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Militärische Umstände im Alters- und Pflegeheim Domleschg

Es wirkt im ersten Moment ein wenig komisch. Militär trifft auf Alters- und Pflegeheim. Junge Frauen und Männer in grünen Uniformen mitten unter älteren Damen und Herren. Eigentlich stellt man sich unter „Armeeeinsatz“ etwas anderes vor. Doch die letzten Tage im Domleschg haben gezeigt: Das Schweizer Militär ist vielfältiger als gedacht.

23.04.2018 | Fachof Fabio Theus

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Vor dem Eingang des Alters- und Pflegeheims Domleschg sitzen gemütlich ein paar Bewohnerinnen und Bewohner. Sie plaudern, trinken Kaffee und geniessen die warme Frühlingssonne. Auf den ersten Blick nichts Aussergewöhnliches. Beim zweiten Hinschauen aber fällt auf: Etwas ist hier anders als sonst. Denn an den Tischen sitzen auch Soldatinnen und Soldaten der Schweizer Armee. Auch sie plaudern, trinken Kaffee und geniessen die warme Frühlingssonne zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Alters- und Pflegeheimes Domleschg. Doch was soll das? Das sind nicht gerade Tätigkeiten, die man normalerweise mit dem Militär verbindet.

Tatsächlich aber tragen die Soldatinnen und Soldaten der Durchdiener Spital RS 41 einen wichtigen Teil zur Armee bei. Ihr Einsatz im Alters- und Pflegeheim Domleschg zeigt, dass auch solche Aufgaben Teil des Militärs sind. Denn „zur Armee gehören nicht nur Waffen und Panzer“, sagt Marcel Ryser. Er ist Gesamtleiter des Heims und ist stolz, dass die Durchdiener bei ihm im Haus sind. Dieser Einsatz mache Sinn. Es sei keine Übung, sondern ein Ernstfall. Die Soldatinnen und Soldaten würden auf Menschen treffen, die wirklich auf Unterstützung angewiesen sind, so Ryser. Dabei entstünden zwischenmenschliche Beziehungen, die schon fast in Besitzverhältnissen enden. „Die Bewohnerinnen und Bewohnern nehmen die persönliche militärische Assistenz gerne in Anspruch. Sie sagen dann nicht selten: Das ist mein Soldat oder meine Soldatin“, ergänzt Ryser schmunzelnd.

Der militärische Einsatz im Alters- und Pflegeheim Domleschg ist auch für die Soldatinnen und Soldaten ein erfahrungsreiches Erlebnis. „Hier haben wir es mit Menschen zu tun, die wirklich angewiesen sind auf unsere Hilfe“, sagt ein Soldat und ergänzt, dass er sofort wiederkommen würde. Gleicher Meinung ist auch sein Kamerad und erzählt, dass der Einsatz sehr abwechslungsreich sei. „Am besten gefallen mir die Ausflüge zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Wir gehen miteinander spazieren und haben beispielsweise die Rheinschlucht besichtigt.“ Darum sei der Abschied nach zwei Wochen nicht einfach, sind sich die Armeeangehörigen im Alters- und Pflegeheim Domleschg einig. Schliesslich haben sich echte Freundschaften geschlossen. Auch das gehört zur Schweizer Armee.