print preview

Zurück zur Übersicht Kommando Operationen


Militärische Hotelgäste

Militärische Kader ab Stufe Höhere Unteroffiziere übernachten während ihres WK im Hotel. Dort sind sie gern gesehene Gäste. Wir haben bei zwei Hoteliers nachgefragt, wie sie das militärische Kader betreuen und weshalb sie diese während des WEF auch mal ausquartieren.

11.05.2022 | CUMINAIVEL | rb


Die Terrasse des Hotel Bellevue in Davos Wiesen mit Blick über das Landwassertal lädt ein zum Verweilen. Doch trotz strahlendem Sonnenschein wird sie momentan von den Hotelgästen kaum genutzt, erzählt der Geschäftsführer des Hotels, Sandro Zollinger. Im kleinen Hotel ist derzeit das Kader einer Militärpolizeikompanie untergebracht. «Militärische Gäste sind unauffällig. Sie verlassen das Hotel sehr früh und kehren erst spät am Abend zurück. Viele von ihnen sehe ich nur beim Ein- und Auschecken», sagt Zollinger. Das Kader kommt hierher zum Schlafen, vielmehr eigentlich nicht. Das Frühstück sowie das Mittag- und Abendessen nehmen sie irgendwo anders zu sich, so Zollinger.

Seit er vor drei Jahren die Hotelleitung übernommen hat, bringt er regelmässig militärisches Personal unter. Während der Tage, an denen das WEF stattfinden, muss das Kader jedoch das Hotel verlassen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher des Jahrestreffen übernachten dann im Hotel Bellevue, sodass Zollinger für einige Tage keine Betten mehr für seine militärischen Gäste übrig hat. Doch der Geschäftsführer zeigt sich vorausschauend und kreativ. «Für diese aussergewöhnliche Situation suche ich nach einer alternativen Unterkunft im Dorf», sagt Zollinger. Nicht etwa in der Truppenunterkunft der nahegelegenen Zivilschutzanlage, sondern in zwei Häusern verteilt würden die militärischen Kader während der WEF-Tage wohnen. Danach kehre das Kader für die letzte WK-Woche zurück in sein Hotel.


Militärische Dankesgeschenke

Zimmermangel aufgrund des WEF herrscht im Hotel Alte Post in Bonaduz nicht. Hier beherbergt Geschäftsführer Gian Reto Theus aktuell das Kader einer in der Nähe stationierten Rettungskompanie. Abgesehen davon übernachtet immer wieder militärisches Personal in der Alten Post im geographisch günstig gelegenen Bonaduz. Auch verschiedene Stäbe richten sich jeweils in den Seminarräumen im gegenüberliegenden Residenzgebäude ein. Zeuge davon sind Glasvitrinen mit militärischen Gegenständen und Abzeichenwände, welche die Truppen zum Dank dem Hotel als Geschenk hinterliessen. Theus erzählt von einer besonderen Geschenkübergabe: «Nachdem bei uns im Hotel mehrere Militärpiloten übernachtet haben, erhielt ich ein Foto eines Super Pumas auf mein Smartphone. Mit diesem Foto bedankten sich die Piloten für den angenehmen Aufenthalt bei uns in der Alten Post. Die grosse Überraschung folgte dann einige Tage später, als ein Armeeangehöriger bei uns am Empfang stand. In seiner Hand hielt er eingerahmt das Bild des Super Pumas. Das war wirklich ein ganz dankbarer Moment”, sagt Theus mit einem Lächeln.


Das Militär und die Alte Post verbindet eine lange Tradition. «Bereits seit 40 Jahren übernachten militärische Kader in unserem Hotel», sagt der Geschäftsführer. Die Regelmässigkeit der Übernachtungen durch militärisches Personal rechnet sich für das Hotel daher trotz der Obergrenze von 70 Franken pro Nacht pro Person, die das Militär für Hotelübernachtungen zahlt. Ungefähr 20 Prozent unseres Umsatzes generiere man durch das Militär, so Gian Reto Theus. Er führt den Familienbetrieb bereits in fünfter Generation und erwähnt, dass ehemalige militärische Gäste nicht selten zu zivilen Gästen werden. «Die Armee ist für uns also auch eine Art ‘Werbeträgerin’. Wenn die Offiziere unser Hotel weiterempfehlen oder selbst wiederkommen, ist das ein positiver Effekt», sagt der Geschäftsführer der Alten Post in Bonaduz.


Auf die Frage, ob es von Seiten der Bonaduzer Bevölkerung vielleicht manchmal kritische Äusserungen gebe wegen der hohen Militärpräsenz im Hotel, antwortet Theus: «Es gab mal eine Situation, als sich jemand beschwert hat wegen der Panzertruppen, die wir auch bei uns unterbringen. Hier kann es am Abend, wenn die ‘Pänzeler’ von der Arbeit zurückkommen, halt ein wenig lauter werden im Dorf. Denn mit normalen PW fahren die bekanntlich nicht vor», sagt Theus schmunzelnd und führt nach, dass es grundsätzlich keine negativen Reaktionen gebe, im Gegenteil. Das Militär sei ein sehr angenehmer und willkommener Gast.


Zurück zur Übersicht Kommando Operationen