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Augenmass bei Aufgebot und Dispensationen

90% der Angehörigen von Spital- und Sanitätsformationen der Armee sind nicht Fachpersonen des zivilen Gesundheitswesens, sondern werden in den Rekrutenschulen zu Spital- und Sanitätsspezialisten der Armee ausgebildet. Diese werden nun eingesetzt, um aktiv das zivile Gesundheitswesen schweizweit zu entlasten.

05.01.2022 | Kommunikation Verteidigung

©VBS/DDPS, Corinne Glanzmann

90% der Angehörigen von Spital- und Sanitätsformationen der Armee sind nicht Fachpersonen des zivilen Gesundheitswesens, sondern werden in den Rekrutenschulen zu Spital- und Sanitätsspezialisten der Armee ausgebildet. Diese werden nun eingesetzt, um aktiv das zivile Gesundheitswesen schweizweit zu entlasten.

10% der Angehörigen von Sanitäts- und Spitalformationen arbeiten im Zivilleben im Gesundheitswesen. Diese rücken bei einem Aufgebot ebenfalls ein und unterstützen in den ersten 3 Tagen die einsatzbezogene Ausbildung ihrer Kameraden. Anschliessend werden sie aus dem Assistenzdienst entlassen und stehen dem zivilen Gesundheitswesen wieder zur Verfügung. Der Einsatz dieser Spezialisten im Rahmen der einsatzbezogenen Ausbildung ermöglicht der Armee eine raschere, qualitativ hochstehende und auf die aktuellen Herausforderungen ausgerichtete Ausbildung derjenigen Angehörigen von Spital- und Sanitätsformationen, welche im zivilen Leben nicht Fachpersonen des zivilen Gesundheitswesens sind. Durch diese Massnahme ist sichergestellt, dass die Armee auch wirklich zur Entlastung des zivilen Gesundheitswesens beitragen kann und nicht einfach nur Gesundheitsfachpersonal in der Schweiz verschiebt.

Da die Armee nur in geringem Masse über Ärzte verfügt, wird der Einsatz aller Ärzte durch den militärärztlichen Dienst geplant und abgesprochen. Ärzte werden nur aufgeboten, wenn dies für die Grundversorgung der Dienst leistenden Armeeangehörigen notwendig ist.

Armee dispensiert Gesundheitsfachpersonen

Die Armee hat zur Bewältigung der Corona-Pandemie zudem entschieden, generell Gesundheitsfachpersonen zu dispensieren, die eine fachliche Qualifikation in Notfall / Intermediate Care, Anästhesie, Intensivpflege haben und / oder auf Notfallstationen, Überwachungsstationen, Intermediate Care Stationen und Intensivstationen eingesetzt werden. Diese Beurteilung wird jeweils der aktuellen Lage angepasst.

Selbstverständlich steht es auch allen weiteren Angehörigen der Armee frei, ein Dispensationsgesuch oder Urlaubsgesuch zu stellen. Dieses wird im Einzelfall geprüft, hat aber keine aufschiebende Wirkung. Im Assistenzdienst hat der Gesetzgeber zudem die Hürden für eine Dispensation hoch angelegt, damit die Armee den geforderten Einsatz zugunsten der Bevölkerung erbringen kann.

Die Armee hilft nur im Notfall

Zudem stellen die Subsidiaritätskriterien sicher, dass die Armee nur dort zum Einsatz kommt und entsprechend Angehörige der Armee aufbieten muss, wo die zivilen Mittel ausgeschöpft sind. Dies bedeutet, dass ein Einsatz der Armee nur auf Gesuch eines Kantons erfolgt, welcher nachweisen kann, dass seine eigenen Mittel und jene eines allfälligen Konkordats ausgeschöpft sind. Das Vorliegen der Subsidiarität wird für jedes einzelne Gesuch durch den Bundestab Bevölkerungsschutz, aktuell unter dem Vorsitz des Bundesamtes für Gesundheit, überprüft. Zudem hat die Armee ein Controlling aufgebaut, welches laufend die Notwendigkeit der genehmigten Unterstützung überprüft, um rasch auf Veränderungen reagieren und nicht mehr benötigte Angehörige der Armee aus dem Assistenzdienst entlassen zu können.


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