Eurocopter AS532UL Cougar Mk 1

Mit dem Rüstungsprogramm 1998 wurden weitere zwölf mittelschwere Transporthelikopter (TH 98) beschafft. Da es sich bei diesen Helikoptern um eine neue Version des Super Puma handelt, erhielten sie den Namen «Cougar».

Eurocopter AS532UL Cougar Mk1
Gruppe
Luftfahrzeuge
Klasse
Helikopter
Einsatzort
Luft

Hersteller: Eurocopter, Marignane, France (seit 01.01.2014 Airbus Helicopters)
Endmontage: 10 Cougar bei RUAG Aerospace (2 Cougar direkt von Eurocopter)
Baujahre: 1998 (Eurocopter), 2000 bis 2002 (bei RUAG Aerospace)
Verwendungszweck: Transport, Rettung, Katastrophenhilfe
Besatzung: 1 Pilot und 1 Copilot (und/oder 1 Flight Engineer)
Transportkapazität / Nutzlast: 18 Passagiere oder max. 4 t Zuladung oder Aussenlast
Im Einsatz seit: 2001
Anzahl beschaffter Helikopter: 12
Anzahl Helikopter noch im Einsatz: : 10 (Bestand im Februar 2018)

Registrationen: T-331 bis T-342

1986 bestellte die Schweizer Luftwaffe bei der französischen Firma Aérospatiale (später Eurocopter, heute Airbus Helicopters) drei Helikopter vom Typ AS332 Super Puma. Kaum war die erste Maschine im Sommer 1987 ausgeliefert, wurde die Schweiz von schwersten Unwettern heimgesucht. Bei erfolgreichen Hilfseinsätzen erwies sich der Super Puma als wirkungsvolles Transportmittel. So wurden 1989 weitere 12 Super Puma bestellt. Dieser weltweit eingesetzte Transporthelikopter bewährte sich bei den verschiedensten Truppeneinsätzen und wurde auch bei friedenserhaltenden und friedensfördernden Aktionen zum unentbehrlichen Gerät. Die Super Puma werden bei der Schweizer Armee auch mit Transporthelikopter 89 (TH 89) bezeichnet.

Mit dem Rüstungsprogramm 1998 wurde für 320 Millionen Franken die Beschaffung weiterer zwölf mittelschwerer Transporthelikopter 98 (TH 98) vorgeschlagen und bewilligt. Da es sich bei diesen Helikopern um eine neue Generation hinsichtlich Ausrüstung handelt und um Missverständnissen vorzubeugen, erhielten diese neuen Maschinen den Namen «Cougar». Dieser Typ ist mit einem modernen «Glass-Cockpit» ausgerüstet. 

 

Die ersten beiden Cougar treffen ein

Die ersten beiden Cougar (TH 98) wurden direkt von der Firma Eurocopter in Marignane bei Marseille fertig angeliefert. Am 16.02.2001 traf der erste Cougar mit der Kennung T-333, pilotiert von Gruppe Rüstung-Chefpilot Rolf Beglinger und Testpilot Ruedi Engeler, nach einem 2 1/2-stündigen Flug vom Herstellerwerk in Frankreich bei der SF in Emmen ein.

Die T-333 ist die einzige in einer dreifarbigen Tarnung bemalte Einheit in der Super-Puma/Cougar-Flotte (siehe Bildgalerie).

Die restlichen zehn Helikopter wurden ab dem 17.01.2000 durch die damalige SF Schweizerische Unternehmung für Flugzeuge und Systeme in Emmen endmontiert. Der letzte Cougar aus der nun als RUAG Aviation bekannten Unternehmung  (T-342) hat seinen Erstflug am 14.05.2002 absolviert.

 

Übergabe an die Luftwaffe

Der erste von zwölf TH-98-Transporthelikoptern Eurocopter AS532UL Cougar Mk1 ist am 2. Mai 2001 in Belp der Luftwaffe übergeben worden. Am 27.09.2002 übergab der damalige Rüstungschef Dr. Alfred Markwalder die komplette Flotte von 12 Cougar in Alpnach formell dem ehemaligen Luftwaffenchef KKdt Hansruedi Fehrlin (2000-2005). Damit verfügt die Luftwaffe seit diesem Datum über eine wesentlich erhöhte Transportkapazität.

 

Cougar - die «High-Tech-Raubkatze»

Der Cougar - der amerikanische «Berglöwe» - ist mit einem modernen «Glass-Cockpit» ausgerüstet. Jahrzehntelang dominierten meist runde Anzeigeinstrumente mit ihren nervösen Zeigern die Flugzeugcockpits. In der Luftwaffe hat nach der F/A-18 Hornet jetzt auch im Cougar die modernste Elektronik Einzug gehalten, was sich in verschiedenen Bildschirmen äussert, auf denen von Computern generierte, klar erkennbare Symbole und Zeichen flimmerfrei und in optimaler Farbqualität dargestellt werden. Im Artikel «Komplex und zuverlässig» aus der «Luftwaffenzeitung» N° 22 vom Juni 2001, den Sie weiter unten auf dieser Seite als PDF finden, werden Ihnen unter anderem die vielen technischen Neuigkeiten detailliert vorgestellt.

