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Verpflegung gestern und heute – ein Kommandant erinnert sich

Die Gesellschaft, die Armee und auch die Verpflegung der Armee haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Der ehemalige Kompanie- und Bataillonskommandant Oberst Beat Mosimann blickt zurück und erzählt von den kulinarischen Erlebnissen zu den Anfängen seiner Militärkarriere.

24.07.2020 | Kommunikation Ausbildungszentrum Verpflegung

Oberst Beat Mosimann erlebte die Entwicklung der Militärküche der letzten Jahrzehnte mit.
Oberst Beat Mosimann erlebte die Entwicklung der Militärküche der letzten Jahrzehnte mit.

 

Dreimal täglich können sich die neuen Rekruten der Sommer-RS auf ein gutes Essen freuen. Zubereitet werden die Menüs jeweils von diversen Küchenfunktionären, die ab dieser Woche von Spezialisten des Ausbildungszentrums Verpflegung im Rahmen der Fachkurse für Truppenköche ausgebildet werden. Gut, gesund und natürlich auch genügend essen jedoch nicht nur die Rekruten gerne, sondern auch die Kommandanten.

 

Freiwillige für Küchendienst

Während seiner Militärkarriere kam Oberst Beat Mosimann gezwungenermassen immer wieder mit der Militärküche in Berührung. Er befehligte als Kommandant die Gebirgsfüsilierkompanie II/34 und anschliessend das Gebirgsinfanteriebataillon 17, bevor er als Kommandant Stellvertreter der letzten Tessiner Brigade, der Gebirgsinfanteriebrigade 9, Dienst leistete. Mit einem Lächeln denkt er an die Zeit als Kompaniekommandant zurück: «Damals waren die Küchenfunktionäre noch nicht so gut ausgebildet wie heute.» Auf Truppenköche habe er als Kompaniekommandant selten zählen können, vielmehr seien die Küchen mit Freiwilligen anhand einer Umfrage im Kadervorkurs bestückt worden. Präferiert wurden dabei Metzger, Köche, Bäcker und Konditoren. «Je nach Verfügbarkeit der Spezialisten fiel sodann die Verpflegung entsprechend aus», blickte er zurück, «doch in der Regel hat es gut funktioniert.» Einzig der damals noch übliche Pflichtkonsum sei für die Köche jeweils eine Herausforderung gewesen. Je nach Kreativität des Küchenchefs habe aber auch ein Chili con carne oder «Büchsenchnöpfli» aus dem Pflichtkonsum als Delikatesse zubereitet werden können. «Das Essen ist in einer Dienstleistung etwas vom Wichtigsten», merkte Mosimann an.

 

Qualität durch Ausbildung gesteigert

Mit der Einführung der Truppenköche als Funktion mit entsprechender Ausbildung sei das Essen spürbar besser geworden, erinnerte sich Mosimann. «Die fachliche Qualität der Leute und dadurch auch die Qualität des Essens konnte gesteigert werden», bilanzierte er. Während zu Beginn seiner Militärzeit noch eher sehr deftige «Handwerkermahlzeiten» an der Tagesordnung waren, seien mit der Zeit die Menüs ausgeglichener und vielfältiger geworden. Nur ungern denkt er dabei an das Menü Reis mit Lebern zurück, welches nicht selten aufgetischt wurde. Eher sein Gusto trafen Hörnli mit Gehacktem. Auch die Käseschnitte sei immer willkommen gewesen. Amüsiert lächelnd erinnerte sich Mosimann spontan an seine eigene Rekrutenschule zurück, wo er zuweilen auch zum Küchendienst befohlen wurde: «Wir mussten unter anderem Karotten und Kartoffeln schälen sowie nach dem Essen das Geschirr spülen.»

 

Anforderung an Verpflegung ist gestiegen

Auch auf Mosimanns weiterem Weg, die militärische Hierarchieleiter hinauf, spielte die Verpflegung immer eine wichtige Rolle. «Ich habe immer gerne gegessen», meinte er schmunzelnd. Doch mit den zunehmenden Verantwortlichkeiten, die mit seinen weiteren Funktionen dazukamen, habe er sich nicht mehr selbst um die Küche und die Küchenfunktionäre kümmern können. «Ich konnte mich aber jederzeit darauf verlassen, dass die Küche funktioniert», betonte er, «dies habe ich immer geschätzt.»

Die Verpflegung in der Armee habe sich über die Jahre unter anderem auch aufgrund der Mittel gewandelt. Nicht nur das zur Verfügung stehende Geld pro Soldat und Tag, sondern auch das Material habe dazu beigetragen. «Wir mussten noch mit den Benzinvergaserbrennern (BVB) hantieren, das war schon eine Herausforderung», erinnerte sich Mosimann, «heute können die Küchenfunktionäre auf die Mobilen Verpflegungssysteme zurückgreifen, um auf dem Feld zu kochen.» Die Menüs seien auch immer mehr auf die Bedürfnisse der Truppe abgestimmt und so der veränderten Gesellschaft und den dadurch gestiegenen Anforderungen angepasst worden. «Mit den neuen Mitteln konnten die Köche Top-Menüs zubereiten», unterstrich Mosimann, «ausserdem machte sich die durchlaufene und fundierte Ausbildung der Küchenfunktionäre beim Ausbildungszentrum Verpflegung und früher in der Küchenchefschule positiv bemerkbar.»

 

Das mobile Verpflegungssystem löste den Benzinvergaser-Brenner (BVB) als Feldküche ab. (Symbolbild)
Das mobile Verpflegungssystem löste den Benzinvergaser-Brenner (BVB) als Feldküche ab. (Symbolbild)