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Ohne Schneepflug keine Flugsicherheit

Im Winter reichen wenige Zentimeter Schnee aus, den Strassenverkehr lahmzulegen. Und den Flugbetrieb der Schweizer Armee! Denn die Kampfflugzeuge können auf schneebedeckten Pisten nicht starten. Deshalb verfügt jeder Militärflugplatz über einen Pikettdienst, der dafür sorgt, dass die Start- und Landebahnen stets schneefrei sind und Flugzeugeinsätze statt-finden können. Eine Arbeit im Hintergrund, deren Bedeutung im Hinblick auf die länger werdenden Dienstzeiten der Luftpolizei ständig zunimmt.

08.02.2019 | Kommunikation Verteidigung, Anthony Favre

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Bei starken Schneefällen ist das Räumen der fast drei Kilometer langen Hauptstartbahn eine Daueraufgabe.

Christian Schouwey, stellvertretender Chef Schneeräumung auf dem Militärflugplatz Payerne, beobachtet anhand seines Smartphones das Wetter genau. An diesem Morgen Anfang Januar fiel Schnee im Flachland und bedeckt nun den Flugplatz mit einer weissen Decke. Zum ersten Mal in diesem Winter. Heute leistet Christian Schouwey Pikettdienst und hat die Aufgabe, die Hauptlandebahn so schnell wie möglich vom Schnee zu befreien. Glücklicherweise sind es nur wenige Zentimeter, die schwarzgeräumt werden müssen. Auch hat sich die Wetterlage im Verlauf des Vormittags normalisiert. Trotzdem muss jede Schneeschicht auf dem Areal, sei sie noch so dünn, schnell entfernt werden, um Frostgefahr zu vermeiden.

Wie auf allen Militärflugplätzen in der Schweiz betreiben und warten die Mitarbeitenden der Logistikbasis der Armee (LBA) die Infrastruktur sowie die Start- und Landebahnen. In Payerne sind zehn Personen, aufgeteilt in zwei Pikettdienste, für die Schneeräumung einsatzbereit. Sobald es schneit, unterbrechen sie ihre regulären Arbeiten und beginnen mit der Räumung der Start- und Landebahnen sowie der Rollfelder. Eine Situation, die auf dem Militärflugplatz in der Broye pro Winter durchschnittlich etwa fünfzehnmal auftritt. Die zehn zur Verfügung stehenden Schneeräumer sind in Anbetracht der über 60 Hektaren grossen Fläche, welche die Hauptlandebahn und die Rollfelder vor den Flugzeughangars einnehmen, kein Luxus. Zudem ist es eine Arbeit, die je nach Niederschlagsmenge schnell mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. «Man kann nicht nur die Mitte der Start- und Landebahn räumen. Auch die Ränder müssen sorgfältig vom Schnee befreit werden,» erklärt Christian Schouwey, «damit die Lichter der Start- und Landebahn für die Piloten sichtbar sind», und erinnert sich, «dass wir am 1. März 2018 von 3 Uhr morgens bis 17 Uhr abends ununterbrochen Schnee räumen mussten. Es war beeindruckend: Kaum waren wir fertig, mussten wir wieder von vorne anfangen.»

Eine wachsende Herausforderung

Mit der Verlängerung der Dienstzeiten des Luftpolizeidienstes 24 (LP24) wird die Arbeit der LBA-Mitarbeitenden immer wichtiger. Denn seit dem 1. Januar 2019 müssen die beiden bewaffneten F/A-18, die den Luftpolizeidienst am Schweizer Himmel gewährleisten, zwischen 6 und 22 Uhr jederzeit starten können. Das bedeutet für das LBA-Team, bereits um 2 Uhr bereitszustehen, um eine saubere Start- und Landebahn ab 6 Uhr für die Jets sicherzustellen.

Bis Ende 2020 soll schliesslich eine Luftbereitschaft rund um die Uhr eingerichtet sein. Das Team von Christian Schouwey ist trotz der zunehmenden Starts und Landungen nicht sonderlich besorgt, denn sie seien auch schon heute nicht weit von der 24-Stunden-Bereitschaft entfernt. «Vielleicht werden wir mehr Personal einstellen müssen», meint er mit einem Lächeln.

Damit die Militärpiloten in Payerne jederzeit aufsteigen und ihre Dienste erfüllen können, benötigen sie die tatkräftige Unterstützung ihrer Kollegen am Boden. Denn Flugsicherheit beginnt mit sauberen Start- und Landebahnen.