Ein Cougar (T-331) erhielt neben einer Klimaanlage auch einen besseren Schallschutz und komfortablere Sitze. Diese direkt von Eurocopter gelieferte Maschine wird deshalb auch als «Confort» bezeichnet und eignet sich besonders gut zum Transport von VIPs.

 

Werterhaltung - Unterzeichnung Prototypvertrag TH98 WE

Am 16. Dezember 2014 hat der stellvertretende Rüstungschef, Martin Sonderegger, zusammen mit dem CEO der RUAG Division Aviation, Philipp M. Berner, den Vertrag für den Prototyp der Werterhaltung des Transporthelikopters Cougar (TH98) im Umfang von rund 55 Mio. CHF unterzeichnet.

 

Mit der Armeebotschaft 2018 beantragte der Bundesrat am 14.02.2018 den notwendigen Werterhalt der Cougar-Flotte. Während die Super Puma in den Jahren 2010 bis 2014 einem umfassenden Werterhaltungsprogramm (Upgrade) unterzogen wurden, sollen auch die 20-jährigen Cougar modernisiert werden. Das ermöglicht eine Nutzung bis mindestens ins Jahr 2030. Werden die beiden Transporthelikopter einander angeglichen, was im Rahmen des beantragten Werterhalts des Cougar vorgesehen ist, lassen sich auch die Einsatzverfahren und die Ausbildung vereinfachen und die betrieblichen Abläufe optimieren.

 

Die Testphase mit dem Werterhalt bereits unterzogenen Prototyp wird voraussichtlich im Herbst 2018 abgeschlossen. Die Werterhaltungsarbeiten an den weiteren Helikoptern sollen im Frühling 2019 in Angriff genommen werden und 2023 abgeschlossen sein.

 

Der VIP-Cougar «Confort» T-331, der hauptsächlich für Transportaufgaben ab dem Flughafen Bern-Belp eingesetzt wird und mit einer speziellen Kabineneinrichtung ausgerüstet ist (Verkleidung, Bestuhlung, Klimaanlage), wird aus Kostengründen nicht werterhalten.

 

Verluste

Am 30.03.2011 stürzte die Maschine mit der Kennung T-341 im Maderanertal (UR) ab. An Bord des Helikopters befanden sich drei Besatzungsmitglieder – zwei Piloten und ein Loadmaster.

Am 28.09.2016 verunglückte der Cougar T-338 im Rahmen einer Inspektion der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Gotthardgebiet unweit des Gotthard-Hospizes.

Technische Daten   
Reisegeschwindigkeit: ca. 250 km/h
Max. Geschwindigkeit: ca. 275 - 300 km/h
Max. Steigleistung: 8 m/s
Max. Einsatzhöhe: ca. 4100 m/M (ohne Nutzlast bis ca. 7000 m/M)
Max. Flugdauer: ca. 4 Stunden mit internem Brennstoff
Vertikale Steigrate: max. 7 - 15 m/s, je nach Masse und Geschwindigkeit
Schwebehöhe max. ca. 1650 m ohne Bodeneffekt, 2800 m mit Bodeneffekt (bei 9000 kg Startmasse)
Reichweite / Einsatzdistanz: ca. 800 km
Durch den Einbau von Zusatztanks kann die Reichweite verdoppelt werden. Dies geht allerdings auf Kosten der Transportkapazität und des Volumens
Bauart: Leichtgepanzertes Cockpit, stahlrohrverstärkte Gerüstekonstruktion, Verschalung in Leichtmetall- und Gemischtbauweise
Länge über Rotor: 18.7 m (Rotorblatt nach vorn)
Länge: 16.29 m
Höhe über Heckrotor: 4.92 m
Breite: 3.79 m (Rotor gefaltet)
Massen (Gewichte): Leermasse: ca. 5200 kg
  Max. Startmasse (MTOM): 9000 kg
  Normale Startmasse: 8600 kg
Interne Zuladung: max. 3000 kg oder 18 ausgerüstete Soldaten
Externe Zuladung am Haken: ca. 3500 - 4000 kg
Brennstoffkapazität: max. 2000 l
Triebwerke: 2 Turboméca Makila 1A1
  Typ: Turbo-Triebwerk mit ca. 2400 kW
  Max. Dauerleistung: 2 x ca. 1200 kW
  Max. Startleistung: 2 x ca. 1400 kW
Hauptrotor: 4 Blatt, Durchmesser 15.58 m
Heckrotor: 5 Blatt, Durchmesser 3.05 m
Ausrüstung: Blindflugausrüstung, Skis, Sanitätsbahren, Lastenschloss, Rettungswinde, Kabelschere
  Rettungswinde: max. 270 kg bei ca. 75 m Seillänge

Faktenblatt