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Zukunftstag für Mädchen im Kosovo

Wenn man das Wort "Soldat" hört, denken viele als erstes an einen starken, grossen Mann, der weiss, wie man kämpft. Frauen in der Armee sind in vielen Nationen nicht sehr verbreitet. Freiwillig Soldat zu werden, ist für viele junge Mädchen keine Option, die sie in Betracht ziehen. Aber auch in anderen Berufen fehlt es jungen Mädchen oftmals an weiblichen Vorbildern. Dies will der International Day of girl child ändern.

03.11.2020 | SWISSINT

Parlamentspräsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani, lud Spezialistinnen und Entscheidungsträgerinnen ins Parlament ein, um vor einer Gruppe von jungen Mädchen im Alter von 5-12 Jahren zu sprechen.
Parlamentspräsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani, lud Spezialistinnen und Entscheidungsträgerinnen ins Parlament ein, um vor einer Gruppe von jungen Mädchen im Alter von 5-12 Jahren zu sprechen.

Parlamentspräsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani, lud Spezialistinnen und Entscheidungsträgerinnen ins Parlament ein, um vor einer Gruppe von jungen Mädchen im Alter von 5-12 Jahren zu sprechen. Ziel war es, den Mädchen aufzuzeigen, dass sie sich in ihren Zukunftswünschen nicht einschränken sollen und es sich lohnt, für ihre Träume zu kämpfen. Im Parlamentsgebäude des Kosovo in Pristina herrschte an diesem Sonntag reges Treiben. Für einmal war das Publikum ganz klar weiblich dominiert. Alle hatten sich hübsch herausgeputzt und die jungen Mädchen sassen gespannt mit ihren Sonntagskleidern auf den Stühlen. Nebst einer Ärztin, einer spitzen Schwimmerin, einer Künstlerin, einer IT-Spezialistin und vielen mehr war auch die KFOR mit zwei Frauen vertreten. Wm Marty, stellvertretende Presse- und Informationsoffizierin des 43. SWISSCOY Kontingents vertrat die Schweizer Armee, begleitet von einer Kameradin der kroatischen Armee. Sie sprachen über ihren beruflichen Werdegang und den Vorzügen einer militärischen Karriere, während sie von den Mädchen mit grossen Augen beobachtet wurden. Der Werdegang der beiden Soldatinnen war unterschiedlich und ihre Geschichten zeigten schön auf, dass es nicht den einen Weg ans Ziel gibt. Die kroatische Kameradin begeisterte sich bereits seit Kindesalter für Helikopter und absolvierte ein Ingenieurstudium, um kurz darauf als Helikopteringenieurin bei der kroatischen Armee zu arbeiten.  Wm Marty studierte Kommunikation und Journalismus und arbeitete in der PR-Branche, bevor sie über Kollegen auf den friedensfördernden Einsatz der SWISSINT aufmerksam gemacht wurde. Da sie keine Rekrutenschule gemacht hatte, absolvierte sie die militärische Grundausbildung für Nichteingeteilte in Stans-Oberdorf und wurde danach in der einsatzbezogenen Ausbildung vertieft für ihre Funktion ausgebildet. Eine Zweitausbildung im Erwachsenenalter quasi, wie man es in der Schweiz in anderen Bereichen oft sieht.
 

Trotz den Unterschieden im Karrieren Verlauf waren sich die beiden einig: Frauen haben eine Daseinsberechtigung in der Armee, sie bieten einen klaren Mehrwert und können ihren Teil beitragen. Der Event kam bei den Teilnehmerinnen sehr gut an und zeigte auch auf, wie geschätzt die Arbeit der KFOR auch in diesen Bereichen ist. So kam am Ende der Veranstaltung auch ein junges Mädchen auf die beiden Soldatinnen zu. "Es ist mein grösster Traum, in die Armee zu gehen. War die Ausbildung sehr hart?", fragte sie. Die Antwort kam einstimmig: "Ja, es ist manchmal schwer, aber wir haben es geschafft und auch du kannst es schaffen!"