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Die Schweizer Armee hat Alpbetriebe erfolgreich mit Wasser versorgt

Die Schweizer Armee hat die militärische Katastrophenhilfe zugunsten mehrerer Kantone mit Wassertransporten zu Alpbetrieben beendet. Die Luftwaffe hat mit Super-Puma-Helikoptern total 585 Tonnen Wasser geflogen. Das Kommando Operationen beurteilt den Assistenzdienst und die Zusammenarbeit mit den zivilen Partnern als Erfolg.

07.09.2022 | Kommunikation Verteidigung, Roland Studer

Die Wassertransporte der Schweizer Luftwaffe dienten dazu, auf 23 Alpen in den Kantonen Freiburg, Bern und Obwalden die Betriebe und deren Tieren zu versorgen.©VBS/DDPS, Rolf Dammer

Die Schweizer Armee hat den Einsatz mit Wassertransporten zugunsten der Kantone Freiburg, Bern und Obwalden, der am 26. Juli 2022 begonnen hatte, am 31. August 2022 erfolgreich beendet. Die drei Kantone hatten die Armee im Rahmen der militärischen Katastrophenhilfe zur Prävention und Bewältigung existenzieller Gefahren um Unterstützung ersucht, weil ihre eigenen Mittel aus Zivilschutz sowie zivilen Anbietern und Dienstleistern die Lage nicht mehr bewältigen konnten.

585 000 Liter Wasser in 110 Flugstunden

Während des Einsatzes hat die Luftwaffe mit bis zu drei Super-Puma-Helikoptern inklusive Crew in 110 Flugstunden rund 585 000 Liter Wasser zu 24 Alpbetrieben transportiert, die über Landwege bloss ungenügend versorgt werden konnten – die meisten davon im Kanton Freiburg. Dieses Wasser diente dazu, die privaten Betriebe und deren Nutztieren zu versorgen. Grund für die benötigte Unterstützung der Kantone waren die fehlenden Niederschlägen dieses Sommers. Sie hatten vielerorts zu massiver Trockenheit und akuter Wasserknappheit geführt.

Frühe Alpabzüge und Mehrkosten verhindert

Der Freiburger Staatsrat Didier Castella weiss den Einsatz der Armee in seinem Kanton sehr zu schätzen. «Dank ihres Einsatzes konnten wir einen frühen Alpabzug und erhebliche Mehrkosten für die Betriebe verhindern», sagt der Direktor der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft. Die Hitzewelle dieses Sommers habe «einige Alpen in sehr heikle Situationen gebracht», weil Wasser die unverzichtbare Ressource für die Arbeit der Landwirte und das Wohlbefinden der Herde sei. «Ich möchte der Armee für ihren gesamten Einsatz danken, der in einem Geist der guten Zusammenarbeit stattgefunden hat», bilanziert Didier Castella.

Gewinnbringender Trainingseffekt

Auch die Luftwaffe ist mit dem Hilfseinsatz zufrieden. «Zum einen war dieser wertvoll, weil wir die zivilen Behörden rasch und effektiv unterstützten konnten», sagt die Einsatzleitung rückblickend. Für die Zusammenarbeit mit den zivilen Kontaktpersonen war im Vorfeld eine intensive Koordination notwendig. Dank dieser verlief der anschliessende Einsatz reibungslos. Zum andern hätten die Unterlastflüge mit Bambi Buckets für die Besatzungen einen gewinnbringenden Trainingseffekt gehabt. «Wir konnten sowohl die Wasseraufnahme in unterschiedlichen Gewässern als auch die präzise Ablage des Wassers trainieren – ähnlich wie bei Feuerlöscheinsätzen. Die Öffnungen der Wasserschächte der Alpbetriebe waren oft sehr klein, manche massen weniger als einen Quadratmeter», erklären die Verantwortlichen.

Bambi Bucket

Wassertransport mit TH06 Super Puma

«Bambi Buckets» sind unter dem Rumpf von Helikoptern montierte Aussenlastbehälter mit einem Fassungsvolumen von 2500 Litern. Sie werden mit Wasser gefüllt, das mit Helikoptern meistens aus Seen aufgenommen wird. Damit bekämpft die Luftwaffe in der Schweiz und unterstützend im Ausland Brände an schwer zugänglichen Stellen sowie Flur- und Waldbrände aus der Luft. Dazu wird das Wasser gezielt aus den «Bambi Buckets» auf die Brandstellen abgeworfen.


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