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Zwei Jahre für einen Grosseinsatz

Auch in diesem Jahr können die kantonalen Behörden in Graubünden wieder auf die Unterstützung der Schweizer Armee zählen, um die Sicherheit während des WEF, das vom 21. bis 24. Januar stattfindet, zu gewährleisten. Der WEF-Einsatz, bei dem bis zu 5000 Soldaten engagiert sind, bedeutet ein enormer logistischer Aufwand. Wie sieht die logistische Planung dafür aus? Edy Egli, Logistikberater der Logistikbasis der Armee, der dieses Jahr zum 16. Mal am WEF involviert ist, weiss es.

10.01.2020 | Kommunikation Verteidigung , Anthony Favre und Giorgio Krüsi

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Für die Sicherheit am WEF müssen kilometerweise Kabel und Zäune verlegt werden. (Fotos: VBS)
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Edi Egli, Logistik Berater, Logistische Führung LBA

Edy Egli, wann hat die Logistikplanung für das WEF 2020 begonnen?

Es ist ein fortlaufender Prozess. Alles beginnt mit dem Dienstleistungsplan (DLP). Dieser Plan, der die Dienstleistungen der Truppe festlegt, wird zwei Jahre im Voraus erstellt. Die Planungen für das WEF 2020 haben also bereits 2018 begonnen. Und im Moment bereiten wir die Ausgabe 2021 vor.

 

Was sind die Meilensteine dieser Planung?

Wie bereits erwähnt, ist der DLP der erste Schritt. Im Juni findet dann der Logistik-Dialog 1 mit allen beteiligten Partnern statt, um die logistischen Bedürfnisse jedes Einzelnen zu koordinieren. Im Sommer bestellen dann die verschiedenen Einheiten, die während des Forums im Einsatz sind, das notwendige Material. Im Oktober findet ein zweiter Logistik-Dialog statt. Wir stellen sicher, dass die Planung reibungslos verläuft und dass genügend Material bestellt wurde. Wenn nötig, ergreifen wir die notwendigen Massnahmen. Dies ist die letzte Planungsphase, bevor die Truppen Anfangs Januar in den Dienst starten.

 

Was sind die Herausforderungen in Bezug auf Ressourcen und Logistik?

Das WEF bedeutet einen riesigen Einsatz, an dem alle fünf Logistikzentren der LBA beteiligt sind. Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln: rund 1500 Fahrzeuge sind zugunsten des WEF unterwegs, davon stehen ca. 200 der Kantonspolizei Graubünden zur Verfügung. Ausserdem sind beinahe 4000 Splitterschutzwesten und rund 500 Restlichtverstärker gefasst worden. Zusätzlich werden Zäune mit einer Gesamtlänge von rund 50 km errichtet.  Wir können uns aber nicht alleine auf Davos konzentrieren. Eine zusätzliche Herausforderung ist die parallele Erbringung von zusätzlichen Logistik-Dienstleistungen. Zum Beispiel für den Start der Winter-Rekrutenschule, für mehrere gleichzeitig stattfindende internationale Sportwettbewerbe, oder nicht geplante Einsätze der Armee.

 

Wie wird die Koordination mit den anderen beteiligten Akteuren sichergestellt?

Die Schweizer Armee – und damit auch die LBA – unterstützt den Kanton Graubünden beim WEF-Einsatz. Gleichzeitig liefern wir aber auch Material an die Kantonspolizei wie beispielsweise die vorhin erwähnten Fahrzeuge, Zäune und Restlichtverstärker. Durch diese Doppelrolle kann ich mit nur zwei Hauptansprechpartnern alle ihre logistischen Anforderungen koordinieren. Wir kennen uns sehr gut, nicht zuletzt, weil ich seit 16 Jahren für dieses Dossier verantwortlich bin.

 

Haben das besondere Umfeld und die schwierigen Wetterbedingungen Auswirkungen auf die Logistikdienstleistungen?

Nein. Vielleicht dauert es hie und da etwas länger, aber die Armee muss bei jedem Wetter operieren können. Das Wetter in Davos ist, wie wir wissen, unter Umständen schwierig. Falls nötig stellt die LBA für einzelne Standorte der Truppe die Schneeräumung sicher. Dabei kann es aber zu Engpässen beim benötigten Spezialmaterial kommen. Wir haben beispielsweise nicht unendliche Mengen an zusätzlicher spezieller Winterbekleidung, deshalb müssen wir bei der Zuteilung dieser Ausrüstung Prioritäten setzen.

 

Welchen Mehrwert stellt das WEF für die LBA dar?

Die Armee unterstützt die Sicherheitsvorkehrungen am WEF seit nunmehr 30 Jahren. So konnten wir Jahr für Jahr unsere Prozesse optimieren. Wir haben zum Beispiel einige der Sortimentsbausätze standardisiert, die für den Objektschutz oder für die BODLUV-Stellungen nützlich sind. Auch das Sicherheitsengagement in Genf zum Weltflüchtlingsforum im vergangenen Dezember hat von diesen Prozessen profitiert.

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