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Kampf im künstlichen Dorf

In der näheren Umgebung des WEF finden auch klassische Übungs-WKs statt. Das Infanteriebataillon 97 probte in der modernen Häuserkampf-Anlage bei Walenstadt den Ernstfall.

27.01.2020 | CUMINAIVEL | rb

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Es knallt und raucht, wenn die Infanteristen zwischen den Gebäuden hindurch rennen. Die Gegenseite ist im Dorf eingeschlossen worden und verschanzt sich nun irgendwo. In vier Gruppen aufgeteilt nähern sich die Truppen schrittweise. Schon bald darauf stürmen sie das Haus, aus dem sie zuvor beschossen wurden.

Die Häuserkampfübung des Infanteristenzugs der Inf Kp 97/3 ist zwar nur eine Simulation, doch hat sie einen äusserst realitätsnahen Charakter. Dank moderner Elektronik wird auf Sensoren, die an der Ausrüstung der kämpfenden Soldaten angebracht sind, gezielt. Auf einem Display in der Brusttasche erkennt der Infanterist jederzeit, wo und wie stark er getroffen wurde. Erklingt ein pfeifendes Signal, wäre der Soldat im Ernstfall verletzt oder gar tot. 

«Der Eigenschutz ist nur eines von vielen Zielen der Übung», sagt Hauptmann Sebastian Düblin, Übungsleiter und Kommandant der Inf Kp 97/3. Genauso wichtig zu überprüfen sei das korrekte Verschieben, die Kameradenhilfe, die Gefechtstechnik und die Kommunikation. «Die Gruppenführer müssen dem Zugführer alle relevanten Informationen aus den Gebäuden mitteilen, damit er die weiteren Schritte planen und befehlen kann», sagt Hptm Düblin. Um den Überblick zu behalten, zeichnet der Zugführer Standorte und Truppenstärke auf seiner Führungskarte nach.

Alles wird gefilmt

Die Gebäude haben zwar Namen wie«Bäckerei» oder «Bank», auch Strassennamen gibt es, doch auch sie sind Teil des simulierten Dorfes. Denn sämtliche Handlungen, jeder Schritt und jeder Schuss, von Soldat bis Zugführer werden von Kameras und Sensoren in- und ausserhalb der Gebäude aufgezeichnet und anschliessend in der Übungskritik besprochen und analysiert.

«Diese Daten sind sehr wichtig, denn sie bilden die Grundlage dafür, wo wir unser Schwergewicht bilden müssen in der Ausbildung», sagt Hptm Düblin. Allerdings verhindere die unkonstante Truppenzusammensetzung über die Jahre hinweg, besonders auf Soldatenstufe, eine noch kompaniespezifischere Ausbildung, gibt der Kp Kdt zu bedenken. «Immerhin ist die Moral der Soldaten dieses Jahr hervorragend», lobt Hptm Düblin seine Kompanie.