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SWISSCOY Update - Analysieren, Einschätzen und Bewerten: Die Arbeit zweier Stabsoffiziere im Camp Bondsteel

Die Schweizer Armee führt zugunsten der Kosovo Force (KFOR) unterschiedlichste Aufträge aus. Die Angehörigen des Schweizer Kontingents befinden sich daher auch an verschiedenen Standorten der multinationalen Mission. Zwei Stabsoffiziere arbeiten und leben dabei im amerikanischen Camp Bondsteel, dem Standort des Regional Commands East. Die beiden gaben Ende 2020 den beiden Presseoffizieren der SWISSCOY einen Einblick in ihren spannenden Alltag.

04.01.2021 | SWISSINT

Zwei Stabsoffiziere arbeiten und leben im amerikanischen Camp Bondsteel, dem Standort des Regional Commands East.
Zwei Stabsoffiziere arbeiten und leben im amerikanischen Camp Bondsteel, dem Standort des Regional Commands East.

Im Südosten des Kosovos gelegen und von den Amerikanern betrieben, liegt das grösste – oder zumindest weitläufigste – Camp der KFOR. Bereits die Einfahrtsstrasse zum Camp ist imposant: Gespickt mit höckerförmigen Panzersperren aus Beton und eingerahmt mit einem hohen Zaun mit Stacheldraht führt die Strasse an der Wache vorbei. Dort wird jedes Fahrzeug und dessen Insassen akribisch geprüft. Hat man diesen Kontrollposten passiert, steht man vor einer Kreuzung mit drei Abzweigungen. Wenn man nun nicht weiss, welche davon man nehmen muss, kann das schon einen grossen Umweg zur Folge haben.
 

Das Campareal scheint endlos zu sein und obwohl wir richtig abgebogen sind, erreichen wir den Besucherparkplatz erst nach mehreren Minuten Fahrt. Im Zentrum des Camps, umgeben von einstöckigen, langen Holzbaracken, treffen wir Maj i Gst Anthony Félix. Er arbeitet in der Funktion des Assessment Cell Chief Deputy im von den Amerikanern geführten Regional Command East (RC-East). Dabei wohnt und arbeitet er im Camp Bondsteel. «Es ist cool hier, die Amerikaner sind gut drauf und es macht Spass, in einem internationalen Team zu arbeiten», erzählt er uns, während der Führung durch das Camp. Nachdem wir mehrere identische Holzbaracken passiert hatten, biegt er rechts ab. Wir kommen an den Wohnbaracken von Maj i Gst Félix und Maj Nicola Rauch vorbei. Die Baracken sind einfach eingerichtet, erzählt er uns, dafür aber sehr geräumig. Auf der kleinen, gedeckten Veranda steht einsam ein Plastikstuhl. „Unser Gartensitzplatz“, scherzt Maj i Gst Félix.

Was für ihn und Nicola Rauch besonders von Vorteil ist, sei der Standort der Unterkunft. Von dort sind es nur einige Minuten zu Fuss, eine Holztreppe den Hügel hinauf, bis zu ihrem Arbeitsplatz im Hauptquartier des RC-East. «Wie spannend die Arbeit ist, hängt sehr von den Vorkommnissen und den Reports der Liaison and Monitoring Teams ab», erläutert Félix. Die Assessment Cell vereinheitlicht, analysiert und bewertet die täglichen Berichte (DSR) der 17 Liaison and Monitoring Teams (LMT), die sich innerhalb des RC-East befinden. Gewisse Details stufe er als vernachlässigbar ein, andere Einzelheiten hingegen als relevant für die KFOR. Bei diesen mache er ein Assessment dazu. «Ich prüfe zum Beispiel die Medien und unsere Datenbank und schaue, ob schon einmal etwas Vergleichbares vorgefallen ist. Dann gebe ich die Informationen weiter», fährt Félix fort und ergänzt: «Ein fundiertes Wissen über den Kosovo, die Geschichte und die Kultur ist sehr wichtig in meinem Job.» Nun stösst Maj Nicola Rauch, der Chief des Tactical Effects Centers (TEC), zu uns. Er ist unter anderem verantwortlich für die Führung und Planung der Arbeiten der Operations- und Analysezelle des TEC vom RC-East. In seiner Rolle leitet er auf übergeordneter Stufe das multinationale Team von Analysten der Assessment Cell. «Meine Funktion bedeutet vor allem viele Meetings, an denen ich teilnehmen muss», so Rauch. Die Tätigkeit ist ihm allerdings schon bekannt, denn er ist bereits mit dem Kontingent zuvor als Chief TEC in den Kosovo gekommen. Auch er ist weitgehend zufrieden mit seiner Arbeit, doch beide sind sich einig: Es ist schön, wenn Schweizer im Camp Bondsteel zu Besuch kommen.