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Weibliche Präzision für Sicherheit in der Luft

Die Schweizer Armee setzt sich seit Jahren für Frauenförderung ein, sowohl in der Miliz wie auch innerhalb der Berufsorganisation. Ein Beispiel dafür ist Christina Keller, Chefin Support Luftwaffe auf den Militärflugplätzen Emmen und Alpnach. In ihrer Führungsrolle zeigt sie Kreativität, Innovationsgeist und ein ökologisches Gewissen.

04.01.2021 | Kommunikation Verteidigung, Simon Grunder und Eve Hug

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Christina Keller, Chefin Support Luftwaffe auf den Militärflugplätzen Emmen und Alpnach. © VBS/DDPS, Dominique Schütz

Für Ueli Tschan, Chef des Armeelogistikcenters Othmarsingen, ist Frauenförderung immer schon ein Thema gewesen und ein wichtiger Bestandteil seiner Entscheidungen. Als Direktvorgesetzter hat er Christina Keller als erste Frau in der Funktion als Chefin Support Luftwaffe eingesetzt. Tschan und Keller sind sich einig, dass sowohl die Frauen in der Armee als auch die Arbeit des Supports Luftwaffe zu wenig wahrgenommen werden. Dies müsse sich dringend ändern. Keller mit ihrer innovativen Arbeit und Tschan mit seinem Willen, Frauen konsequent zu fördern, ziehen dabei am selben Strang. Seit Mitte 2019 ist Keller mit ihrem 40-köpfigen Team für zahlreiche logistische Leistungen auf den Militärflugplätzen Emmen und Alpnach verantwortlich.

Ein Milliliter zwischen Erfolg und Katastrophe

Keller trägt mit ihrem Team eine grosse Verantwortung für die Sicherheit der in Emmen und Alpnach startenden und landenden Flugzeuge. Beispielsweise sorgen sie für saubere Pisten, um einen unfallfreien Flugbetrieb zu ermöglichen. «Wenn wir am Boden nicht sauber und genau arbeiten, dann hebt niemand in die Luft ab», so Keller.

Im Winter kann dies bei anhaltendem Schneefall zu einer besonderen Herausforderung werden. Die Mitarbeitenden von Keller werden daher fortlaufend auf den Pisten- und Schneeräumungssystemen weitergebildet und sind als Teil der betriebsinternen Feuerwehr jederzeit bereit, im Ereignisfall auszurücken. Weiter müssen die Signallichter des Landesystems auf den Pisten immer genau im vorgegebenen Winkel eingestellt sein und regelmässig kontrolliert werden. Ein Zentimeter zu tief und der Pilot verfügt über abweichende Informationen, die sich negativ auf die Flugsicherheit auswirken können.

Auch die Kontrolle und Überwachung der Qualität des Treibstoffs ist eine wichtige Aufgabe. Schlechter Treibstoff kann zu Beschädigungen am Triebwerk und im schlimmsten Fall zum Absturz des Flugzeugs führen. Daneben liegt auch die Bewirtschaftung der Systemersatzteillager in Alpnach und in Emmen im Verantwortungsbereich des Supports Luftwaffe, denn Ersatzteile haben ein Ablaufdatum, nach dem sie aussortiert werden müssen. «Der Einbau eines überfälligen Ersatzteils in ein Luftfahrzeug kann fatale Folgen für die Flugsicherheit haben.»

Verständnis für Mensch und Umwelt

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Organisationen vor Ort, nebst der Luftwaffe auch der Führungsunterstützungsbasis, Militärpolizei, armasuisse, RUAG und Skyguide, ist ebenfalls eine Herausforderung. Fachliches Verständnis für das jeweilige Gegenüber, die Fähigkeit des Priorisierens und ein kameradschaftlicher Umgang mit allen sind für Keller dabei Schlüssel zum Erfolg: «Dies sind Werte, die ein erfolgreiches Miteinander möglich machen. Es liegt mir viel daran, dies entsprechend zu leben.»

Auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind für Keller wichtige Themen im Arbeitsalltag: Nebst der Versorgung des Standorts mit erneuerbaren Energien ist ihr die Förderung der Biodiversität und der Artenvielfalt ein Anliegen. Beispielsweise pflanzte sie eigenhändig mehrjährige Kräuter in den Rabatten rund um das Gebäude und ersetzte damit das vorhandene Efeu. Nebst einem geringeren Pflegeaufwand bieten sie auch Nahrung für Tier und Mensch und erhöhen die Pflanzenvielfalt des Militärflugplatzes Emmen.

Christina Keller sorgt mit weiblicher Präzision für Sicherheit in der Luft und führt als erste Chefin Support Luftwaffe ihr Team kreativ, innovativ und ökologisch zum Erfolg. Das ist eindrücklich.

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