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«Salut à tous!»

Zwei Monate arbeiten auf der anderen Seite der Sprachgrenze: Der Lernende Nils Ackermann hat seinen Arbeitsplatz im Armeelogistikcenter Hinwil (ZH) diesen Sommer mit einem in Grolley (FR) getauscht. Armeeinterne Sprachaustausche dieser Art sind aus Sicht aller Beteiligten ein Gewinn.

29.10.2019 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Der Lernende Nils Ackermann vom Armeelogistikcenter Hinwil hat zwei Monate im ALC Grolley verbracht. (Fotos: VBS/DDPS)

Ganz fremd war die Romandie Nils Ackermann nicht. Der heute 18-Jährige hatte im Kanton Freiburg schon ein zehntes Schuljahr absolviert. Also war der Schritt zu einem erneuten Aufenthalt in der Romandie kein grosser. Seine Eltern hätten ihn auf die Möglichkeit eines Austauschs über die Sprachgrenze angesprochen, erinnert sich Ackermann. «Aber Druck gemacht haben sie nicht.» Vielmehr habe er selbst den Austausch zusammen mit den Verantwortlichen der beiden Armeelogistikcenter von Hinwil und Grolley eingefädelt. Den August und September 2019 verbrachte der angehende Kaufmann im zweiten seiner total drei Lehrjahre dann im ALC Grolley. Ein Jahr zuvor hatte ein auszubildender Elektroniker der Aussenstelle Romont (FR) des ALC Grolley einen Sprachaufenthalt in Hinwil absolviert.

Gerade mit der Erfahrung des ersten Austauschs sei er ohne Erwartungen nach Grolley gegangen. Das habe ihm die Integration vereinfacht. Er sei immer offen für Neues, für Entdeckungen und neue Erfahrungen. Er habe keine Probleme, sich in ein neues Team einzufügen. Sein Fazit ist deshalb positiv: «Ich bin zufrieden. Ich wurde gut aufgenommen und habe viele neue Leute kennen gelernt.» Besonders gefreut habe es ihn, dass man ihn seinen Job machen liess. Bei Bedarf erhielt er natürlich Begleitung und Unterstützung, sagt er, auch durfte er einmal mit einem Kollegen eine Materialabgabe – eine WEMA – mitmachen.

Vom Auftragseingang bis zur Rückgabe

Im Gegensatz zu seiner Tätigkeit in Hinwil, wo er erst im dritten Jahr in dieser Abteilung tätig sein wird, arbeitete Ackermann in Grolley in der Auftragssteuerung; jener Abteilung also, in dem es um die Führung von defekten Fahrzeugen durch den ganzen Prozess der Instandhaltung geht: vom Eingang über die Reparatur – auch bei externen Garagen – bis hin zur Rückgabe an die Truppe. Bis zum Ende seines zweiten Lehrjahres beschäftigt sich Ackermann nun in Hinwil mit den Finanzen sowie dem Nach- und Rückschub.

«Es war megacool», sagt Ackermann im Rückblick begeistert. «Ich habe hier viel gelernt, habe mir viele Notizen gemacht und hoffe, dass ich das Gelernte in Hinwil einsetzen kann.» Er würde einen Austausch dieser Art weiterempfehlen, so Ackermann. «Aber du musst zu hundert Prozent davon überzeugt sein. Du kennst am neuen Ort niemanden. Das kann eine lange, anstrengende Zeit werden.» Deshalb brauche es Durchhaltevermögen. Und natürlich freue er sich auch wieder, zurück in Hinwil, von seinen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten. «Ich nehme schöne Erinnerungen mit von hier. Und ich schaue sicher mal wieder vorbei und sage ‹Hallo!›.» Oder wohl eher «Salut à tous!»

Fotos

Grolley

Zufriedene Mitarbeitende in Grolley

Véronique Zapf-Galli, die in der Abteilung in Grolley ein wachsames Auge auf ihn hatte, würdigt das Engagement und die guten Sprachkenntnisse von Nils Ackermann: «Zuerst haben wir versucht, einfacher mit ihm zu sprechen. Doch wir merkten bald, dass das gar nicht nötig war.» Das habe natürlich auch seine Integration vereinfacht. Seine Kollegen konnten Ackermann schon bald ohne grosse Erklärungen mit verantwortungsvollen Aufträgen betrauen. Diese habe er eigenständig und gut ausgeführt. «Er war uns eine grosse Hilfe.» Ab und an mussten sie einfach seine Texte gegenlesen, sagt Zapf lächelnd. Darum ist auch ihre Bilanz positiv: «Es war aus unserer Sicht ein bereichernder Austausch.»

Auch Christophe Küng, der für die Lernenden im ALC Grolley zuständig ist, ist froh über Ackermanns Stage: «Für uns ist es der erste Sprachaustausch dieser Art», stellt er klar. Ackermann habe mit seinem Schritt über die Sprachgrenze Mut bewiesen. Für das ALC-G seien Austauschprogramme immer ein Gewinn, seien sie intern oder extern. Die Teilnehmenden lernten neue Abläufe, neue Personen und neue Aufgaben kennen. Der Idealfall sei ein Austausch im Kreuz, es sei aber schwierig, dafür im selben Moment zwei Freiwillige aus dem gleichen Bereich zu finden. «Wir hoffen allerdings, dass wir hier bald wieder einen Austauschlernenden begrüssen dürfen.»