print preview Zurück zur Übersicht Kommando Operationen

«Sind wir schon fertig?»

Die Schweizer Armee nahm auch dieses Jahr an vielen ihrer Standorte am Nationalen Zukunftstag teil. Die Verantwortlichen des Bereichs V wollen damit den Kindern ihrer Mitarbeitenden konkret zeigen, wie der tägliche Betrieb am Arbeitsplatz ihrer Eltern abläuft. Wie viele andere Organisationseinheiten hatte auch das Kommando Operationen ein besonderes Programm für die Schülerinnen und Schüler vorbereitet.

19.11.2019 | Kommunikation Verteidigung, Fahrettin Calislar

DSC01641
Auf so einem Polizeitöff sitzen zu dürfen, ist eine unvergessliche Erfahrung. (Fotos: VBS)

Kurz nach 9 Uhr: Mit einem Ruck fährt der Piranha-Vierachser los. Im Schützenpanzer der Militärpolizei (MP) sitzen zehn Kinder, Söhne und Töchter von Angestellten des Kommandos Operationen. Im Hauptquartier der Armee in Bern wurden 21 Kinder im Rahmen des Nationalen Zukunftstages vom 14. November über die MP und später die Luftwaffe informiert, unter ihnen ein Drittel Mädchen. Marc Berchtold, der für den Personaldienst des Kommandos Operationen (KdoOp) den Zukunftstag am Standort Bern organisiert, hatte die Teilnehmenden zuvor ins Programm eingeführt. Sie hatten zum Beispiel erfahren, was die Armee macht, was eine Rekrutenschule ist und warum sich die Schweiz in der Friedensförderung engagiert.

Auf dem Areal der Kaserne lernten die Kinder anschliessend die Fahrzeuge und Mittel der Militärpolizei kennen. «Ihr dürft alles fragen, was euch interessiert», forderte sie Adjutant Unteroffizier Adrian Berger von der MP gleich zu Beginn auf. Seine Kollegen und er brachten den Kindern die Fahrzeuge näher und erklärten ihnen Schutzweste und Schlagstock. Wer wollte, konnte eine Runde im Piranha drehen, sich auf einen Polizeitöff setzen und in ein gepanzertes Aufklärungsfahrzeug klettern. «Wir brauchen es für Munitionstransporte und Begleitfahrten», erklärte Berger. Im Streifenwagen gab ein Kind per Lautsprecher durch: «Halt! Hier spricht die Polizei». Und kurz blinkte das Blaulicht auf. Im Duro testeten die Teilnehmenden einen Restlichtverstärker – indem sie in der Dunkelheit ein Bild zu malen versuchten.

Lernen durch Berühren und Ausprobieren

Die Wahl für die Präsentation sei aus praktischen Gründen auf die MP gefallen, sagte Organisator Berchtold nach dem Anlass. «Die Kinder können hier alles berühren, und vieles ausprobieren». Besonders geschätzt werde die Spritztour im Piranha. Bei der MP habe er zudem für seine Ideen besonders aufgeschlossene Partner gefunden: «Es ist wichtig, den Teilnehmenden die Sache kindergerecht zu erläutern und die Fragen zu beantworten.» Schliesslich müssten sie für die Präsentation nur über die Papiermühlestrasse rüber in die Kaserne verschieben; mit einer Kinderschar im Schlepptau sei der Wechsel des Standortes eine Herausforderung.

Um 11 Uhr endete der offizielle Teil. Eltern und Betreuer holten die Kinder wieder ab. Diese waren begeistert, mehrfach hörte man: «Sind wir schon fertig? Müssen wir schon nach Hause?» Die Kinder nahmen nicht nur einen Rucksack mit Geschenken, sondern auch einen mit Eindrücken mit nach Hause. Fünftklässlerin Elena hielt in ihrem Bericht, den sie für die Schule verfassen musste, fest: «Es war toll. Man konnte so viel lernen; zum Beispiel, dass der Töff eine Lenkradheizung hat.»

Nils, 12, interessiert sich schon länger für die Armee. «Es war cool, ich hatte viel Spass», sagte er. Er habe gelernt: Wer im fensterlosen Schützenpanzer sitzt, sieht nicht, wann die nächste Kurve kommt – und muss aufpassen, dass er dabei nicht kippt oder sich den Kopf am harten Stahl anschlägt. Dafür trage man ja auch einen Helm, so Nils. Oberst Rolf Rieder zeigte sich überzeugt, dass sein Göttibueb an diesem Tag viele interessante Eindrücke, Bilder und Erfahrungen für seine Zukunft mitnehmen konnte.

Auch Mitarbeiter Christian Stucki hat das Angebot des Zukunftstages gerne genutzt: «Es ist wichtig, dass Janik sieht, wo sein Vater arbeitet, was er macht und warum er ab und zu am Abend später nach Hause kommt, wenn er noch zu tun hat.»
 

 

Fotos