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Sie rufen 1414, aber ein Militärhelikopter kommt

An sechs Wochenenden unterstützte die Schweizer Armee mit einem Helikopter des Typs EC635 die Schweizerische Rettungsflugwacht (REGA) bei 22 Einsätzen. Die Zusammenarbeit dient einerseits der Kompetenzerhaltung innerhalb der Armee, andererseits ist sie auch ein wertvoller Erfahrungsgewinn im Hinblick auf die durch zivile Partner beantragten subsidiären Hilfsleistungen.

02.04.2019 | Kommunikation Verteidigung, Giorgio Krüsi

An sechs Wochenenden wurden 22 Personen mit einem Militärhelikopter EC635 gerettet.


Payerne, Zürich und Luzern. Von hier kommen die zwei Offiziere und der Berufsunteroffizier der Schweizer Armee, die am Samstagmorgen auf dem Flugplatz Alpnach eingerückt sind. Ein Flugassistent, ein Truppenarzt und ein Helipilot waren um 7 Uhr früh im Hangar, um die Flugbereitschaft zu erstellen. Auch heute werden im Auftrag der REGA durchschnittlich 4 bis 5 Rettungsflüge erwartet.

Der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) und die Kompetenzerhaltung für die Luftrettung der Armee (LRA) bilden die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen der REGA und der Armee. Letztere trainiert mit dem Rettungspartner in verschiedenen Bereichen und hält sich stets bereit, die Behörden zu unterstützen, sollten diese subsidiäre Hilfsleistungen anfordern.

Ein sonniger Frühling mit Nassschnee, starken Winden am Alpenkamm und moderate, aber weit verbreitete Lawinengefahr sind der klassische Rahmen für Unfälle mit Skifahrern, Gleitschirmpiloten und Wanderern: Neben den medizinischen Notfällen sind dies die typischen Einsatzfelder der REGA zum Ende der Skisaison.

Innerhalb von 5 Minuten startbereit

Es ist 9 Uhr morgens, und wie erwartet meldet der Pilot die Flugbereitschaft in der REGA-Einsatzzentrale. Zum sechsten Mal in Folge unterstützt ein Helikopter der Schweizer Armee mit eigener Besatzung die Schweizerische Rettungsflugwacht im Raum Zentralschweiz. «Von nun an müssen wir innerhalb von 5 Minuten startbereit sein», bestätigt Hauptmann Peter Schmidlin, Berufsmilitärpilot der Lufttransport Staffel 8 (LT St 8).

Die Zusammenarbeit mit der REGA ist eine wertvolle Gelegenheit, die Fähigkeiten der Luftrettung zu trainieren und zu beweisen. Vor 6 Jahren war dies das letzte Mal der Fall. «So können wir Scharfeinsätze leben und nützliche Erfahrungen austauschen», sagt der bewährte Flugassistent und Stabsadjutant Bertrand Cina. Diese Lehren werden in den zweiwöchigen Kursen, die das LRA-Team der Luftwaffe jährlich durchführt, sowie in die Ausbildungsmodule der Fliegerschulen einfliessen. So sind die Kenntnisse und Verfahren der Armee immer auf die bei der professionellen Rettung verwendeten Standards ausgerichtet.

Der Truppenarzt Oberleutnant David Schurter bestätigt, dass die Armee über die gleiche zivile Rettungsausrüstung verfügt: «Der LRA-Rucksack mit den Medikamenten und der Rettungsausrüstung wird uns von der Armeeapotheke zur Verfügung gestellt.» Doktor David Schurter arbeitet zu 90% als Anästhesist FMH in einem Zürcher Spital, ist aber auch als Helikopterarzt der REGA tätig. Er war Truppenarzt in der Armee und ist heute im LRA-Luftwaffenteam eingeteilt. Er trägt seine rote REGA-Uniform, eine neue Winterbekleidung, die auch der Flugassistent Bertrand Cina heute testen will. Vielleicht gibt es auch in Sachen Ausrüstung etwas zu lernen.

22 Einsätze mit mehr als 10 Flugstunden

In der Abenddämmerung am Sonntag endet die Serie von sechs Wochenenden mit Flugpikett, an denen 22 Luftrettungseinsätze abgeschlossen wurden, mit insgesamt mehr als 10 Flugstunden. Die Erleichterung, als die Rettung vor Ort ankam, war oft von Erstaunen begleitet: Denn niemand erwartete statt eines roten einen grünen Helikopter der Luftwaffe/Armee. Sechzehn Rettungen fanden auf Skipisten statt, bei zweien wurde die Rettungswinde eingesetzt. Die Rettungsaktionen wurden nach den geltenden Standards durchgeführt, mit Verlegungsflügen zum nächstgelegenen Spital.

Der Helikopter des Typs EC635 wird wieder für die Luftrettung konfiguriert, wenn die Armee beim World Economic Forum Davos zum Einsatz kommt, im Rahmen des Fliegerschiessens auf der Axalp, der Patrouille des Glaciers oder bei anderen Anlässen, wo die Behörden militärische Hilfsleistungen verlangen.

Glücklich, mehrere Verletzte in den Bergen gerettet zu haben, resümiert die Crew nach getaner Arbeit: «Wir sind up to date, gut ausgerüstet und fit für die Mission.» Gute Nachrichten für die Aufrechterhaltung im Luftrettungsdienst der Armee.