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Die Augen und Ohren des Schweizer Himmels

Im Air Operation Center AOC in Dübendorf wird der Luftraum über der Schweiz rund um die Uhr überwacht – damit die Luftwaffe im Notfall innert kurzer Zeit intervenieren kann. Um stets die lückenlose Übersicht zu haben, braucht es das Luftlagebild bzw. das Recognized Air Picture RAP.

17.01.2020 | CUMINAIVEL | mm

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Das RAP basiert auf Artikel 5 der Verordnung über die Wahrung der Lufthoheit, welcher Folgendes festhält: Die Luftwaffe sorgt rund um die Uhr für eine Darstellung der identifizierten Luftlage. Und: Sie meldet Luftfahrzeuge, von denen sie feststellt, dass sie die Lufthoheit verletzen oder die Luftverkehrsregeln in schwerwiegender Weise verletzen, unverzüglich den Organen der Flugsicherung. Damit die Schweizer Luftwaffe diesen Auftrag erfüllen kann, erstellt sie das Luftlagebild - oder eben kurz RAP (Recognized Air Picture). Mit dem RAP werden alle Bewegungen im Schweizer Luftraum auf grossen Bildschirmen im Air Operation Center AOC in Dübendorf aufgezeichnet. Die Luftwaffe hat sich im Gebäude von Skyguide mit der Einsatzzentrale eingemietet. Wobei diese Situation europaweit einzigartig ist: Denn während des normalen Alltags ist lediglich der Einsatzleiter Luftverteidigung, der Chief Air Defense (CAD) miliärisch grün gekleidet. Alle anderen Personen in der Einsatzzentrale Luftverteidigung (EZ LUV) arbeiten in ziviler Kleidung. Die militärische Luftraumüberwachung und taktische Führung gehen hier Hand in Hand.  Möglich ist dies, weil die Fluglotsen der Skyguide sowohl über eine zivile als auch über eine militärische Ausbildung verfügen. 

Doch wie setzt sich ein Luftlagebild überhaupt zusammen? Nun, der Luftraum wird mit Radarsystemen überwacht. Wobei es zwischen Sekundär- und Primärradarsystemen zu unterscheiden gilt. Erstere erfassen Signale der Flugobjekte, die diese mittels Transponders ausstrahlen. Doch fällt dieser aus oder wird gar mutwillig ausgeschaltet, ist das Flugzeug für das Sekundärradarsystem nicht mehr sichtbar. Dann kommen die Primärradaranlagen der Schweizer Luftwaffe zum Einsatz. Diese senden ein Signal und empfangen dann das Echo. Selbst Tarnkappenbomber mit Stealth-Fähigkeiten können damit, wenn auch verzögert, geortet werden. Verschiedenste Systeme liefern so der EZ LUV entsprechende Daten. Nur ist es in der Schweiz mit dem Radar zuweilen eine komplizierte Angelegenheit. Wegen der Topographie kann selbst das Frühwarnsystem der Luftwaffe, FLORAKO, nicht alle Bewegungen erfassen, gerade in Tälern können Flugzeuge so buchstäblich unter dem Radar fliegen.  Deshalb kommen hier mobile TAFLIR-, HUMINT- und SIGINT-Stellungen zum Einsatz. Sie sorgen unter anderem während des Weltwirtschaftsforums für eine lückenlose Überwachung des gesamten relevanten Luftraums.