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Von riesigen Staubsaugern und einem Mann im Turm

Auf einem Militärflugplatz ist oft viel los. Um die Sicherheit zu gewährleisten und Unfälle zu vermeiden, braucht es klare Abläufe. Das gilt nicht nur in Payerne, von wo aktuell die Jets für den WEF-Einsatz starten, sondern auch auf der Schwester-Airbase in Meiringen. Cuminaivel hat im Berner Oberland einen Blick hinter die Kulissen gewagt.

26.05.2022 | CUMINAIVEL | lw


Im Turm eines Kleinlasters beobachtet der Pistenwart das Geschehen auf dem Militärflugplatz. Nur ein paar hundert Meter nebenan bringen Landwirte Heu ein. Das ist in diesen Tagen ein gängiges Bild in Meiringen. Gerade deshalb bietet sich dieser Ort besonders an, um den Ground Traffic auf einem Militärflugplatz zu erklären. Denn hier ist die Armee nicht für sich. Über die Piste führt die Kantonsstrasse, in unmittelbarer Nähe befinden sich Bauernhöfe und Wohnhäuser. Damit es während des Flugbetriebs nicht zu brenzligen Situationen kommt, braucht es klare Regeln und Abläufe. Und wie diese aussehen, lässt sich am besten anhand eines Einsatzes aufzeigen.

Auch die Feuerwehr muss warten

Morgens um 7 Uhr beginnt der Betrieb auf dem Militärflugplatz. Doch ehe die F/A-18-Jets abheben können, muss die Piste von einem Lastwagen mit eingebautem Staubsauger gereinigt werden. Denn schon kleine Steinchen am Boden können fatale Folgen haben, weil das Triebwerk der F/A-18 diese ansaugen kann – und das kann einen erheblichen Schaden anrichten. Anschliessend sind die Schlepper an der Reihe, welche die Jets auf das Rollfeld ziehen. Und sobald hat der Pistenwart seinen Auftritt. Er betrachtet die Flieger auf mögliche Mängel und kontrolliert, ob sich niemand mehr auf der Piste befindet. Damit sind nicht nur Menschen, sondern auch Tiere gemeint – besonders Vögel. Um sie zu verscheuchen, kann der Pistenwart aus seinem Fahrzeug spezielle Geräusche abspielen. Gibt er grünes Licht – und liegt die Starterlaubnis aus dem Tower vor – dürfen die Flugzeuge abheben.

Zum Dispositiv am Boden gehört zudem eine eigene Feuerwehr, das sogenannte Unfallpikett. Doch anders als im Strassenverkehr, kann diese im Notfall nicht einfach auf oder über die Piste fahren. Erst auf das Geheiss des Flugdienstleiters darf sie den Einsatz beginnen. Auch das gehört zu den Besonderheiten des Ground Traffic.


Kommunikation ist das A und O

Während drei Wochen im Jahr wird der Militärflugplatz in Meiringen im WK-Betrieb geführt, den Hauptteil aber trägt das Berufspersonal. Weil aber mit der Logistikbasis der Armee (LBA), der Führungsunterstützungsbasis, der Luftwaffe, der Flugsicherung Skyguide und der Militärpolizei mehrere Organisationen am Betrieb teilhaben, kann das zu einer Herausforderung werden. Gerade deshalb ist die Kommunikation im Ground Traffic zentral. Sei es, wenn ausnahmsweise an einem Sonntag ein Jet aufgetankt und dazu der Tankwart via LBA organisiert werden muss. Oder sei es, wenn die Landwirte als Pächter diverser Flächen auf dem Militärflugplatz Heugras mähen wollen. Denn einfach drauflos fahren dürfen sie hier ebenso wenig wie die Feuerwehr.


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