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Ordnungshüter mit Piranha

Schutzweste, Waffengurt und Funkgerät. Leutnant Gian-Domenico Bilotta steht vor seinem Garderobenspind und zieht einen Ausrüstungsgegenstand nach dem anderen aus den Tiefen des Schranks. Als Fachberufsoffizier bei der Militärpolizei (MP) rüstet er sich für einen abwechslungsreichen Tag mit Blaulicht, Panzer und Fahrzeugkontrollen.

30.08.2021 | Personal Verteidigung, Helen Alt

Militärpolizei
© VBS/DDPS

Die Mercedes G-Klasse rollt bis zur Barriere vor und stoppt. Lt Bilotta gibt das Zeichen, den Motor auszuschalten und das Fenster herunterzukurbeln. Nach der Kontrolle der Ausweise öffnet sich die Schranke und das Fahrzeug darf weiterfahren.

Bei jedem Wetter

Als Fachberufsoffizier ist Bilotta im Einsatzkommando Militärpolizei Sicherheitsdienst Ost im Armeelogistikcenter Hinwil eingesetzt. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen erbringt er sicherheitspolizeiliche Leistungen, plant und führt Einsätze der Profi- und Milizformationen der Militärpolizei und ist zuständig für den Schutz wichtiger Infrastrukturen sowie für die Personen- und Fahrzeugkontrolle. Der gelernte Hochbauzeichner schätzt an seinem Beruf besonders die Abwechslung: «Bei uns gleicht kein Tag dem anderen. Wir sind bei jedem Wetter draussen unterwegs. Ausser fürs Protokollieren der Einsätze, da setzen wir uns an den Computer im Büro. »

Alarm!

Doch fürs Hinsetzen und in Ruhe Protokollieren bleibt heute nicht viel Zeit. Schon geht per Funk ein Alarm ein: Eine militärische Anlage in der Umgebung meldet einen Einbruch. Lt Bilotta quittiert den Funkspruch und steigt gemeinsam mit einem Kollegen ins orange-weisse Streifenfahrzeug. Bei der umzäunten Anlage angekommen, überprüfen sie zuerst das Schloss am Zaun und anschliessend Tür und Alarmanlage des kleinen Gebäudes. Alles in bester Ordnung, über Funk meldet der 24-Jährige Entwarnung – es handelte sich um einen Fehlalarm.

Schützen, sichern, eingreifen

Zurück in seinem Posten im Armeelogistikcenter Hinwil gilt es nun noch die Einsatzbereitschaft des Radschützenpanzers Mowag-Piranha zu überprüfen. Am nächsten Tag soll nämlich anlässlich einer Ausbildungssequenz mit der Rekrutenschule das Erstellen und Betreiben einer Strassensperre geübt werden. Dafür setzt sich Gian-Domenico Bilotta gleich selbst ans Steuer des gut bewaffneten Fahrzeugs. Gekonnt manövriert er den über 13 Tonnen schweren Radschützenpanzer mit der weissen Aufschrift «Militärpolizei» an den gewünschten Ort. Er ist nun so positioniert, dass ein sich näherndes Fahrzeug zwangsläufig anhalten muss und das richtige Verhalten trainiert werden kann. Beim Konferenzschutz muss beispielsweise das zu schützende Objekt bewacht, Personen und Fahrzeuge kontrolliert und im Notfall eingegriffen werden. Zusammengefasst also die drei Kerngebiete des Fachberufsoffiziers MP: Schützen, Sichern, Eingreifen.