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Königin der Flab: In die Jahre gekommen und dennoch schlagkräftig

Die 35mm-Fliegerabwehrkanone ist das einzige Waffensystem der Fliegerabwehr, das auf Schweizer Boden im scharfen Schuss trainiert. Ein Privileg, ist man sich bei der Fliegerabwehr bewusst. Auf dem Schiessplatz in S-chanf bewies die mittlere Fliegerabwehr Abteilung 32 (M Flab Abt 32), dass das 1963 in Dienst gestellte Geschütz auch heute noch beeindruckt.

10.02.2020 | Fachof Noël Graber, Komm Gr LVb Flab 33

Nachtschiessen der M Flab in S-chanf (Bild: Schweizer Armee Freunde)
Nachtschiessen der M Flab in S-chanf (Bild: Schweizer Armee Freunde)

Die mittlere Fliegerabwehr habe weiterhin ihre Berechtigung, betonte Oberst René Meier vor einem Publikum aus Armeeangehörigen, Interessierten und Behördenmitgliedern. Meier ist beim Lehrverband Fliegerabwehr 33 (LVb Flab 33) unter anderem für den Fortbildungsdienst der Truppe verantwortlich. «Die M Flab ist das letzte Mittel auf der letzten Meile», so Meier. Wenn immer in der Schweiz ein grösserer Anlass oder eine grössere Konferenz stattfinde, sei die Fliegerabwehr dabei und gewährleiste den Objektschutz.

In die Jahre gekommene Königin

Mit ihren vier Kilometern Wirkdistanz ist die Mittelkaliber-Fliegerabwehr oder – wie Meier sie nennt – die «Königin der Flab» für den Objektschutz prädestiniert. «Wir dürfen uns aber auch nichts vormachen. Das Waffensystem ist älter als ich», schmunzelt der 52-jährige Berufsoffizier. «Ein modernes Kampfflugzeug käme wohl gar nie in die Nähe des Systems.» Daher sei die derzeit laufende Ersatzbeschaffung für Flab-Mittel richtig und dringend nötig.

Mehr als nur Lärm

Dass die «Königin der Flab» auf kurze Distanz aber durchaus über Schlagkraft verfügt, bewies die M Flab Abt 32 den Zuschauern direkt auf dem Schiessplatz in S-chanf. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse war zwar kein Flugbetrieb und damit auch kein Schiessen auf Zielflugzeuge möglich. Dennoch beeindruckten die 35mm-Zwillingsgeschütze, als sie – unter ohrenbetäubendem Lärm – Leuchtspuren an den Engadiner Nachthimmel zeichneten. «Wir machen mehr als Lärm», erklärte René Meier zwischen zwei Flab-Salven. Die Flab trage zum Produkt «Sicherheit» bei, das in der Schweiz zu einer Selbstverständlichkeit geworden sei. «Und wir bringen dank unserer Präsenz im Engadin auch Wertschöpfung für das lokale Gewerbe».

Wache bei minus 25 Grad

Immer wieder lobte Oberst Meier die vielen Milizangehörigen, welche die mittlere Fliegerabwehr betreiben. «Sie alle sind während drei bis vier Wochen pro Jahr weg von ihren Arbeitsplätzen und ihrem privaten Umfeld. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr.» Zuweilen seien Flab-Einsätze pickelhart. «Wenn meine Leute während des WEF auf dem Flugplatz in Samedan bei minus 25 Grad Wache schieben müssen, kann man nicht von einem attraktiven Dienst sprechen», gibt Meier zu. Aber sinnvoll sei er allemal.