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«ODESCALCHI»: bis über die Grenze einsatzbereit

Vertreter der zivilen und militärischen Einsatzkräfte, die daran beteiligt sind, haben heute einen Meilenstein in der Vorbereitung der internationalen Übung «ODESCALCHI» erreicht. An dieser Übung beteiligt sind Einheiten der Territorialdivision 3, die Partner des Bevölkerungsschutzes des Kantons Tessin, die Einheiten des Kommandos der Alpinen Truppen der italienischen Armee und die zivilen italienischen Interventionskräfte.

05.05.2021 | C Komm «ODESCALCHI», Oberst Graziano Regazzoni

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© VBS/DDPS, Fach Of Marco Cortesi

Nach vier Jahren Vorbereitung trafen sich die Offiziere der Territorialdivision 3, des Kommandos der Alpinen Truppen von Bozen und die Vertreter der verschiedenen Institutionen, die den Schutz der Bevölkerung wahrnehmen, in Quinto, um die Vorbereitungsarbeiten für die Übung «ODESCALCHI» fortzusetzen, die im Juni 2022 zwischen der Schweiz und Italien stattfinden wird.

Neben der internen Organisationsarbeit der einzelnen Organisationen ist es wichtig, dass die Vertreter der Schweizer und der italienischen Armee untereinander und mit ihren zivilen Partnern die Mittel und Methoden der Intervention diskutieren. "Auf eine Krise zu warten, um sich operativ kennen zu lernen und Beziehungen von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung aufzubauen, wäre zu spät. Aus diesem Grund sind die regelmässigen bilateralen Treffen der letzten Jahre, wie auch das heutige Treffen, ein Eckpfeiler für den Erfolg einer gemeinsamen Intervention im Krisenfall.“ Mit diesen Worten umschreibt Divisionskommandeur Lucas Caduff, Kommandant der Territorialdivision 3, den Grundsatz "KKK – In Krisen Köpfe Kennen".

Der Zweck des heutigen Treffens war, die für die Übung der zivilen und militärischen Einsatzkräfte entwickelten Szenarien an massstabsgetreuen Modellen nachzustellen. "Dieses Treffen ermöglicht es, jede Phase der Übung zu bewerten", erklärt Brigadier Stefano Laffranchini, Stellvertreter des Kommandanten der Territorialdivision 3. In der Übung wird die Situation, in der die Einsatzkräfte gefordert sind, an einem Modell nachgestellt und die Aktivitäten jeder Organisation nacheinander simuliert. "Die Tatsache, dass jedes Szenario von Vertretern der zivilen und militärischen Organisationen analysiert wird, ermöglicht, die unterschiedlichen Bedürfnisse zu erkennen, die verschiedenen Empfindlichkeiten hervorzuheben und das Geplante zu korrigieren, damit das, was den Interventionskräften präsentiert wird, so real wie möglich ist", erklärt Laffranchini.

Die Übung im kommenden Jahr folgt auf diejenige, die 2016 in den Regionen Mendrisiotto/TI und Comasco/I stattfand. Dabei wurde ein schwerer Chemieunfall auf dem internationalen Bahnhof von Chiasso simuliert. Die neue Ausgabe der Übung findet in einem Gebiet zwischen Bassa Leventina, Alto Mendrisiotto und Malcantone sowie in der Provinz Varese statt. Die Einsatzkräfte werden mit einer Naturkatastrophensituation konfrontiert, die die Region während einer internationalen Konferenz trifft.

Für die Schweizer, wie auch für die italienische Armee, werden diese Arten von Einsätzen als subsidiäre Einsätze auf ausdrücklichen Wunsch der zivilen Behörden durchgeführt. Diese sind auch für den Einsatz verantwortlich. Auf Tessiner Seite wird die Übung «ODESCALCHI» durch den kantonalen Führungsstab geleitet. Auf italienischer Seite werden die Truppen dem italienischen Zivilschutz und den örtlichen Behörden unterstellt.

Mögliche Erweiterung von internationalen Vereinbarungen

Rechtlich ist die internationale Zusammenarbeit in der Verordnung über die Katastrophenhilfe im Ausland geregelt. In Bezug auf die Südgrenze wurde am 2. Mai 1995 das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Italienischen Republik über die Zusammenarbeit im Bereich der Risikovorsorge und -vorbeugung und der gegenseitigen Hilfeleistung bei natürlichen oder durch menschliche Tätigkeit verursachten Katastrophen abgeschlossen.

Die engen Beziehungen, die zwischen den Departements der Institutionen des Kantons Tessin und der Präfektur Como während der Vorbereitungsarbeiten für die Ausgabe 2016 von «ODESCALCHI» aufgebaut wurden, führten auch zur Unterzeichnung einer operativen Vereinbarung, in der die Interventionsverfahren zur Gewährleistung der gegenseitigen Unterstützung in den beiden Gebieten festgelegt wurden. Die in diesen fünf Jahren geförderten grenzüberschreitenden Kontakte ermöglichen es, die Übung 2022 als Rahmen für die Unterzeichnung von Vereinbarungen zur Regelung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen allen italienischen Provinzen und den angrenzenden Schweizer Kantonen zu betrachten.

Das comando truppe alpine von Bozen

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Unter der Leitung von General Claudio Berto ist das Kommando Alpine Truppen in Bozen (COMTA) für die Ausbildung und Vorbereitung zuständig. Sie ist verantwortlich für die Division “Tridentina” und die beiden Alpenbrigaden “Taurina” und “Julia” sowie für das Alpine Ausbildungszentrum und die in den Alpen und Abruzzen eingesetzten Unterstützungseinheiten. Seit dem 1. Januar 2018 hat COMTA die territoriale Zuständigkeit für Norditalien entlang der Schweizer Grenze übernommen und ist damit der wichtigste Ansprechpartner der Territorialdivision 3 für Einsätze der gegenseitigen Hilfeleistung, wie sie im Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Italienischen Republik über die Zusammenarbeit im Bereich der Risiko-vorsorge und -vorbeugung und der gegenseitigen Hilfeleistung bei natürlichen oder durch menschliche Tätigkeit verursachten Katastrophen vorgesehen sind.

Comando Truppe Alpine

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