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Ein Jahr Corona-Einsatz

An vielen Fronten haben Angehörige der Armee gegen die Folgen der Corona-Pandemie gekämpft und einen eindrücklichen Effort geleistet. Heute vor einem Jahr begann der Assistenzdienst mit der Teilmobilmachung der Armee durch den Bundesrat.

16.03.2021 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

In verschiedenen Bereichen unterstützten Armeeangehörige die zivilen Blaulichtorganisationen mit Fachwissen und Material. (Bild ©VBS/DDPS Alexander Kühni)
In verschiedenen Bereichen unterstützten Armeeangehörige die zivilen Blaulichtorganisationen mit Fachwissen und Material. (Bild ©VBS/DDPS Alexander Kühni)

Am Boden und in der Luft war die Armee im Einsatz, um die negativen Folgen der Covid-19 Ausnahmesituation für die Bevölkerung abzufedern: Die Angehörige der Armee unterstützten im Frühling 2020 das zivile Gesundheitswesen, die Eidgenössische Zollverwaltung und das Grenzwachtkorps mit allen Kräften bei der Bewältigung der Pandemie, die im Februar 2020 die Schweiz erreicht hatte.

Wir sind bereit. Wir werden unsere Aufträge erfüllen. Die Truppe kann das.

Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Armee

Erfolgreiche Mobilmachung

Die Armee erlebte in der Folge die grösste Mobilmachung seit dem zweiten Weltkrieg. Es war rasch klar: Sie war die einzige verfügbare Institution, die rasch und kraftvoll Unterstützung für das belastete Gesundheitswesen leisten konnte. Die Armee kann als strategische Reserve des Bundes von der Landesregierung eingesetzt werden, um die Durchhaltefähigkeit der kantonalen Organe, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Logistik und Sicherheit, zu stärken.

Hier werde ich gebraucht und kann einzigartige Erfahrungen sammeln.

Johanna Blickenstorfer, Spitalbataillon 66, im Zivilen Diplomierte Pflegefachfrau HF, im Einsatz im Bruderholzspital (BL)

Der Bundesrat beschloss daher am 16. März 2020 den Einsatz von 8000 Soldaten und Kadern im Assistenzdienst bis Ende Juni. Effektiv standen bis zu 5000 Armeeangehörige auf dem Höhepunkt der Pandemie im Einsatz.

Es war etwas Besonderes, das, was wir normalerweise im WK üben, effektiv anzuwenden und damit einen Dienst zugunsten der Gesellschaft zu leisten.

Fachoffizier Anthony Cornu, ABC Abwehrlabor 1, im zivilen Biologielaborant EFZ, im Einsatz im Labor Spiez (BE)

Rasch und effizient in den Einsatz

Das Ziel der Armee und des Bundesrats war, möglichst schnell und vollständig ausgerüstet spezialisierte Truppen zum Einsatz zu bringen. Matchentscheidend war dabei die mit der Weiterentwicklung der Armee im Jahr 2017 erfolgte Wiedereinführung eines Mobilmachungssystems. Der Marschbefehl der Mobilmachung erfolgte per eAlarm, zum Beispiel direkt aufs Smartphone.

Wir leisten hier unseren Beitrag zur Eindämmung des Virus und unsere Arbeit wird geschätzt.»

Gefreiter Yves Wieser/Soldat Gian Gmünder, Militärpolizeibataillon 3, im Einsatz mit dem Grenzwachtkorps

Viele Armeeangehörigen waren nur 48 Stunden nach Eingang des elektronischen Aufgebots an ihren zugewiesenen Einrückungs-Standorten angekommen und nahmen dort die einsatzbezogene Ausbildung auf. Oft wurden sie nur wenig später bereits in den Einsatz entsendet. Nicht wenige Armeeangehörige meldeten sich sogar freiwillig zum Dienst.

Wir sind an diese Art von Arbeit gewöhnt, und alles läuft nach Plan. Wir trainieren die Mobilmachung jedes Jahr – und wir sind natürlich bereit.

Florian Jayet, Moudon (VD), Mandatsleiter ALC-G

Alle Armeeteile im Einsatz

Sanitäterinnen und Sanitäter der Armee transportierten infizierte Patienten. Spitalsoldaten halfen, Covid-Spezialstationen einzurichten und zu betreiben. Infanterie und Militärpolizei standen dem Grenzwachtkorps bei der Sicherung der Landesgrenzen zur Seite. Helikopterpiloten der Luftwaffe waren nicht selten das fliegende Auge der Eidgenössischen Zollverwaltung. Und Angehörige der Sanitätslogistik halfen bei der Bereitstellung von Beatmungsgeräten und Desinfektionsmittel. Alle Teile der Armee standen im Dienst der Gesundheitsversorgung, zum Schutz der Bevölkerung des Landes.

Die Einstellung dieser jungen Leute macht mir grosse Freude. Sie mussten Opfer bringen, aber sie haben hart gearbeitet und sind bereit, der Bevölkerung zu dienen.

Brigadier Guy Vallat, Kommandant Lehrverband Logistik (Vorgesetzter Sanitätsschule Airolo TI)

Grosse Dankbarkeit

Die Feedbacks zum Armeeeinsatz waren mehrheitlich positiv, die Dankbarkeit gegenüber den Armeeangehörigen war spürbar. Viele Kantone und Institutionen nahmen die Gelegenheit wahr, sich offiziell für die Unterstützung zu bedanken. Im Rückblick dürfen die Armeeangehörigen und Mitarbeitenden der Militärverwaltung, die im Hintergrund für einen effizienten Einsatz sorgten, auf ihr Engagement stolz sein. Der Dank der Bevölkerung wie auch der Armeeführung ist ihnen gewiss.

Während der Corona-Pandemie stand unsere Milizarmee rund um die Uhr zugunsten der Sicherheit unserer Bevölkerung im Einsatz. Sie hat gezeigt, dass sie bereit ist, wenn es sie braucht.

Korpskommandant Thomas Süssli, Chef der Armee

Auch heute, ein Jahr später, ist es immer noch möglich, dass Truppen zur Unterstützung des zivilen Gesundheitswesens in den Einsatz kommen. Auf Gesuch mehrerer Kantone hat der Bundesrat am 4. November 2020 erneut einen Einsatz der Armee im Assistenzdienst zur Unterstützung des zivilen Gesundheitswesens beschlossen. Dieser dauert noch bis maximal Ende März 2021.