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Tiefflugübung für angehende Piloten

Wie jedes Jahr absolviert zurzeit eine neue Gruppe von angehenden Militärpiloten ihre Navigations- und Tiefflugausbildung auf EC635 Helikoptern. Diese Trainings können zu Lärmbelastungen für die umliegende Bevölkerung führen, sie sind jedoch unerlässlich, damit die Piloten situationsgerecht reagieren.

20.10.2021 | Kommunikation Verteidigung, Nathalie Hesse

Die Trainingsflüge im Tiefflug sind unerlässlich, damit die Pilotinnen und Piloten kritische Situationen ruhig und sicher meistern können.
Die Trainingsflüge im Tiefflug sind unerlässlich, damit die Pilotinnen und Piloten kritische Situationen ruhig und sicher meistern können. ©VBS/DDPS, Pablo Wünsch

Seit dem 22. September 2021 können die Bewohner einiger Gegenden der Ostschweiz, des Basler Juras und des Mittellandes in niedriger Höhe fliegende EC635 Militärhelikopter beobachten. Es handelt sich dabei nicht um die Suche nach einer vermissten Person, sondern um die Ausbildung von fünf zukünftigen Militärpiloten, die derzeit ihr Navigations- und Tiefflugtraining absolvieren.

Navigations- und Tiefflüge, ein wesentlicher Bestandteil der Militärpilotenausbildung

Nach erfolgreichem Durchlaufen des SPHAIR-Kurses und der fliegerischen Auswahl absolvieren alle zukünftigen Militärpilotinnen und piloten die sechsmonatige Grundausbildung auf dem Flugzeug des Typs PC-7, gefolgt von einer einjährigen Ausbildung zu Linienflugzeugpilotinnen und piloten. Nach der Zuteilung zum Lufttransport oder zur Luftverteidigung beginnen die angehenden Helikopterpilotinnen und piloten ihre rund zweijährige Ausbildung auf dem EC635 Helikopter, in deren Rahmen sie verschiedene Arten von Flügen trainieren: fliegen in den Bergen, Instrumentenflug sowie Fracht-, Navigations- und Tiefflug.

Besonders anspruchsvolle Flüge

Mit dem Navigationstraining im Tiefflug lernen die angehenden Pilotinnen und Piloten, sich auf einer Flughöhe von höchstens 50–100 m über Boden, wo viele Hindernisse wie Hochspannungsleitungen und Antennen vorhanden sind, zu orientieren. Zudem ist die Fehlertoleranz beim Manövrieren in dieser Bodennähe sehr gering. Daher sind diese Flüge anspruchsvoll und verlangen viel Geschicklichkeit.

Der Tiefflug hat auch taktische Ziele. Erstens soll jegliche Sichtbarkeit vermieden und unterhalb der Radarabdeckung geblieben werden, um für die gegnerische Seite unentdeckbar zu sein. Zweitens müssen erkannte Gefahren und Bedrohungen so schnell wie möglich vermieden und umflogen werden.

Notwendige Trainings, um im Notfall bereit zu sein

Die Pilotinnen und Piloten müssen jederzeit, auch in Notfällen, die Kontrolle über ihre Maschine haben. Sie müssen sowohl bei taktischen Bedrohungen wie auch Rettungseinsätzen wie auch bei schlechten Wetterverhältnissen ihren Helikopter im Tiefflug sicher beherrschen. In der Folge können Ausweichmanöver zu abrupten Flugbahnänderungen führen, sodass die Helikopter plötzlich auftauchen und die Bevölkerung überraschen. Bei der Flugvorbereitung und vor allem während den Flügen wird der Faktor Umwelt berücksichtigt und ihm im Rahmen des Möglichen grösstmögliche Bedeutung zugemessen. Diese Trainingsflüge können zu Lärmbelastungen führen, sie sind jedoch unerlässlich, damit die Pilotinnen und Piloten kritische Situationen ruhig und sicher meistern können.