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Das «SE079»: Das Tor zur Welt (aber auch zum Abgrund) und der soldatische Umgang damit

Im Militärdienst werden sie scherzhaft als «SE 079» bezeichnet. Dies in Anlehnung der militärischen Funksysteme, die diese Abkürzung für «Senden» und «Empfangen» tragen.

19.05.2022 | CUMINAIVEL | lw


Doch heutige Mobiltelefone können mehr als Senden und Empfangen von Sprache, sie sind smarter. Und diese Smartphones bergen aus militärischer Sicht auch Risiken. Es können heikle Informationen abgefangen oder verfälscht werden und die Besitzerinnen und Besitzer der Geräte lassen sich orten, womit Schutzdispositive auffliegen könnten. Es sei deshalb hier an die Grundregeln eines soldatisch-verantwortungsvollen Umganges mit den Smartdevices (ob privat oder dienstlich) erinnert:

  • Verwenden Sie dienstliche Geräte ausschliesslich zu dienstlichen Zwecken.
  • Benützen Sie Ihr privates Smartphones nur in der dienstfreien Zeit, mit Ausnahme eines Notfalles zu Alarmierungszwecken bei Ausfall aller anderen Übermittlungsmittel.
  • Schliessen Sie keine privaten Geräte an dienstliche an, um Informationsabfluss und Malware-Verbreitung zu verhindern.
  • Schalten Sie auf dem Weg zu klassifizierten Anlagen Ihr Smartdevice ganz aus oder deaktivieren Sie grundsätzlich im ganzen Sicherheitsdispositiv die Ortungsdienste sowohl auf dem dienstlichen wie auch auf dem zivilen Gerät.
  • Smartdevices sind potenzielle Wanzen. Vor vertraulichen oder geheimen Gesprächen sind diese Geräte wegzuschliessen.
  • Seien Sie kritisch gegenüber Informationen, die Sie auf nicht verifizierten Kanälen bekommen. Im Zweifelsfall fragen Sie bei Ihrem Vorgesetzten nach.
  • Halten Sie sich an die spezifischen und auftragsgebundenen Anordnungen Ihrer Vorgesetzten zum Umgang mit Smartdevices.

Seit Januar 2022 ist der Messenger-Dienst «Threema» für die dienstliche Nutzung zugelassen. Der kostenpflichtige Bezug dieser App wird von der Armee erstattet – fragen Sie Ihren Kommandanten. Verwenden Sie für dienstliche Kommunikation diese App und beachten Sie:

  • Minimal ist die Threema-ID des Kommunikationspartners bekannt (beim Kontakt angezeigt mit einem roten Punkt). Zusätzlich zur Threema-ID ist auch die Telefonnummer des Kommunikationspartners im Verzeichnis der eigenen Kontakte vorhanden; Bei der Kontaktperson werden dann zwei orange oder zwei blaue Punkte angezeigt.
  • Für Gesprächsinhalte auf Schutzniveau 2 (VERTRAULICH) haben sich die Gesprächsteilnehmer gegenseitig zu authentifizieren, das heisst, es sind die Threema-ID durch gegenseitiges Scannen der ID zu bestätigen; Der Kontakt erhält dann drei grüne Punkte.
  • Informationen auf Schutzniveau 3 (GEHEIM) dürfen nur über militärische und speziell gesicherte Systeme ausgetauscht werden.

Über Social Media bleiben auch Soldatinnen und Soldaten mit der Aussenwelt in Kontakt. Beachten Sie das Social Media-Handbuch der Armee und insbesondere die folgenden Punkte.

  • Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Botschaften in Uniform – sei es als Lohn- oder als Soldempfänger – jederzeit als Äusserung der Armee wahrgenommen werden.
  • Es gilt das Prinzip TOZZA, wonach Informationen zu Truppen, Orte, Zahlen und Zeiten sowie Absicht nicht bekanntgegeben werden dürfen.
  • Teilen Sie im Rahmen des Erlaubten positive Momente in der Dienstzeit öffentlich und tragen Sie negative Erlebnisse oder Differenzen unter vier Augen mit Ihren Vorgesetzten aus.
  • Empfänger von Informationen sind mit Bedacht auszuwählen und diesbezügliche Einstellungen der Social Media-Kanäle regelmässig zu überprüfen. Berücksichtigen Sie auch bei «Freundschaftsanfragen» in den Kanälen, dass Sie nur in Ihre Community zulassen, wen Sie persönlich kennen.
  • Bei Beleidigungen in den Kommentaren Ihrer Posts oder Drohungen auf Social Media gehen Sie wie auf der PocketCard Social Media beschrieben vor: Beweise sichern und Vorgesetzte informieren.


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