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Mission in luftiger Höhe

Am 9. Mai 2018 transportierte die Schweizer Armee per Helikopter einen Baukran auf die Rigi. Der Einsatz in der Zentralschweiz erfolgte im Rahmen eines von der Schweizer Berghilfe unterstützten Projekts zur Erweiterung von Stallungen. Bericht über einen anspruchsvollen Auftrag für die beiden Piloten, Major Thomas Hügli und Hauptmann Philippe Weber, und die beteiligten Loadmaster.

29.05.2018 | Kommunikation Verteidigung

Super Puma

 

Die Schweizer Berghilfe setzt sich für die Menschen in den Schweizer Bergen ein und unterstützt sie bei verschiedensten Projekten. So derzeit auch Rony und Monika Camenzind mit ihren vier Kindern, die auf der Rigi oberhalb Vitznau, 1170 Meter über Meer, ihre Stallungen vergrössern. Da keine Strasse bis hierhinauf führt, ist der Luftweg die einzige Möglichkeit, die schweren Baumaterialien und Gerätschaften vor Ort zu transportieren. Für das umfangreiche Projekt fragte die Schweizer Berghilfe die Armee um Unterstützung bei den Lufttransporten an. Wie Monika Camenzind ausführt: «Die Lufttransporte werden je zur Hälfte durch zivile Helikopter und Militärhelikopter übernommen. Ohne die Unterstützung der Armee wäre das Ganze finanziell nicht machbar.»

Verlauf des Einsatzes:

Der Einsatz beginnt am 9. Mai um halb acht Uhr morgens auf dem Militärflugplatz Alpnach am Vierwaldstättersee, nur fünf Flugminuten von Vitznau entfernt. Der Helikopter steht auf dem Tarmac bereit, die Sonne scheint, der Himmel – strahlend blau und wolkenlos – verheisst ideale Flugbedingungen. Berufspilot Major Thomas Hügli bespricht den Einsatz mit den sechs Loadmastern und ihrem Chef, Karl Müller. Sie alle arbeiten als Spezialisten auf dem Militärflugplatz Alpnach. Der bevorstehende Auftrag ist alles andere als einfach. Mit seinen 34 Jahren Erfahrung ist für Karl Müller sofort klar: «Ein komplexer Einsatz. Anspruchsvoll wird vor allem das Absetzen des Krans.»

Dreissig Minuten später steigen alle Beteiligten vor den Stallungen der Familie Camenzind aus dem Super Puma, der sogleich wieder abfliegt, um seine erst Fracht zu holen: ein Gegengewicht für den Kran. Dabei handelt es sich um einen mehrere Hundert Kilo schweren Betonblock.

Die Piloten fliegen an diesem Vormittag ein gutes Dutzend Mal hin und her. Nach dem Gegengewicht bringen sie die Einzelteile des Krans, angefangen mit dem Fahrgestell, das allein über zwei Tonnen wiegt. Die Loadmaster sind hochkonzentriert, denn die kleinste Ungenauigkeit könnte bei solch schweren Lasten teuer zu stehen kommen.

Nach dem Mittag bringt der Super Puma die letzten Ladungen Holz und landet schliesslich in der Nähe des Gebäudes. Major Thomas Hügli nutzt die Gelegenheit für ein kurzes Debriefing mit seinen Männern: «Ich glaube, es ist soweit: Auftrag erfüllt!» Zum Glück, denn das Wetter droht bald umzuschlagen und Regen kündigt sich an. Um 14 Uhr ist das Team zurück auf dem Flugplatz.

Ideale Bedingungen für einen anspruchsvollen Einsatz

Der Einsatz erfolgte ohne Zwischenfälle, begünstigt auch durch die optimalen Flugbedingungen. Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf Lufttransporte, darunter nicht zuletzt die Wetterverhältnisse, betont der Pilot. Ausserdem spielt die Höhe eine wichtige Rolle dabei, wie grosse Lasten der Helikopter heben kann. Je höher, desto weniger Gewicht kann er tragen. «Es war an der Grenze», gibt der Pilot schmunzelnd zu, «aber es ist optimal gelaufen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell fertig werden.»

«Wir schätzen es sehr, dass die Armee uns bei dem Projekt unterstützt», freut sich Rony Camenzind am Ende eines gelungenen Einsatzes. Die Arbeit der Armee ist damit aber noch nicht zu Ende. Im Juni wird ein Lufttransportgeschwader im Wiederholungskurs nochmals einen Materialtransport ausführen. Und nach dem geplanten Abschluss der Bauarbeiten im Oktober wird die Armee wieder für den Rücktransport der Baumaschinen besorgt sein.