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Eine «ideale Übergangslösung» in der Luft

Eine Win-win-Situation für beide Partner: Die Luftwaffe stellt der Rega bis Frühling 2021 bei Bedarf einen Jet für Ambulanzflüge zur Verfügung. Eine Unterstützungsleistung im Rahmen von VUM. Grund der Leistung: Die Ambulanzjets der Rega müssen nacheinander für Garantiearbeiten zurück zum Hersteller. Die Armee sammelt damit für sehr spezielle Flüge im Bereich Planung und Flugdurchführung weitere Erfahrungen.

04.09.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

Challenger CL604 T-752
Die Luftwaffe betreibt seit Herbst 2019 zwei Challenger CL-604 der Rega für den Lufttransportdienst des Bundes (LTDB). (Foto: VBS/DDPS)

Die drei Ambulanzjets Challenger 650 der Rega fliegen aus der ganzen Welt schwer erkrankte oder verunfallte Patientinnen und Patienten in die Schweiz zurück. Zwischen September 2020 und März 2021 werden die Jets, einer nach dem anderen, im Rahmen von Garantiearbeiten einer Neulackierung durch den Hersteller unterzogen. Die Arbeiten dauern rund vier Wochen pro Maschine.

Damit die Rega während dieser Zeit weiterhin bis zu drei Ambulanzflugzeuge gleichzeitig einsetzen kann, leistet ihr die Armee Unterstützung. Die Luftwaffe stellt der Rega bei Bedarf einen Jet des Typs Bombardier CL-604 inklusive Piloten zur Verfügung. Dies geschieht im Rahmen der Verordnung für die Unterstützung ziviler Partner mit militärischen Mitteln (VUM).

Ein bewährtes Flugzeug

Die Luftwaffe betreibt zwei Jets des Typs CL-604, die sie im September 2019 von der Rega übernommen hat. Die Rega kann damit bei Bedarf ein bewährtes Flugzeug benützen, das sie selbst während 16 Jahren verwendet hatte. Wird es für die Repatriierungsflüge eingesetzt, so ist die Rega für die medizinische Abklärung, die medizinische Crew an Bord sowie für die medizinische Ausrüstung verantwortlich. «Die Luftwaffe kann damit sowohl im Bereich Planung wie auch in der Flugdurchführung weitere Erfahrungen sammeln», zeigt sich der Kommandant Luftwaffe, Divisionär Bernhard Müller, überzeugt.

Eine bewährte Partnerschaft

Rega und Luftwaffe bezeichnen die Vereinbarung als «ideale Übergangslösung». Sie ist eine Folge ihrer jahrelangen Partnerschaft. So unterstützt die Rega die Armee zum Beispiel seit vielen Jahren bei der Rückführung von erkrankten oder verunfallten Schweizer Soldaten aus dem Ausland. Gemeinsam mit weiteren Organisationen arbeiten die beide Parteien zudem bei der Entfernung von Hindernissen für die Luftfahrt wie nicht mehr benötigte Seilbahnen in den Alpen zusammen. Und die Armee leistet Hilfe, wenn sie gebraucht wird.

Die Verordnung

Oft stossen zivile Behörden und private Organisatoren bei ihren Tätigkeiten an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Sie brauchen Unterstützung. Und die Armee gewährt ihnen diese Hilfe – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Die Einsätze sind Teil des gesetzlichen Auftrags der Armee. Sie unterstützt mit Truppen im Ausbildungsdienst, Berufsformationen, Logistik und Material. Nicht unter das Verfahren fallen die Katastrophenhilfe, die humanitäre Hilfe und subsidiäre Sicherungseinsätze.