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«Gesunde Hunde arbeiten besser»

Der positive Verlauf des Einsatzes am WEF hängt nicht nur von der guten Gesundheit der Truppe ab. Auch die Hunde der Hundeführerkompanie 13/5 müssen in Topform sein. Für ihre Gesundheit ist ein Militärveterinär zuständig.

17.01.2020 | CUMINAIVEL | ms

Tierarzt

 

Eine kurze Beobachtung reicht für Oberleutnant Michael Klopfenstein. Der Militärveterinär sieht sofort, ob der Hund den Anforderungen für den Einsatz genügt. Die ersten Anhaltspunkte dafür sind das Tempo und die Energie des Tieres. «Wenn ich einen hinkenden Gang bemerke, klingelt die erste Allarmglocke. Dann sind Anzeichen vorhanden, die auf mögliche Schmerzen hinweisen», sagt Michael Klopfenstein. Nacheinander werden die treuen Begleiter der Hundeführerkompanie 13/5 von den fachkundigen Händen des Veterinärs kontrolliert. Er selbst hat Erfahrung, da er schon zum sechsten Mal am WEF im Einsatz ist. Nichts wird dem Zufall überlassen: Zähne, Ohren, Augen und Gliedmassen werden überprüft. «Durch die Untersuchung einiger neuralgischer Punkte kann ich mögliche Probleme wie etwa Störungen im Bewegungsablauf (Ataxie) oder Wirbelsäulenprobleme erkennen», so Michael Klopfenstein. Mitentscheidend ist aber auch die Meinung der Hundehalter selbst. Der Veterinär sagt dazu: «Gegenseitiges Vertrauen ist grundlegend. Denn die Tiere sind nicht nur Armeehunde, sondern gehören den Haltern persönlich. Sie verbringen 24 Stunden mit ihrem Hund und kennen das Tier am besten.» Es sei deshalb wichtig, dass die Besitzer erwähnen, wenn der Hund während der Untersuchung plötzlich auffällig reagiert. «Wir haben es hier mit gut ausgebildeten Hunden zu tun, die bemerkenswerterweise berechenbarer sind als Tiere, die sich nur im zivilen Umfeld bewegen.»

Bei der Truppe ist klar: Der grösste Feind ist eine sich ausbreitende Grippe. Und bei den Hunden? Besteht dort ein ähnliches Risiko? Michael Klopfenstein antwortet: «Der Hund ist nur dann voll einsatzfähig, wenn er gegen bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Zwingerhusten geimpft ist.» Aktuell sei die Situation in der Hundeführerkompanie 13/5 sehr gut. Es gebe keine Anzeichen für auftretende Krankheiten. Aber das Unerwartete steht vor der Tür. Deshalb kümmert sich der Tierarzt um die Prophylaxe der Hunde. Das geht über die medizinische Untersuchung der Tiere bis zur Reinigung der Käfige und der Fütterung. Kleinere Eingriffe kann Michael Klopfenstein selbst vor Ort vornehmen. So kann er beispielsweise bei leichten Verletzungen vor Ort operieren. Falls die medizinische Lage aber komplizierter ist, wird der Hund in eine Klinik gebracht. Scherzhaft meint der Veterinär: «Die Hunde sind in der Regel einfacher zu führen als die Soldaten.»