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Keine Flugsicherheit ohne Instandhaltung

Die F/A-18 der Schweizer Armee müssen regelmässig gewartet werden. Auf dem Militärflugplatz Payerne sind täglich Mechaniker im Einsatz, um den Flugbetrieb zu gewährleisten. Seit dem Ausbau des Luftpolizeidienstes übernehmen die Fachkräfte dort auch die sogenannte schwere Instandhaltung, die bisher ausschliesslich von der RUAG durchgeführt wurde.

24.02.2020 | Anthony Favre und Saskia Graber, Kommunikation V

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In den Wartungshallen des Militärflugplatzes Payerne machen sich täglich mehrere Wartungsmechaniker an die F/A-18-Kampfjets. Von Blicken geschützt, überprüfen sie die verschiedenen hydraulischen, elektrischen oder elektronischen Systeme, tauschen verbrauchte Filter aus und schmieren Teile. Die Check-Listen sind lang und die auszuführenden Arbeiten anspruchsvoll.

Grosse Kontrollen auch in Payerne

Die Instandhaltung der F/A-18 sieht fünf Arten von geplanten Kontrollen vor. Nach 50 Flugstunden wird eine erste Grundkontrolle durchgeführt. Die zweite und dritte Kontrolle (genannt K1 und K2) erfolgen nach 100 und 200 Flugstunden. Die grossen Kontrollen nach 300 und 600 Flugstunden hingegen (genannt G3 und G6) erfordern eine vollständige Demontage des Flugzeugs. Bis Ende 2017 führte die RUAG die G3- und G6-Kontrollen an ihrem Standort in Emmen durch. Mit dem Ausbau des Luftpolizeidienstes (Siehe Kasten) übernimmt sie nun teilweise auch Payerne.

Eine organisatorische Herausforderung…

Diese neue Aufgabe stellt eine grosse Herausforderung für die Mitarbeitenden des Militärflugplatzes Payerne dar. Die Mechaniker kümmern sich nicht nur um die Instandhaltung der F/A-18, sondern übernehmen gleichzeitig diverse Aufgaben. Sie bereiten die Flugzeuge auf den Flug vor, stellen den Pikettdienst der Betriebsfeuerwehr sicher, betanken die Flugzeuge, unterstützen die Miliz während der Wiederholungskurse oder nehmen an Flugvorführungen in der Schweiz und im Ausland teil. Es geschieht daher nicht selten, dass eine Person ein Flugzeugteil während einer Kontrolle demontiert und es später ein anderer Mitarbeitender wieder einbaut. Dieser Schichtbetrieb erfordert eine sorgfältige Planung.

…und ein Mehrwert

Bei den G3- und G6-Kontrollen werden – im Gegensatz zu den K1 und K2 – alle Systeme kontrolliert, gewisse Bestandteile überprüft und die Struktur des Kampfflugzeugs analysiert. Auf diese Weise erhält jeder Mitarbeitende einen Gesamtüberblick und vertieft so zudem sein technisches Wissen. Darüber hinaus schafft der Ausbau des Luftpolizeidienstes zusätzliche Arbeitsplätze. Neben den beiden Piloten, die jederzeit in Alarmbereitschaft sind, stehen auch zehn Luftfahrzeugtechniker im Bereitschaftsdienst, um für mögliche Störungen bei Luftpolizeieinsätzen gewappnet zu sein.

Payerne leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Kampfflugzeuge und ist der einzige Flugplatz der Schweizer Luftwaffe mit dieser Kompetenz. Er leistet in Zusammenarbeit mit der RUAG einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit des Schweizer Luftraums.

Luftpolizeidienst 24 (LP24)

Mit dem Projekt Luftpolizeidienst 24 (LP24) wird bis Ende 2020 erreicht, dass die Luftwaffe, zusammen mit den notwendigen Partnerorganisationen, wie zum Beispiel der Logistikbasis der Armee, der Führungsunterstützungsbasis oder skyguide, rund um die Uhr innerhalb von maximal 15 Minuten mit dem Start von zwei bewaffneten Kampfflugzeugen intervenieren kann.

Um den Aufbau der Prozesse und Personalressourcen zu ermöglichen, erfolgt die Umsetzung seit 2016 in Teilschritten. Aktuell besteht die Bereitschaft zur Intervention während 365 Tagen von 6 bis 22 Uhr. Ab Anfang 2021 besteht die permanente Bereitschaft zur Intervention.

Links

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