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Feuer und Flammen auf dem Simplon

Das Artillerieschiessen auf dem Simplonpass war auch dieses Jahr eine Attraktion für die Touristen und die vorbeifahrenden Lastwagenchauffeure. Die Artillerieabteilung 49 führte ihren Wiederholungskurs auf dem Simplon durch und trainierte das Schiessen und taktische Verschieben im Rhonetal.

03.12.2018 | Kommunikation Verteidigung

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Die 42Kg-Übungsgranaten sind schussbereit. Im Hintergrund der Steinadler des Simplons.

 

Der bekannte Steinadler auf dem Simplonpass schien, wie die Schiesskommandanten auch, den Horizont zu beobachten und genau hinzuschauen, wohin die abgeschossenen Granaten der Panzerhaubitzen fielen. Auf dem Pass lagen zu diesem Zeitpunkt schon 40 Zentimeter Neuschnee. Angehörige der Logistikbasis der Armee hatten die Wege für die Schiessstellungen vom Schnee befreit und die M-109-Panzer bezogen ihre Positionen. Trotz der winterlichen Bedingungen konnte die Artillerieabteilung 49 (Art Abt 49) so ihr Schiesstraining bei Tag und bei Nacht durchführen.

Für die Angehörigen der Artillerieabteilung 49, des einzigen mehrheitlich italienischsprachigen Truppenkörpers, war es der erste Wiederholungskurs nach der Unterstellung unter die Mechanisierte Brigade 4, im Rahmen der Weiterentwicklung der Armee (WEA). «Die italienischsprachigen Artilleristen der Artillerieabteilung 49, die man übrigens seit jeher «Quarantanöf» nennt, wurden von der neuen Mechanisierten Brigade 4 mit offenen Armen empfangen», bestätigt Oberstleutnant im Generalstab Francesco Galli, Kommandant der Abteilung. Die Mitglieder der Abteilung waren dieses Jahr besonders gefordert, fehlte doch rund ein Drittel des Sollbestandes wegen Dispensationen, insbesondere in den diversen Spezialfunktionen.

Die Abteilung erhielt mit der Reform eine vierte Geschützbatterie, welche demnächst mit den neuen Minenwerfern vom Typ GDLS-Mowag ausgerüstet wird. Mit diesem Einsatzmittel wird die Abteilung den bisher fehlenden Feuerschutz auf kurze Distanz gewährleisten können.

Die Geschichte der traditionellen Artillerieabteilung reicht weit zurück, in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Verband wurde 1841 auf Beschluss des Tessiner Grossrats als Artillerieeinheit gegründet – damals wurden die Kanonen noch von Pferden gezogen. Anschliessend wurde sie als Feldbatterie in die neue Eidgenössische Armee eingegliedert und wurde dann zur schweren Artillerieabteilung 49. Nach der Umstellung auf gepanzerte Fahrzeuge erhielt sie den heutigen Namen Artillerieabteilung 49. Die Zukunft des Verbandes scheint gesichert, angefangen bei der Tatsache, dass in der letzten Artillerie Rekrutenschule immerhin ein Viertel aller Soldaten italienischsprachig war.

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