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Heer | Kommandant auf Stippvisite beim Mech Bat 14

Truppennah hat sich der Kommandant Heer, Divisionär René Wellinger, auf dem Panzerschiessplatz Hinterrhein persönlich ein Bild vom Ausbildungsstand und dem Befinden der Soldaten gemacht. In der zweiten WK Woche standen beim Mechanisierten Bataillon (Mech Bat) 14 Zugsgefechtsschiessen und infanteristische Ausbildungseinheiten an.

07.05.2018 | Komm - Stab Mech Div

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Imposant und gleichzeitig Respekt einflössend stellen die Leopard II Panzer der Schweizer Armee noch immer das Rückgrat der mechanisierten Verbände. Das über 56 Tonnen schwere Ungetüm mit der 12cm Kanone gibt sich jedoch im Feld äusserst wendig, verantwortlich dafür die geschulten Fahrer. Obschon diese wie alle anderen Soldaten der Schweizer Armee nur jährlich jeweils drei Wochen Militärdienst leisten, beherrschen sie ihr Fahrzeug bestens. Jedoch kann ein Panzer alleine nicht viel bewirken, erst im Verbund werden sie zu einer ernstzunehmenden Gefahr für den Gegner. Dies hat ein Zug der Kompanie 14/2, kommandiert vom Zugführer Stellvertreter Oberwachtmeister Julian Leu auf dem Panzerschiessplatz Hinterrhein demonstriert – unter den wachsamen Augen des Kommandanten Heer, Divisionär René Wellinger. Aufgrund des schon seit einigen Jahren eingeführten «Stellvertretertages», hatte während des ganzen Tages Leu das Kommando über den Zug. «Die Stellvertreter sollen auch die Gelegenheit haben, ihre Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen und nicht nur während des Parkdienstes», begründete der Kompaniekommandant, Hauptmann Michael Feller.

 

Spontanausbildung und Dilemma

Vorstossen in der Formation «Linie» und den Gegner vernichten, dies war der Auftrag. Gefordert war so aber nicht nur der Zugführer, welcher Bewegung der Panzer zu koordinieren hat, sondern auch die Fahrer, welche ihn im Halten der Formation unterstützen müssen. Im Auftrag des jeweiligen Wagenkommandanten mussten die Richter plötzlich auftauchenden Ziele mit dem Maschinengewehr oder aber mit der 12 cm Kanone so schnell als möglich ausschalten. Eine Herausforderung an die Teamarbeit im Panzer aber auch für den ganzen Zug.

Während die vier Leopardpanzer unaufhaltsam nach vorne stiessen, beobachtete Divisionär Wellinger die Arbeit aus dem Beobachtungsturm, wo ebenfalls die jeweiligen Treffer gemeldet wurden. Er unterliess es auch nicht, die Zeit zu nutzen und das Wissen der anwesenden Offiziere zu testen – allen voran den Bataillonskommandant Stellvertreter Major Stephan Lingg und den Kompaniekommandanten Feller. Von sechs Schüssen mit dem grossen Kaliber trafen fünf ihr Ziel. Das simulierte Dilemma eines Leopards mit technischem Defekt erschwerte die Aufgabe der Soldaten zusätzlich. Doch zeitnah war der Bergepanzer «Büffel» auf Platz und nahm den fahrunfähigen Leopard an den Abschlepphaken.

 

Gute Ansätze mit Verbesserungspotenzial

Spätestens bei der Übungsbesprechung zeigte sich das fundierte Wissen des Kommandanten Heer über die mechanisierten Verbände. Die Manöverkritik fiel entsprechend detailliert und kritisch, jedoch immer konstruktiv aus. «Die Soldaten müssen ja etwas lernen und verstehen, warum gewisse Abläufe nicht so funktionierten wie zuvor anhand Geländemodells besprochen», erklärte Wellinger im Anschluss. Das militärische Handwerk der Soldaten sei sehr gut, nur bei der Kommunikation innerhalb des Zuges gäbe es Verbesserungspotenzial. «Ihr könnt das alles, nur in der Kommunikation müsst ihr besser werden», richtete Wellinger sein Fazit an den versammelten Zug. Dank der elektronischen Aufzeichnungen wurde auch der Fehler schnell gefunden, welcher zu einem Fehlschuss geführt hatte. An die Richter gerichtet appellierte Wellinger, die Beobachtung sinnvoll und den Umständen entsprechend auszuführen – mitdenken sei erlaubt und sogar erwünscht. «Es ist ein guter Zug, ihr habt gut gearbeitet, ich habe Freude», zog Wellinger jedoch zusammenfassend eine gute Bilanz.

 

Zusammenspiel testen und verbessern

Das Resultat der Übung war das Eine. Der Kommandant Heer wollte seinen Besuch aber auch dafür nutzen, die Bedürfnisse der Truppe direkt und persönlich zu hören, aber auch Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. So sei es wichtig, dass auch die Sanitätssoldaten jeweils in die Übungen mit eingebunden würden. Diese würden im Ernstfall nämlich eine Schlüsselrolle einnehmen. «Die Sanität ist ebenfalls ein Teil des Ganzen», erklärte Wellinger, «darum müssen auch sie trainieren wie die Gefechtszüge.» Er sprach sich auch konkret dafür aus, dass die Übungen möglichst realitätsnah konzipiert werden müssten: «Train as you fight». So könnten nämlich die Abläufe bis Stufe Bataillonsstab trainiert aber auch überprüft werden und so Ausbildungslücken auf allen Stufen besser eruiert werden. «In der RS werden die Basics gelernt», erklärte Wellinger, «im WK soll das Können der Soldaten weiter ausgebaut, aber auch die Abläufe und das Zusammenspiel im Verbund getestet und verbessert werden.» Nur so könne die erwartete Qualität erreicht werden. «Wir trainieren um tatsächlich besser zu werden, nicht um den Schein aufrecht zu erhalten», schloss Wellinger seine kurze Stippvisite beim Mechanisierten Bataillon 14 in den Bündner Bergen ab.