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"FANTASSIN 18" erfolgreich beendet – Zürcher Regierung auf Stippvisite

Am Dienstag und Mittwoch ist die Infanterieübung "FANTASSIN 18" in ihre zweite respektive dritte Phase getreten. Erneut wurden in der Häuserkampfanlage «Nalé» gross angelegte Stabilisierungsaktionen mit gegen 600 Angehörigen der Armee (AdA) trainiert. Die Kompanien 1 und 2 des Infanteriebataillons haben das Übungsdorf «gesäubert» während die Kompanie 3 die Gegend abgeriegelt hat. Kompanie 4 stand als Reserve im rückwärtigen Raum bereit. Am Dienstag hat über Mittag eine Delegation des Kantons Zürichs, des «Götti»-Kantons des Infanteriebataillons 65, die Übung besucht.

22.03.2018 | Ter Div 4

Immer über Funk verbunden: Valentin Jungi, Kommandant der Kompanie 1
Immer über Funk verbunden: Valentin Jungi, Kommandant der Kompanie 1

 

Häuserkampfanlage «Nalé», kurz nach 14.15 Uhr, Dienstagnachmittag: Die Übung "FANTASSIN 18" erreicht ihren zweiten Höhepunkt. Die Strassensperren an den Zufahrtachsen ins Übungsdorf sind errichtet, jetzt soll ein Haus nach dem anderen durchsucht, von gegnerischen Gruppen befreit und gesichert werden.

Eine Gruppe von Infanteristen, ausgestattet mit Panzerfaust, Maschinengewehr und Sturmgewehr stürmt gerade Haus 20 an der «Passage de Grenouilles». Die Eskalationsstufe ist hoch, das heisst, sie müssen das Gebäude «säubern», wie es im Militärjargon heisst. Stossen sie in den Räumen im Erd- und Obergeschoss des Hauses auf einen Gegner, wird sofort geschossen. Gedeckt wird die vorstossende Gruppe durch eine zweite Gruppe des Zuges. Deren Scharfschütze sitzt geschützt auf dem Balkon eines gegenüberliegenden Gebäudes in Lauerstellung. Ist ein Gegner getroffen, bemerken das Truppe und Übungsleitung sofort, denn alle AdA sind mit Sim-Ausrüstung ausgestattet – ein Treffer wird direkt angezeigt, der AdA ist verwundet oder gar gefallen.

Nachdem die Gruppen von Zug 1 der Kompanie 1 ins Haus 20 vorgedrungen sind, trommelt der stellvertretende Bataillonskommandant Major Stephan Ineichen, der die Stabilisierungsaktion führt, seine Kompaniekommandanten im Erdgeschoss von Gebäude 32 zum spontanen Lagerapport zusammen. Länger als vier Minuten dauert die Sache nicht, dann schwärmen die Kompaniekommandanten wieder aus, dicht gefolgt von ihren Gefechtsordonnanzen, die mit Funkgeräten ausgestattet die Verbindungen sicherstellen. Es gilt, den Angriff auf die nächste Häusergruppe auszulösen.

Scharfschützen sichern den Vorstoss.
Scharfschützen sichern den Vorstoss.

Besuch des Götti

Die Übung "FANTASSIN 18" bot für eine Delegation des Kantons Zürich die ideale Gelegenheit, einen halben Tag lang bei einem ihrer «Göttibataillone», dem Inf Bat 65, vorbeizuschauen. Teil der Delegation waren Regierungsrat Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, Karin Egli-Zimmermann, Kantonsratspräsidentin, und Yvonne Bürgin, Kantonsratsvizepräsidentin. Für Fehr war der Besuch des Infanteriebataillons 65 kein Novum. Er hatte das Bataillon bereits im Dezember 2012 am Hinterrhein, im Juni 2014 auf dem Glaubenberg und im Juni 2016 in Walenstadt besucht. Eine Premiere für alle dürfte der Besuch der Gäste in der hochmodernen SIM KIUG-Leitzentrale des Waffenplatzes Bure gewesen sein. Die Gäste zeigten sich von der gezeigten Leistung der AdA beeindruckt. «Im Feld» konnten sie mit eigenen Augen sehen, dass sich Bataillonskommandant Oberstleutnant Marcel Winiger nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, als er in der Einführung zur Übung erklärt hatte: «Wir haben super motivierte AdA. AdA die Gas geben und etwas erleben wollen.»

Besuch der Übung «FANTASSIN 18» in der Häuserkampfanlage Nalé: Regierungsrat Mario Fehr, stv. Bataillonskommandant Major Stephan Ineichen, Kantonsratspräsidentin Karin Egli-Zimmermann, Kantonsratsvizepräsidentin Yvonne Bürgin, Amtschef Oberst i.Gst Thomas Bär, Ter Div 4-Kommandant Divisionär Hans-Peter Kellerhals und Inf Bat 65-Kommandant Oberstleutnant Marcel Winiger
Besuch der Übung «FANTASSIN 18» in der Häuserkampfanlage Nalé: Regierungsrat Mario Fehr, stv. Bataillonskommandant Major Stephan Ineichen, Kantonsratspräsidentin Karin Egli-Zimmermann, Kantonsratsvizepräsidentin Yvonne Bürgin, Amtschef Oberst i.Gst Thomas Bär, Ter Div 4-Kommandant Divisionär Hans-Peter Kellerhals und Inf Bat 65-Kommandant Oberstleutnant Marcel Winiger

Auf dem richtigen Weg

Übungsende war in Bure knapp 24 Stunden nachdem die Zürcher Regierung auf Platz gewesen war, am Mittwochmorgen. Übungsleiter Divisionär Hans-Peter Kellerhals zeigte sich zufrieden mit dem Gebotenen – «Übung erfüllt» – und dankte den AdA für ihren Einsatz. Sowohl das Inf Bat 65 als auch der Stab der Ter Div 4 können aus FANTASSIN 18 wertvolle Erfahrungen für zukünftige Dienstleistungen mitnehmen. Wie Divisionär Kellerhals erklärte, habe die Lernkurve während den drei Simulationsdurchgängen steil nach oben gezeigt. Lehren aus den Zwischenbesprechungen seien schnell umgesetzt worden. Besonders gelobt wurde das Truppenverhalten in der Annäherung und die Bewegungsführung des Bataillons. Einige der Stossaktionen bezeichnete er gar als fantastisch und auch mit dem Zusammenwirken der Späher war er sehr zufrieden. Verbesserungspotenzial machte er im Bereich der sorgfältigen Zielaufklärung – Stichwort «Friendly Fire» – und in der Verhältnismässigkeit des Waffeneinsatzes beim Häuserkampf.