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Training macht den Meister

Mit den Tagen der Öffentlichkeit vom 24. und 25. Mai in Emmen hat sie nun für alle vier Vorführteams der Schweizer Luftwaffe offiziell begonnen: die Flugschau-Saison 2019. Bis Patrouille Suisse, PC-7 TEAM, F/A-18 Swiss Hornet Display Team und Super Puma Display Team jedoch «vorführ-fit» sind, braucht es eine intensive Trainingszeit. Denn wenn es sich auch um Profis auf ihrem Gebiet handelt: nur Übung macht den Meister.

17.06.2019 | Kommunikation Verteidigung, Saskia Graber

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Jedes Jahr im April und Mai absolvieren die Display Teams der Schweizer Luftwaffe jeweils einen ein- bis zweiwöchigen Trainingskurs (TK). «Gibt es, wie zum Beispiel in diesem Jahr vier personelle Wechsel, muss eine zusätzliche Woche eingeplant werden», führt Oberstleutnant (Oberstlt) Daniel «Stampa» Stämpfli, Kommandant PC-7 TEAM, an. Trainingsinhalt dieser Zusatzwoche sind Einführungsflüge sowie eine Ausbildung in Tiefflugakrobatik. Während der TKs wird in der Regel zwei- bis dreimal täglich geflogen, dies stets mit einem dem Training vorangehenden Briefing und einem danach stattfindenden Debriefing. Während des Debriefings wird der jeweilige Flug vom ganzen Team kritisch analysiert und allfälliges Verbesserungspotential herauskristallisiert. Bei der Patrouille Suisse und dem PC-7 TEAM erfolgt dies stets mittels Videostudium.

Doch laut Hauptmann (Hptm) Jan «Schwiiz» Schweizer, Kommandant Super Puma Display Team, gibt es neben dem Training auch weitere Aufgaben zu erledigen: «In den Phasen ohne Flug arbeiten die Piloten und der Kommandant an der Vorbereitung der einzelnen Vorführungen für das Jahr und an diversen anderen Aufgaben, welche das Display Team betreffen.» Zu diesem Zeitpunkt ist ein anderer Teil der Vorbereitung bereits abgeschlossen: Reservationen von Flugzeugen und Helikoptern, die bis zu einem Jahr im Voraus erfolgen müssen, sowie das Erstellen von Flugprogrammen und entsprechenden Befehlen. Da das Super Puma Display Team aus mehreren Crews besteht, müssen dort zudem noch die Piloten zugeteilt werden.

Vom Simulator zum Training «tief»

Um die Vorführreife zu erlangen, wird etappenweise vorgegangen. Es gilt, vom Training in Flughöhe «hoch» via «mittel» zum Training «tief» zu gelangen. Beim F/A-18 Swiss Hornet Solo Display wird das Programm vorab im Simulator trainiert. Der Solo Display-Pilot, Hptm Nicolas "Vincent" Rossier, erläutert, dass man nichts dem Zufall überlässt und auf alle Eventualitäten vorbereitet sein will. Gibt es keine Pilotenwechsel, werden allfällige neue Figuren im Fall des PC-7 TEAM zuerst im Theoriesaal geprüft und danach am Boden von den Piloten abgelaufen. Überzeugen die Anpassungen, werden diese in einem nächsten Schritt ins Flugprogramm aufgenommen und auf mittlerer Höhe trainiert. Neues gibt es 2019 bei der Patrouille Suisse. Laut ihrem Kommandanten, Oberstlt Nils «Jamie» Hämmerli, wurde insbesondere «evaluiert, dass die Ablösungen zwischen Hauptverband und Solisten gut funktionieren».

Im Gegensatz zu den Vorführelementen mit Flächenflugzeugen, entfallen die verschiedenen Höhen-Etappen beim Super Puma Display Team. Mit den Helikoptern werden explizit Trainings über Wasser und in grösserer Höhe geflogen. Das Team verfügt über ein Standardprogramm, das entsprechend der Geografie umgestaltet werden kann. Auch der Pilot des F/A-18 Swiss Hornet Display Teams ist mit einem Schönwetter- und einem Schlechtwetter-Programm flexibel.

Weisse Socken und gemeinsame Abendessen

Ist der TK abgeschlossen und die Vorführreife «tief» erreicht, startet verzugslos die neue Vorführsaison. Zum TK-Abschluss kennen die Teams keine besonderen Rituale, abgesehen von einem gemeinsamen Abendessen der Piloten des Super Puma Display Teams, zu dem sie jeweils ihre Frauen einladen. Zudem hat die Patrouille Suisse bei Flugschauen ihr eigenes Ritual, wie ihr Kommandant erläutert: «Wir tragen alle bei jeder Vorführung weisse Socken. So wissen wir, dass es sich um einen speziellen Tag handelt».
 

Worauf sich die Display Teams in der aktuellen Saison 2019 besonders freuen

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«Der Auftritt an der Fête des Vignerons in Vevey am 1. August ist sicherlich ein Highlight der Saison. Wir werden dort auch einen gemeinsamen Auftritt mit einem Flugzeug der SWISS haben, was immer etwas Spezielles darstellt. » | Oberstlt Nils «Jamie» Hämmerli, Kommandant Patrouille Suisse (ganz links im Bild)

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« Wir freuen uns darauf, unsere Zuschauer mit einem attraktiven und dynamischen Programm zu faszinieren und für die Aviatik zu begeistern. Gleichzeitig wollen wir für die Armee Werbung machen und die traditionell Schweizerischen Werte wie Präzision, Zuverlässigkeit und Teamwork vermitteln. Dabei spielt es für uns keine Rolle, ob wir an einem kleinen Event auftreten oder am Züri-Fäscht mit mehreren hunderttausend Zuschauern. Die Mission ist die Gleiche. » | Oberstlt Daniel «Stampa» Stämpfli, Kommandant PC-7 TEAM (hintere Reihe, 3. von links)

Solo Display 1

« Es freut mich, dass ich nochmals als Display Pilot fliegen und die F/A-18 an vielen Airshows wieder vorführen darf » | Hptm Nicolas "Vincent" Rossier, Solo Display-Pilot F/A-18 Swiss Hornet Solo Display

Super Puma Display Team - Gruppenfoto

«Wir freuen uns auf den Kontakt mit dem Publikum, wenn wir wieder an einem Anlass landen können und so für die Zuschauer nicht nur in der Luft, sondern auch vor Ort, am Boden da sind. » | Hptm Jan «Schwiiz» Schweizer, Kommandant Super Puma Display Team (ganz rechts im Bild)