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Maxi- und Mini-Cougars in Payerne

Einen solchen Cougar hat der Militärflugplatz Payerne noch nicht gesehen. Am 23. Mai führte André Baeriswyl (66) aus Murten sein selbst gebautes Modell des Cougar T-334 zusammen mit dem Original vor. Doch die Begegnung der beiden Helikopter – im Mini- und Maxiformat – blieb nicht das einzige Highlight des Tages: Für einen Trainingsflug durfte der Murtner im echten Cougar T-334 als ziviler Passagier Platz nehmen.

27.05.2019 | Kommunikation Verteidigung, Saskia Graber

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André Baeriswyl mit seinem Modell vor dem echten Cougar T-334.

Es ist André Baeriswyls Meisterstück: der originalgetreue Nachbau im Massstab 1:8,5 des Cougar mit der Kennung T-334. Mit einer Länge von – mit montierten Rotoren – 2 Metern und einem Abfluggewicht von immerhin 10,8 kg ist auch der Minihelikopter kein Fliegengewicht. Für dessen Fertigstellung hat der passionierte Rentner aus Murten (FR) etwa 600 Stunden reine Arbeitszeit investiert, die Zeit für die Vorplanung sowie vorgängige gründliche Inspektion des Originalhelikopters in Payerne nicht miteingerechnet. Doch weshalb der Cougar? «In Murten sehen wir viele Super Puma/Cougar vorbeifliegen.» Und da er nicht irgendeinen Helikopter nachbauen wollte, sei für ihn schnell klar gewesen, dass es einer der Schweizer Armee werden sollte. «Ursprünglich wollte ich den T-333 nachbauen. Da dieser jedoch speziell eingefärbt ist, wurde es dann aber der T-334 mit einheitlicher Färbung», erklärt André Baeriswyl.

Höchste handwerkliche und materialtechnische Qualität

Von den Antennen über die Reflektoren, sämtliche Knöpfe und beleuchteten Bildschirme im Cockpit, die Räder mit Stossdämpfung bis hin zu den eingebauten Feuerlöschern: Jedes Detail ist vorhanden. Sogar kleine Aussenlastbehälter für Löschwasser sind bereits bestellt, um mit dem Modellhelikopter später kleine «Löscheinsätze» fliegen zu können. Aber allein die Suche nach einem geeigneten Leim für das Auftragen der insgesamt 16'000 kleinen dreidimensionalen Nietpunkte am Cougar war eine Herausforderung. «Erst auf der Modellbaufachmesse in Friedrichshafen wurde ich nach einmonatiger Suche endlich fündig», schmunzelt Baeriswyl.

Doch nicht nur zeittechnisch und handwerklich war dieses Modell aufwendig. Das Gehäuse besteht aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff, zudem musste die gesamte Mechanik eingebaut werden. Alles in allem beliefen sich die Materialkosten auf circa 9700 Franken. Diese handwerkliche und materialtechnische Qualität sieht man dem Modell an. Auch dass es nicht das erste ist, das André Baeriswyl angefertigt hat: Der T-334 gesellt sich zu den Helikoptermodellen Bell 429 der Air Zermatt und EC 145 der Rega sowie einem F-5 Tiger der Patrouille Suisse.

Highlight: Mitflug im echten Cougar

Als er sein Modell fertiggestellt hatte, kam bei Baeriswyl der Wunsch auf, es mit dem echten Cougar T-334 vergleichen zu können: «Ich möchte David und Goliath nebeneinander sehen.» Diesem Wunsch kam die Luftwaffe nach und lud Baeriswyl auf den Militärflugplatz Payerne ein. Zum Erstaunen aller Anwesenden transportierte der Murtner das Helikoptermodell nicht in einem Anhänger, sondern im erweiterten Kofferraum seines Autos. «Der verfügbare Platz im Auto gab die Grösse des Helikopters vor, deshalb durfte er nicht mehr als zwei Meter gross sein», klärte Baeriswyl die Anwesenden auf.

Nach eingehender Musterung und Präsentation des Modells luden die Piloten und Loadmaster des echten Cougar den Modellbauer nach erfolgten Sicherheitsinstruktionen für einen Trainingsflug im Helikopter ein. André Baeriswyl dazu: «Ich hätte zuvor nicht im Traum daran gedacht, jemals in einem Cougar mitfliegen zu können!»
 

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