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Ein Steg zwischen drei Fronten

Ein Steg im Kanton Jura trennt die Schweiz und Frankreich. Er markiert den Punkt, an dem sich im Ersten Weltkrieg die Armeen dreier Staaten gegenüberstanden. Soldaten des Geniebataillons 2 haben ihn kürzlich im Auftrag eines historischen Vereins erneuert.

07.09.2020 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

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Nur wenige Meter lang, aber von hohem Symbolwert: Die Brücke über den Grenzbach Largue. (Fotos: VBS/DDPS)

Der Grenzbach La Largue bei Bonfol JU trennt die Schweiz und Frankreich. Er markiert den südlichsten Punkt der Westfront, an dem sich vor mehr als hundert Jahren französische und deutsche Soldaten im «Grande Guerre» gegenüberstanden. Und auf einer Seite hatten sich Wehrmänner der neutralen Schweiz in geschützten Stellungen verschanzt, um die Freiheit des Landes zu verteidigen. Heute steht dort neben dem Grenzstein 111 ein erneuerter Steg aus Holz, der an jene Zeit erinnern soll.

Brücke wurde zum Sicherheitsrisiko

Ein historischer Themenweg führt über den Steg. Die Vereinigung «Freunde des Kilometers Null» und die Standortgemeinde Bonfol unterhalten ihn. Schon 2012 hatte die Armee 300 Meter des Weges erstellt, einen Schweizer Beobachtungspunkt nach historischen Plänen wiederaufgebaut und eine Holzbrücke als Übergang montiert. Allerdings bestand diese aus nicht behandeltem Holz und faulte bald einmal, sodass Ersatz dringend nötig wurde. Dies, um die Sicherheit der Wanderer zu gewährleisten, betont der Vizepräsident der Vereinigung, der Militärhistoriker und pensionierte Oberst Hervé de Weck. Abermals baten die Vereinigung und die Gemeinde die Armee um Hilfe, als es darum ging, die ramponierte Holzbrücke zu ersetzen.

Geniebataillon am Werk

Deshalb waren Mitte August 15 Soldaten des Geniebataillons 2 mit schwerem Baugerät am Werk. Ihr Auftrag: Demontage und Entfernung der früheren Brücke sowie Vorbereitung und Montage der neuen Konstruktion. Für die Vereinigung und die Gemeinde sei die Unterstützung durch die Armee eine grosse Hilfe gewesen, wie de Weck festhält: «Die Soldaten haben hervorragend gearbeitet.»

Nur die Armee habe die Mittel, diese Arbeiten zum vorgegebenen Preis auszuführen. Gleichwohl habe sie, hält de Weck weiter fest, das lokale Gewerbe nicht konkurrenziert. Dies habe die kantonale Unternehmervereinigung bescheinigt – eine Bedingung für die Unterstützung ziviler Behörden und Organisationen mit militärischen Mitteln.

Salz konserviert das Holz

Die neue Brücke ist auch aus Holz, doch sie steht auf stabileren Metallträgern. Und sie wird leicht mit Salz behandelt, sodass sie die nächsten rund 15 Jahre halten sollte.

Geschichtsfans können den Themenweg nun wieder sicher benützen und sich über den «Kilometer null» der Westfront informieren – dank lokalen Geschichtsfans und der buchstäblich konstruktiven Unterstützung der Armee, die ihre Geschichte pflegt.

Der Weg ab «Kilometer null»

Ein kleines Stück Schweiz trennte im Ersten Weltkrieg Frankreich und das damals deutsche Elsass. Der Zipfel heisst «Le Largin» und gehört zu Bonfol JU. Hier zogen sich – rund 250 Meter voneinander entfernt – damals die Schützengräben der Westfront, die sich 750 Kilometer weit gegen Norden fortsetzten und im belgischen Ostende endeten. Im Süden die Schweiz: neutraler Boden, über den nicht geschossen werden durfte. Ein 7,5 Kilometer langer Themenrundweg mit erklärenden Schildern beginnt an diesem «Kilometer null», am Grenzstein Nummer 111. Verantwortlich für den Weg ist eine Vereinigung, die sich die Pflege und Förderung dieses geschichtsträchtigen Ortes zum Ziel gesetzt hat. Sie hat mehrere Befestigungswerke aus Eisenbeton restaurieren lassen, die nun gesichert und frei zugänglich sind.

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