussortieren von überzähligem Material wertvollen Platz in ihren Logistikcentern einsparen. Die wohltätigen Organisationen profitieren von guterhaltenem Material, das sie für benachteiligte Menschen einsetzen können. «Eine Win-Win-Lösung», so das Fazit von Henrik Projer.

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