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Militärhelikopter im Dienst der Sicherheit

Die Schweizer Luftwaffe und die Eidgenössische Zollverwaltung sorgen an der offenen Grenze zu den Nachbarländern gemeinsam für die Integrität der der Schweizer Grenze und so für die Innere Sicherheit des Landes. Dass dies auch aus der Luft möglich ist, ist einer langjährigen erfolgreichen Kooperation zu verdanken.

16.11.2020 | Kommunikation Verteidigung, Giorgio Krüsi

Überfliegen des Warenzolls Chiasso (Brogeda). © VBS/DDPS, Giorgio Krüsi

Die Schweiz liegt im Herzen Mitteleuropas. Sie ist eines der wichtigsten Transitländer: Strassen-, Luft-, Schienen- und Flusswege führen über Schweizer Territorium. Die Schweizer Grenze wird täglich von circa zwei Millionen Menschen und einer Million Fahrzeugen passiert. 2019 wurden an den Grenzübergängen vierzig Millionen Zollanmeldungen verarbeitet. Für eine sichere Schweiz ist es deshalb wichtig, die Integrität der hiesigen Grenze auch aus der Luft sicherzustellen. Aus diesem Grund patrouillieren Grenzwächter regelmässig in Militärhubschraubern an der Peripherie.

Kooperation

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ist für die Grenzsicherheit zuständig. Sie kontrolliert systematisch grenznahe Strassenabschnitte, Flughäfen sowie Grenzflüsse und Seegrenzen. Ihr Ziel ist die «umfassende Sicherheit an der Grenze zugunsten von Bevölkerung, Wirtschaft und Staat».

Aber nicht nur am Boden, sondern auch aus der Luft müssen die Grenzen kontrolliert werden. Deshalb ist die EZV mit der Schweizer Luftwaffe eine enge Kooperation eingegangen und hat ihr entsprechende Aufgaben übertragen (siehe Kasten). So arbeiten EZV und Luftwaffe insbesondere im Bereich der Luftaufklärung in der Schweiz und in Liechtenstein zusammen, wo es 130 Grenzübergänge nach Österreich, Frankreich, Deutschland und Italien sowie offenes Gelände zu überwachen gilt.

Einsatz von Armeehubschraubern

Regelmässig steigen für diese Aufgaben EC635-Hubschrauber oder Super Pumas der Luftwaffe auf. Nachts kommt ein mit dem Nachtaufklärungssystem FLIR ausgerüsteter Super Puma zum Einsatz. Stets spielt der jeweilige EZV-Operator, der für den taktischen Einsatz an Bord verantwortlich ist, eine wichtige Rolle: Er plant mit dem Luftwaffenpiloten die abzufliegenden Routen und hält während des Flugs Verbindung mit den mobilen Einheiten am Boden, die gegebenenfalls schnell eingreifen können.

Erfolgreiche Einsätze

Die Nützlichkeit der kooperativen Einsätze lässt sich an Zahlen ablesen: Letztes Jahr hat die EZV im Bereich der grenzüberschreitenden Kriminalität fast 26'000 gesuchte Personen registriert, darunter konnten mehr als tausend Verdächtige festgenommen werden, die Diebesgut oder Werkzeuge zur Begehung von Straftaten mit sich trugen. Zudem konnten 400 Fälle mit Verdacht auf Schleppertätigkeit ausgemacht werden.

Regelmässige Kontrollen an oder über der Schweizer Grenze sind ein zentraler Beitrag für die Sicherheit des Landes. Die Luftwaffe unterstützt dabei als Partner die Eidgenössische Zollverwaltung. Die Armee ist dort, wo man sie braucht – auch an der Grenze.

VUM-Leistungen

Die Unterstützung der Luftwaffe zugunsten des Grenzwachkorps der Eidgenössischen Zollverwaltung ist in einem Dienstleistungsvertrag geregelt, der mit der Verordnung über die Unterstützung ziviler oder ausserdienstlicher Tätigkeiten mit militärischen Mitteln (VUM) unter dem Militär- und Zollgesetz ausgearbeitet wurde. Diese Zusammenarbeit beinhaltet jene Aufgaben der Lufthoheit, die der Schweizer Luftwaffe übertragen wurden, und ist Teil der zehnjährigen Kooperation zwischen der Armee und der Eidgenössischen Zollverwaltung.

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