print preview Zurück zur Übersicht Kommando Operationen

Professionelle Unterstützung nach Unwetter

Nach den grossen Unwettern in Cressier (NE) unterstützen seit Samstag, 26. Juni 2021, Angehörige des Geniebataillons 6 die zivilen Partner bei den Aufräumarbeiten. Mit bis zu 500 Angehörigen der Armee leisten in den kommenden Tagen damit Spezialisten professionelle Hilfe zu Gunsten der betroffenen Bevölkerung.

27.06.2021 | Kommunikation Verteidigung, Christoph Merki

©VBS/DDPS, Fachof Giuliano Borter, PIO; Lt Joël von Ballmoos, VT-Of Kp 6/2, Geniebataillon 6

Am 22. Juni 2021 wurde das Neuenburger Dorf Cressier von einem heftigen Unwetter getroffen. Zwei Bäche traten über die Ufer. Sie haben sich ihren Weg durch das Dorf gebahnt. Keller wurden geflutet und Autos mitgerissen. Der mitgeführte Schlamm und Dreck lagerte sich meterhoch in Häusern und auf den Strassen ab.

Verletzt wurde bei dem ungewöhnlich heftigen Unwetter niemand. Es entstanden jedoch grosse Schäden an Bauten und Häusern. Besonders betroffen waren Strassen sowie Wasser-, Strom- und Gasversorgungsnetze. Das Ausmass der Schäden wurde dank des Einsatzes eines FLIR-Helikopters der Schweizer Luftwaffe schon in der Nacht auf den 23. Juni sichtbar.

Flexibel und effizient

Für die Bewältigung der Schäden und der Aufräumarbeiten arbeiten die zivilen Einsatzkräfte mit mehreren Tiefbauunternehmen zusammen. Angesichts der grossen Schäden reichen die kantonalen Ressourcen jedoch nicht aus. Darum hat der Kanton Neuenburg die Armee um Unterstützung angefragt. Diese vermag umgehend mit Material und Arbeitskräften flexibel und effizient zu unterstützen. Dies geschieht im Rahmen der Verordnung über die militärische Katastrophenhilfe im Inland.

Entsprechend hat der Chef Kommando Operationen, Korpskommandant Laurent Michaud, das Geniebataillon 6 in den Einsatz befohlen. Es befindet sich derzeit im Kanton Aargau im Wiederholungskurs.

Die Vorbereitungsarbeiten im Raum Cressier haben unmittelbar darauf begonnen. Die ersten Elemente sind am Samstag vor Ort eingetroffen. In den nächsten Tagen erbringen rund 200 Angehörige des Geniebataillons 6 einen Einsatz zu Gunsten der betroffenen Bevölkerung. Sie setzen dafür auch schwere Baumaschinen ein.

Gefragtes Know-how

Vornehmlich werden die Sappeurkompanie 6/2, der Gerätezug der Sappeurkompanie 1/6 sowie Soldaten und Kader der Stabskompanie mit ihren technischen Mitteln und ihrem Know-how zur Verfügung stehen. In erster Linie geht es darum, den Lauf der Ruhaut schnellstmöglich von Geröll, Dreck und Schwemmholz zu befreien. Der Bach geht unter dem Dorf Cressier durch. Damit soll sichergestellt werden, dass bei weiteren starken Regenfällen das Wasser abfliessen kann. So tritt der Bach nicht erneut über die Ufer.

Entsprechend wird das schwere Gerät – Bagger und Hubgeräte – mehrheitlich oberhalb Cressiers zum Einsatz kommen. Im Dorf selbst greifen die Soldaten auf Pickel und Schaufel zurück. So unterstützen sie die Bewohner Cressiers bei den Aufräumarbeiten.

Stets bereit zu unterstützen

Dieser kurzfristig bewilligte Assistenzdienst im Rahmen der Katastrophenhilfe unterstreicht das Kredo der Schweizer Armee: Sie ist bei Bedarf bereit zur unkomplizierten und flexiblen Unterstützung der Bevölkerung. Und sie stellt die nötigen Leistungen professionell zur Verfügung.

«Wir trainieren unsere Kompetenzen in jedem Wiederholungskurs», erklärt Oberstleutnant Thomas Gross, Kommandant Geniebataillon 6. «Deshalb können wir die hier erhaltenen Aufträge schnell und unkompliziert anpacken und diese professionell und hoch motiviert erfüllen.» Die Schweizer Armee ist bereit, im Bedarfsfall pragmatisch und schnell zu helfen.

Unwettern-Cressier